2 9 ἦς >
er ες.
Ὗ A
A
ἐ ἢ \
ἢ
PLATO Bee ᾿
Ausgewählte Dialoge, erklärt
von Schmelzer.
Vol.,4 τς
oh
je rs;
2
«
΄-
% φ
en
uf
TE
Ι
ERKLART
ΥῸΝ
ELZER,
si. Te u ἐσ ψον τ σλοτε σι
-GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN.
0. SCHM
VIERTERBAND.
KRITO.
APOLOGIE.
je =/
ῷ
77)
r τὰ ᾿ς ἃς Da i
-f a ö “4 R en
Mi 2
=
N 99
BUCHHANDLUNG,
BERLIN
ΣῊΝ
72
4 |
He dinstious Er Alınany. fe HL 290 ἔν
|
ιν
Pri&Sch.2 |
PLATOS)
AUSGEWÄHLTE DIALOGE.
ERKLÄRT
VON
C. SCHMELZER,
GYMNASIALDIREKTOR IN HAMM IN WESTFALEN.
VIERTER BAND.
APOLOGIE. KRITVO.
BERLIN
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.
1883.
VORWORT.
Ich wulste, dals ich bei meiner Erklärung des Plato scharfen
Angriffen ausgesetzt sein würde; wer von der breiten Heerstrafse
abzuweichen wagt, muls auf Tadel immer gefalst sein. Ich erwar-
tete, dals man mir Irrtümer, Fehler nachweisen würde, konnte
dem aber ruhig entgegensehen; denn ich war mir bewulst, mit
Fleifs gearbeitet zu haben, und ein fleifsiger Arbeiter wird für
jede Zurechtweisung dankbar sein, auch wenn ihm das Bekennt-
nis, geirrt zu haben, nicht angenehm ist. Ich habe aber nicht
geahnt, dals man mir mit so wenig logischer Schärfe entgegen-
treten würde, wie es der Recensent meiner Ausgabe des Sym-
posion im litterarischen Centralblatt gethan hat.
Was soll es heilsen, wenn der Recensent an meine Worte,
ich wolle bei der Erklärung des Plato die Pfade der Gelehrsam-
keit, philologischer zumal und auch philosophischer, meiden,
anknüpfend sagt: „Wer das erste Mal das Symposion liest, wird
auf viele Stellen stolsen, deren Verständnis ihm nur philolo-
gische und philosophische Gelehrsamkeit erschliefst?“ Der Re-
censent führt ja doch selbst an, dafs ich als Gegensatz der ge-
lehrt-philologischen und der gelehrt-philosophischen Erklärung
die populär-ästhetische hinstelle. Eine ästhetische Erklärung
des Plato ohne philologische oder philosophische Klarstellung
giebt es selbstverständlich nicht, und ich will dankbar sein, wenn
man mir nachweist, dafs ich Stellen, welche eine philologische
oder eine philosophische Erklärung erheischen, in meinem Kom-
mentar zu erklären unterlassen habe. Freilich habe ich so wenig
zum Kommentar Lexikon und Grammatik ausschreiben zu müs-
sen geglaubt, wie ich aus früheren Kommentatoren allen Ballast
gesammelt habe; freilich habe ich keine Anmerkungen gegeben
aus der philologischen Sammelbüchse des Recensenten, Anmer-
kungen zu einzelnen Worten, welche man, so oft das Wort wie-
derkehrt, zu jedem Schriftsteller wiederholen kann.
Der Recensent fügt dann an meine Worte, dafs ich durch
meine Erklärung propädeutisch für ein tieferes Studium der
Platonischen Philosophie wirken möchte, die Frage: „Aber wer
wird zu diesem Zwecke den Phädrus und das Symposion wäh-
len ?* Hat er wirklich nicht begriffen, dafs ich meine Ansicht da-
hin geäufsert habe, ein jeder Dialog Platos müsse, wenn man
zu einem tieferen Studium des Philosophen reizen wolle, zu-
nächst populär-ästhetisch erklärt werden? Glaubt der Recensent,
1*
4 | VORWORT.
ich sei der Ansicht, wer Plato verstehen lernen wolle, müsse zuerst
den Phädrus und dann das Symposion lesen? Dann ist das eine
gewils geistreiche Annahme, an welcher ich aber schuldlos bin.
Die nächste Bemerkung lautet: „Ob überdies bei Werken,
wie die genannten, die schwerlich jemand populär nennen kann,
eine populär-ästhetische Erklärung angebracht sei, unterliegt
sehr erheblichen Zweifeln.“ Ich fürchte, hinter diesen Worten
birgt sich der schöne Gedanke: nur populäre Werke dürfen po-
pulär -ästhetisch erklärt werden — und bitte den Recensenten
um Verzeihung, wenn ich ihn falsch verstanden habe.
Mit der folgenden Bemerkung: „Wer sich der neuen Aus-
gabe bedient, kann gewisse, vielleicht selbst erhebende Ahnungen
und Eindrücke vom Symposion empfangen, eine klare Einsicht
in dasselbe wird er nicht gewinnen“, kann ich zufrieden sein,
wenn auch aus den letzten "Worten hervorzugehen scheint, dafs
Rec. an einen bekannten Satz Herbarts dabei nicht gedacht hat.
Für das Citat: οἰόμενος μὲν εἰδέναι τε, εἰδιὼδ δὲ ὀλίγα
ἢ οὐδέν danke ich verbindlichst.
Weiterhin sagt dann die Recension: -„Man kann den Kom-
mentar selbst geistreich finden.“ Ich bedaure lebhaft, dafs Re-
censent diesen Satz nicht etwas ausgeführt hat; ich hätte so gern
erfahren, was Leute wie er für geistreich halten.
Unter den „vielfach nicht unerheblichen Bedenken, die sich
geltend machen lielsen“ führt Recensent eines an, das sich für
jeden, der meinen Kommentar zu lesen versteht, von selbst er-
ledigt. Zum Schlufs heifst es: „Auch philologische Akribie ver-
mifst man vielfach. So ist aus dem διοεχεσμός Mantineas eine
διοίχησις geworden“. Ich frage: „in wessen.Kopfe?* Yioi-
xnoıg ist von mir in einer Bedeutung gebraucht worden, welche
die Lexika, weil sie keine Beispiele dafür anführen können, nicht
angeben, die aber deswegen so gewils richtig. ist, wie δεθεκῶῖν
„abgesondert, vereinzelt wohnen“ heifst. Das scheint die philo-
logische Akribie des Recensenten übersehen zu haben.
Dem Inhalte der Kritik entspricht die Art der Unterschrift:
M. W.hlr.b. So versteckt sich ein Kind hinter einer Glasscheibe.
Will nun der Recensent noch einmal mit mir einen kri-
tischen Gang machen, so bin ich gern erbötig mich ihm zu stel-
len, mufs aber dringend bitten, dafs er mich dann nicht wieder
mit einem Faschingsscherz angreife. Für solche Spälse werde
ich nichts mehr übrig haben als ein Lächeln.
Hamm im März 1883.
C. Schmelzer.
AUHOAOTIA Z2KPATOY2.
"πᾷ 53 , > we ,
1. Ὅ τι μὲν ὑμεῖς, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, 7τεττόν--
ϑατε ὑπὸ τῶν ἐμῶν χατηγόρων, οὐχ οἶδα"
Kap. 1. Sokrates verteidigt sich
vor einem Gerichtshofe von 500 Ge-
schworenen, einer Abteilung der
jährlich in Athen durchs Los be-
stimmten 6000 geschworenen Rich-
ter. Der Vorsitzende des Gerichts-
hofes war der ἄρχων βασιλεὺς;
denn ‚es handelte sich um eine
γραφῆ͵ ἀσεβείας. Die Anklage Jau-
tete: Αδικεῖ Doxgarns, οὺς μὲν ἢ
πόλις νομίζει “ϑεοὺς οὐ νομίζων,
ἕτερα δὲ χαινὰ δαιμόνια εἰσηγού-
μενος" ἀδικεῖ δὲ χαὶ τοὺς γέους
διαφϑείρων" τίμημα ϑάνατος.
Die Ankläger hiefsen Meletos,
Anytos und Lykon. Von ersterem
läfst Plato den Sokrates im Euthy-
phron sagen: Οὐδ᾽ αὐτὸς πάνυ τι
γιγνώσχω τὸν ἀνδρα᾿ “νέος γάρ.
τίς μοι φαίνεται
ὀνομάζουσι μέντοι αὐτόν, ὡς
ἐγῷμαι. Μέλητον. ἔστι δὲ τῶν
δήμων Πιτϑεύς. εἴ τινὰ νῷ ἔχεις
Πιτϑέα Μέλητον, οἷον τετανό-
τριχαὰ καὶ οὐ navv εὐγένειον, ἐπί-
γρυπον δέ. Anytos war unter den
Dreifsig geflüchtet und kehrte mit
Thrasybul zurück ; er soll unter den
drei Klägern der einflufsreichste ge-
wesen sein. Dafs auch Lykon ein
πολιτευόμενος gewesen sei, deutet
Sokrates selbst an Kap. 10: Me-
Amtos μοι ἐπέϑετο ὑπὲρ τῶν
ποιητῶν. ἀχϑόμενος, ᾿ἄνυτος δὲ
ὑπὲρ τῶν δημιουργῶν zul τῶν
πολιτικῶν, Avzov δὲ ὑπὲρ τῶν
ῥητόρων. ΟΡ übrigens Meletos
selbst Dichter oder der Sohn eines
καὶ ἀγνώς"
"kaum anzunehmen;
ἐγὰ δ᾽ οὖν
Dichters gewesen sei, steht nicht
fest.
Wie weit die Rede der von So-
krates wirklich gehaltenen ent-
spricht, wird sich schwerlich dar-
legen lassen. Dafs sie, wie Schleier-
macher und Stallbaum annehmen,
eine möglichst genaue Wiedergabe
der Rede des Sokrates sei, ist wohl
Plato hat ge-
wils bei Abfassung der Apologie
nicht blofs ein historisches Akten-
stück für die Nachwelt retten wol-
len. Dafs sie allzusehr von dem
Gedankengange der von Sokrates
gesprochenen abweiche, ist auch
nicht denkbar: die Pietät gegen
seinen Lehrer dürfte dem Plato
solche Abweichungen verboten ha-
ben. Ich möchte Steinhart beistim-
men, wenn er sagt, Plato habe die
wirklich gehaltene Rede nach Art
des :Thucydides mit dichterischer
Freiheit umgebildet.
Von den Geschworenen stehen
dem Sokrates so entgegen, dafs sie
gar nicht oder doch nur durch einen
glücklichen Zufall, durch eine glück-
liche Stimmung, gewonnen werden
konnten, einmal natürlich die per-
sönlichen Anhänger der Ankläger,
ihre persönlichen Freunde oder die
Mitglieder ihrer Hetärie, sodann die
beschränkten Köpfe, die eine Er-
scheinung wie die des Sokrates
nicht fassen konnten, endlich alle
diejenigen, welche den Groll über
das Schicksal ihrer Vaterstadt in
8 h ΠΛΆΤΩΝΟΣ
\ ἜΝ EL m DW, > ν κα ͵ ἌΓΕΙ,
χαὶ αὐτὸς in’ αὐτῶν ὀλίγου ἐμαυτοῦ ἐττελαϑόμην" οὕτω
χειϑανῶς ἔλεγον. χαί τοι ἄληϑές γε, ὡς ἔπος εἰπεῖν,
οὐδὲν εἰρήχασι. μάλιστα δὲ αὐτῶν ἕν ἐθαύμασα τῶν
σιολλῶν ὧν ἐψεύσαντο, τοῦτο ἐν ᾧ ἔλεγον ὡς χρῆν ὑμᾶς
2 Ps \ ς > > - Φ “ ς --- ᾿»᾿
εὐλαβεῖσϑαι, un vr ἐμοῦ ξξαττατηϑῆτε, ὡς δεινοῦ ὃν-
τος λέγειν. τὸ γὰρ μὴ αἰσχυνϑῆναι, ὅτι αὐτίχα ὑτε᾽ ἐμοῦ
ἐξελεγχϑήσονται ἔργῳ, ἐπειδὰν μηδ᾽ ὁπωστιοῦν φαίνω-
μαι δεινὸς λέγειν, τοῦτό μοι ἔδοξεν αὐτῶν ἀναισχυντό-
τατον εἶναι, εἰ μὴ ἄρα δεινὸν χαλοῦσιν οὗτοι λέγειν τὸν
τἀληϑῆ λέγοντα" εἰ μὲν γὰρ τοῦτο λέγουσιν, ὁμολογοίην
4 5 ΄ T 5
ἂν ἔγωγε οὐ κατὰ τούτους εἶναι δήτωρ. οὗτοι μὲν οὖν,
) EN , ” γ, BURN > \ IR; et lee
ὥστεερ ἐγὼ λέγω, ἤ τι ἢ οὐδὲν ἀληϑὲς εἰρήκασιν" ὑμεῖς
ungerechter, aber
leicht erklärbarer Weise auf ein-
zelne Persönlichkeiten zu übertra-
gen, das Unglück des Vaterlandes
an einzelnen Personen zu rächen
geneigt waren. Wir dürfen uns
durch den objektiven Wert der herr-
lichen Darlegung nicht täuschen
lassen über die Bedeutung, welche
sie den athenischen Geschworenen
des Jahres 399 a. Chr. gegenüber
hatte. Auch der banausisch oder nur
pessimistisch empfindende Mensch
unserer Zeit hat kein Verständnis
für eine ideale Auffassung‘ der .
Lebensaufgabe.
Die ersten Worte der Verteidi-
gung verraten den tiefen Eindruck,
welchen die Reden der Ankläger
gemacht hatten. Sokrates sieht,
wie viele, von der Anklage hinge-
rissen, gewonnen sind und sagt
nun mit ironischer Bitterkeit: „Wie
es euch ergeht mit meinen Anklä-
gern, kann ich nicht wissen: ich
habe mich fast selbst bei ihren Re-
den vergessen: mit so überzeugen-
der Wärme suchten sie zu spre-
chen“ (ἔλεγον). Die Ironie liegt in
der vox media πάσχειν und in dem
ἐμαυτοῦ ἐπελαϑόμην. Das 1. Ka-
pitel bietet sodann dreierlei: ein-
mal ein summarisches Urteil über
die den Sokrates anklagenden Per-
psychologisch ᾿
σαντο:
sönlichkeiten; sodann. eine Erklä-
rung der Eigenart des Angeklagten
und endlich einen Appell an die
Geschworenen. Das Urteil über die
Ankläger wird mit schneidender
Härte eingeleitet: auf ein schein-
bares Zugeständnis -- οὕτω πιϑα-
vos ἔλεγον -- folgt in knappen
Worten, denen das ὡς ἔπος εἰπεῖν
wie ein bedauerndes Wort einge-
fügt ist, das niederschmetternde
Verdikt: ἀληϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν.
Diese verblüffende Wendung muls
den Erfolg haben, dem Redner die
Aufmerksamkeit der Geschworenen
zu gewinnen. Mit einer ähnlichen
Wendung leitet er das Urteil ein:
das scheinbar lobende ἐθαύμασα
läuft überraschend aus in das &wev-
„ich bewunderte“ und „sie
logen“. Das Urteil gipfelt in. dem
μὴ αἰσχυνϑῆναι und dem avaı-
᾿σχυντότατον und die Verachtung
des Sokrates giebt sich darin zu
erkennen, dafs er den Namen kei-
nes der Ankläger in den Mund
nimmt, sondern sie nur mit οὗτοι
bezeichnet: καλοῦσιν οὗτοι τὸν
τἀληϑῆ λέγοντα, οὐ κατὰ τού-
τους, οὗτοι “μὲν οὖν, ὠσπερ οἵ
τούτων. Die Verachtung seiner
Feinde begründet, rechtfertigt er
mit dem verächtlichen Inhalt ihrer
Reden, der Unwahrheit derselben,
,
AHOAOTIA ZQKPATOTYE. 9
δ᾽ ἐμοῦ ἀχούσεσϑε πᾶσαν τὴν ἀλήϑειαν. οὐ μέντοι μὰ
NM, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, κεχαλλιεπημένους γε λόγους,
ὥσττερ οἵ τούτων, ῥήμασί τε χαὶ ὀνόμασιν, οὐδὲ κεχο-
σμημένους, ἀλλ᾽ ἀχούσεσϑε εἰχῇ λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦ-
σιν ὀνόμασι" πιστεύω γὰρ δίχαια εἶναι ἃ λέγω, χαὶ μη-
δεὶς ὑμῶν προσδοχησάτω ἄλλως" οὐδὲ γὰρ ἂν δήπου
χερέποι, ὦ ἄνδρες, τῇδε τῇ ἡλικίᾳ ὥσττερ μειρακίῳ πλάτ-
τοντι λόγους εἰς ὑμᾶς εἰσιέναι. καὶ μέντοι χαὶ πάνυ, ὦ
ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, τοῦτο ὑμῶν δέομαι χαὶ παρίεμαι" ἐὰν
διὰ τῶν αὐτῶν λόγων ἀχούητέ μου ἀπολογουμένου, δι᾽
ὧνπερ εἴωϑα λέγειν χαὶ ἐν ἀγορᾷ ἐπὶ τῶν τραπεζῶν,
ἵνα ὑμῶν πολλοὶ ἀχηχόασι, χαὶ ἄλλοϑι, μήτε ϑαυμάζειν
μήτε ϑορυβεῖν τούτου ἕνεχα. ἔχει γὰρ οὑτωσί. νῦν ἐγὼ
πρῶτον Ertl δικαστήριον ἀναβέβηχα, ἔτη γεγονὼς πλείω
ἑβδομήκοντα" ἀτεχνῶς οὖν ξένως ἔχω τῆς ἐνϑάδε λέξεως.
ὥστεερ οὖν ἄν, εἰ τῷ ὄντι ξένος ἐτύγχανον ὦν, ξυνεγιγνώ-
σχετεὲ δήπου ἂν μοι, εἶ ἐν Exeivn τῇ φωνῇ τε χαὶ τῷ
τρόπῳ ἔλεγον, ἐν oloreg ἐτεϑράμμην, χαὶ δὴ καὶ νῦν
τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον, ὥς γ᾽ ἐμοὶ δοχῶ, τὸν μὲν
τρόπον τῆς λέξεως ἐᾶν" ἴσως μὲν γὰρ χείρων, ἴσως δὲ
βελτίων ἂν εἴη" αὐτὸ δὲ τοῦτο σχοπιεῖν χαὶ τούτῳ τὸν
γοῦν προσέχειν, εἰ δίχαια λέγω ἢ μή" δικαστοῦ μὲν γὰρ
αὕτη ἀρετή, δήτορος δὲ τἀληϑῆ λέγειν.
und mit der verächtlichen Form
derselben: κεκαλλιεπημένους λό-
yovs ῥήμασί τε καὶ ὀνόμασιν,
welcher er, zur Entschuldigung sei-
ner Eigenart übergehend, die ein
λεγόμενα τοῖς ἐπιτυχοῦσιν ὀνό-
μᾶσι entgegenhält, das was für
sein Alter ein πρέπον sei gegen-
über der jugendlichen Spielerei, der
Künstelei jener (ὥσπερ μειρακίῳ
πλάττοντι λόγους). Seine Eigen-
art ist aber nicht allein ein πρέ-
πον, sondern sie ist für ihn be-
rechtigt, wie die Ausdrucksweise
eines Fremden, der Dialekt eines
Ausländers (τρόπος und φωνή);
denn er ist in der That ein ξένος
vor dem Gerichte, da er mehr als
70 Jahre alt zum erstenmale vor
ihm erscheint, Worte, die wieder
auf seine jugendlichen Ankläger ge-
münzt, packen mufsten. Von den
Richtern erbittet er zuerst das
un ϑορυβεῖν., die immer wieder-
kehrende Forderung auch des De-
mosthenes, die dem Thucydides
noch nicht geläufig ist, und ver-
langt dann, von ihnen als ein
Recht, τοῦτο ὑμῶν δέομαι δίκαιον,
ihm seine Sprechweise zu gestatten
und nur im Auge zu haben, εἰ di-
χαιὰ λέγω ἢ un. Die kraftvolle,
männlich stolze Einleitung der Rede
schliefst dann nach Art des Thu-
10 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
2. Πρῶτον μιὲν οὖν δίχαιός εἶμι ἀπολογήσασϑαι,
ὠ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι,
πρὸς τὰ πρῶτά μου τϑνευδῆ χατη-
γορημένα χαὶ τοὺς πρώτους χατηγόρους, ἔπειτα δὲ πρὸς
eydides, dem auch hierin Demo-
sthenes folgt, mit einer unanfecht-
baren Sentenz: δικαστοῦ μὲν γὰρ
αὕτη ἀρετή, ῥήτορος δὲ τἀληϑῆ
λέγειν.
Die Schwäche des Proömiums
liegt in dem Versuche, die War-
nung der Ankläger vor der δεινό-
της des Sokrates zurückzuweisen;
denn das Proömium selbst zeigt den
δεινότατος λέγειν. Freilich ist die
Satzbildung ganz ungesucht und die
Wortstellung ganz "einfach natür-
lich.
Form mit der einer Rede des De-
mosthenes; dort findet man die-
selbe einfache Natürlichkeit: Red-
ner wie Thucydides und Demosthe-
nes, und denen ist Plato ebenbürtig
zur Seite zu stellen, lachen der
Kunst der Schule. Die Einfachheit
der Form macht den kunstvollen
Angriff auf die ψυχαὶ der Zuhörer
nur wirksamer. Die schulgemäfse
Kunstform erweckt ein Gefallen an
der Kunstleistung, ein Behagen; der
gewaltige Redner wünscht das
nicht, er will vielmehr seine Zu-._-
hörer leidenschaftlich erregen, fort-
reifsen mit sich und zu sich hin-
über. Das Ziel, welches sich unser
Proömium -gesteckt hat, ist, die
Richter an ihre Pflicht zu erinnern.
Der Redner geht nun so vor, dafs
er zunächst mit dem ersten Satze
den Eindruck, den die Anklage ge-
macht hat, scheinbar anerkennt. Er
wirkt sodann mit dem καίτοι ἀλη-
ϑὲς οὐδὲν εἰρήχασιν überraschend,
die beste Art, die Aufmerksamkeit
zu gewinnen. Beschämend wirkt
er durch die Charakterisierung der
Ankläger: wie konnte man sich von
unverschämten Lügnern und ju-
gendlichen Schwätzern so hinreifsen
Jassen! Er weckt dann zunächst das
Billigkeitsgefühl, wenn er hinweist
‚abweisbaren
yap avım ἀρετή x. 7. £.
Man vergleiche aber diese
auf seine Jahre und das Recht eines
ξένος vor Gericht fordert, und dann
erst wendet er sich an das Pflicht-
gefühl, seinen Appell an dasselbe
schliefsend mit der Form eines un-
Gebotes: διχαστοῦ
Ἢ τι ἢ οὐδὲν λέγειν heilst „we-
nig oder nichts vorbringen“. Der
Deutsche drückt sich in der Um-
gangssprache ebenso aus: „sie sagen
was (etwas) und nichts“.
Kap. 2. Die Aufgabe des ersten
Teiles der Verteidigung ist es, der
Anklage die historische Grundlage
zu entziehen. Der Redner thut dies
mit drastischer Lebendigkeit, wenn
er seinen ‚jetzigen Anklägern ge-
genüber frühere Ankläger fingiert.
Rein logisch ausgedrückt hätte der
erste Satz der Verteidigung gelau-
tet: Meine drei Ankläger stützen
sich, natürlich ohne das zu ver-
raten, zuerst auf die Meinung, wel-
che die grofse Menge von mir hat.
Sie rechnen weniger auf das Durch-
schlagende, Überzeugende ihrer
Gründe, als auf die Stimmung der
Geschworenen, die in ihrer Mehr-
heit gegen den Angeklagten einge-
nommen sind. Von diesem dürren
logischen Felde .spielt Sokrates
- durch die Personifikation der An-
klage, der ihm gemachten Vorwürfe
die Frage hinüber auf das lebens-
frischere psychologische Gebiet. Die.
Anklage, abstrakt hingestellt, hätte _
nur mit logischen Gründen sich an
die Denkkraft der Geschworenen
wenden können; dadurch aber dafs
statt der Anklage Ankläger gesetzt
werden, läfst sich auch an das Herz
des Richters appellieren. Durch die
Personifizierung wird das unge-
rechte Urteil als unbillige That em-
pfunden. Es ist zur Empfindung
geredet, wenn Sokrates diese 5 seine;
ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 11
τὰ ὕστερα χαὶ τοὺς ὑστέρους. ἐμοῦ γὰρ πολλοὶ xarr-
γοροι γεγόνασι πρὸς ὑμᾶς χαὶ πάλαι ττολλὰ ἤδη ἔτη χαὶ
οὐδὲν ἀληϑὲς λέγοντες, οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦμαι ἢ τοὺς
ἀμφὶ ἄνυτον, καίττερ ὄντας καὶ τούτους δεινούς" ἀλλ᾽
ἐχεῖνοι δεινότεροι, ὦ ἄνδρες, οἱ ὑμῶν τοὺς ττολλοὺς ἐν
παίδων παραλαμβάνοντες ἔπειϑόν τε χαὶ χατηγόρουν
ἐμοῦ οὐδὲν ἀληϑές, ὡς ἔστι τις Σωχράτης, σοφὸς ἀνήρ,
τά TE μετέωρα φροντιστὴς χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς ἅπαντα ἄνε-
ζητηκὼς καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν. οὗτοι, ὦ
ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, οἱ ταύτην τὴν φήμην κατασχεδάσαν-
τες, οἱ δεινοί εἰσί μου χατήγοροι" οἱ γὰρ ἀχούοντες ἡγοῦν-
ται τοὺς ταῦτα ζητοῦντας οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν. ἔπειτά
εἶσιν οὗτοι οἱ κατήγοροι πολλοὶ χαὶ πολὺν χρόνον ἤδη
χατηγορηχότες, ἔτι δὲ χαὶ ἐν ταύτῃ τῇ ἡλιχίᾳ λέγοντες
πρὸς ὑμᾶς, ἐν ἡ ἂν μάλιστα ἐπιστεύσατε, παῖδες ὄντες.
ἔνιοι δ᾽ ὑμῶν χαὶ μειράκια, ἀτεχνῶς ἐρήμην χκατηγοροῦν-
Ankläger πολλοί nennt, wenn er
sagt, dals sie lange Jahre schon
gegen ihn agitieren, wenn er ihnen
dem Anytos gegenüber die stärkere
δεινότης zuspricht und dies damit
begründet, dals er behauptet, sie
hätten die grofse Menge gewonnen
zu einer Zeit, wo die Menschen
allen Einflüsterungen leicht zugäng-
lich sind — τοὺς πολλοὺς ἐκ παί-
δων παραλαμβάνοντες ---: „nein,
jene sind schlimmer, ihr Männer,
welche die meisten von euch in
euren Knabenjahren bei Seite nah-
men (παραλαμβάνοντες) und da
auf euch einzureden suchten und
mich zu verklagen.“ Das ἐχ παί-
dwv παραλαμβάνοντες darf man
nicht vergessen, wenn man die For-
mulierung der Anklage würdigen
will. Sie beginnt, wie ein Ammen-
märchen, und endet auch so: „Da
lebt einer, Sokrates heilst er, ein
weiser Mann, macht sich über den
Himmel Sorge und sucht, was die
Erde birgt, alles zu erforschen, und
der schwächeren Sache kann er zum
Siege verhelfen“. Die Naivität die-
ser Anklage liegt in der erzählen-
den Form, welcher das „weil“ der
ernsten Anklage fehlt, in den über-
treibenden Worten φροντιστής und
ἅπαντα und in der äufseren Gleich-
stellung des Gedankens der letzten
Worte τὸν ἥττω λόγον χρείττω
ποιῶν mit dem Gedanken der vor-
᾿ hergehenden Worte, in dem zei,
das den letzten Gedanken dem ihm
nicht homogenen ersten anschlielst.
Die Hinterlist dieser Anklageformel
aber kennzeichnet sich eben durch
das verschwiegene «dızsi. Einen
überraschenden Eindruck macht
nach dieser halb spalshaften, ironi-
schen Klageformel der schnelle
Übergang zum tiefen Ernst, wie er
aus den Worten οἱ γὰρ ἀκούοντες
— οὐδὲ ϑεοὺς νομίζειν spricht. Sie
enthalten den eigentlichen Kern der
Klage der πρῶτοι κατήγοροι. Die
Schwierigkeit, diesem Kern beizu-
kommen, legt die zweite Hälfte des
Kapitels dar. „Die Leute, die mich
vor euch anklagten, hatten eine
leichte Aufgabe; denn sie fanden
keinen Gegner — ἐρήμην sc. δίκην
12 [ ΠΛΆΤΩΝΟΣ
> 2 > [4 a \ 4 > ΄
τὲς ἀπολογουμένου οὐδενός. ὃ δὲ πάντων ἀλογώτατον,
ὅτι οὐδὲ τὰ ὀνόματα οἷόν τε αὐτῶν εἰδέναι χαὶ εἰτπεεῖν,
\ , ’ για, ὮΝ
σελὴν εἴ τις κωμῳδιοτεοιὸς τυγχάνει ὦν" ὅσοι δὲ φϑόνῳ
x - , ς - , ς κ
χαὶ διαβολῇ χρώμενοι ὑμᾶς ἀνέπειϑον, οἱ δὲ καὶ αὐτοὶ
σεεπεεισμένοι ἄλλους πείϑοντες, οὗτοι ττάντες ἀπορώτατοί
2 2 \ N 3 4 7. > > x > - >
εἰσιν" οὐδὲ γὰρ ἀναβιβάσασϑαι οἷόν τ᾿ ἐστὶν αὐτῶν ἐν-
ἘΝ NEL γκ, > DL > _ “
ταυϑοῖ οὐδ᾽ ἐλέγξαι οὐδένα, ἀλλ᾽ ἀνάγχη ἀτεχνῶς ὥσπερ
σχιαμαχεῖν ἀπολογούμενόν τε χαὶ ἐλέγχειν μηδενὸς ἄπο-
χρινομένου. ἀξιώσατε οὖν καὶ ὑμεῖς, ὥσπερ ἐγὼ λέγω,
διττούς μου τοὺς κατηγόρους γεγονέναι, ἑτέρους μὲν τοὺς
ἄρτι κατηγορήσαντας, ἑτέρους δὲ τοὺς πάλαι, οὺς ἐγὼ
’ὔ [4 » 1 - ΄ = >
λέγω, xal οἰήϑητε δεῖν πρὸς ἐχείνους τιρῶτόν μὲ ἄστο-
λογήσασϑαι᾽ χαὶ γὰρ ὑμεῖς ἐχείνων πρότερον ἠχούσατε
κατηγορούντων, χαὶ πολὺ μᾶλλον ἢ τῶνδε τῶν ὕστερον.
5 = 2 , ,’ 5 »” E. Be
εἶεν" ἀπολογητέον δή, ὦ ἄνδρες Admvaioı, καὶ ἐπιχειρη-
τέον ὑμῶν ἐξελέσϑαι τὴν διαβολήν, ἣν ὑμεῖς ἐν σπτολλῷ
χρόνῳ ἔσχετε, ταύτην ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ. βουλοίμην
χατήῆγο οὔντες 1. 6. ἀπολογουμέ-
vov οὐδενός. In der Kinderstube
und in der Schule impfte man euch
den Hafs gegen Gottesleugner ein
und identifizierte mich ungerechter
Weise mit diesen. Ich soll mich
jetzt verteidigen und stehe vor der
thörichten (ἀλογώτατον) Sachlage, -
dafs ich nicht einmal den Namen ΄
eines Anklägers nennen kann, höch-
stens einen Namen wie den des
Aristophanes oder anderer Lust-
spieldichter, die mit mir ihren Scherz
getrieben haben“. Das ist gewils
der Sinn der Worte πλὴν ‚El τίς
χωμῳδιοποιὸς τυγχάνει ὦν. Es
beweist das der Gegensatz zu dem
κωμφῳδιοποιός: die Männer, ὅσοι
φϑόνῳ. καὶ διαβολῇ χρώμενοι
ὑμᾶς ᾿ἀνέπειϑον. Den Aristopha-
nes wegen der Art, wie’er (gleich
andern Lustspieldichtern seiner Zeit)
den Sokrates in den „Wolken“ mit-
nahm, zu tadeln ist philisterhaft.
Dafs der Lustspieldichter und So-
krates nicht blofs gute Freunde wa-
ren, sondern manchen verwandten
‚klatschen lälfst.
Zug gehabt haben, beweist zur Ge-
nüge Platos Symposion. Hier
spricht Plato selbst den Dichter von
jedem φϑόνος und jeder διαβολή
frei und lehrt uns damit, dals es
in Athen erlaubt war, in tollster
Laune selbst den originellen Freund
auf die Bühne zu bringen und
öffentlich zum besten zu haben.
Und der originelle Freund verstand
das nicht falsch, wie die sehr tref-
fende Anekdote zeigt, die den So-
-krates im Zuschauerraum sein köst-
liches Ebenbild auf der Bühne be-
Wenn irgendein
Athener, so würde gewils Plato an
dieser Stelle den Dichter getadelt _
haben; statt dessen weist er ge-
radezu jeden Vorwurf zurück.
Sokrates schliefst die Darlegung
von der Schwierigkeit seiner Auf-
gabe sehr gut mit einer Wendung
zum Ethischen, berechnet, wie mir
scheint, vornehmlich auf diejenigen
seiner Zuhörer, die sein Wesen ver-
standen und eine Apologie nicht
nötig hatten: βουλοίμην μὲν οὖν
ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 13
μὲν οὖν ἂν τοῦτο οὕτω γενέσϑαι, εἴ τι ἄμεινον χαὶ ὑμῖν
xal ἐμοί, καὶ τιλέον τέ μὲ ποιῆσαι ἀπολογούμενον" οἶμαι
δὲ αὐτὸ χαλεττὸν εἶναι, xal οὐ πάνυ με λανϑᾶνει οἷόν
ἐστιν. ὅμως τοῦτο μὲν ἴτω ὅπῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ
γόμῳ τιξιστέον καὶ ἀπτολογητέον.
8. ἀναλάβωμεν οὖν ἐξ ἀρχῆς, τίς ἡ κατηγορία
ἐστίν, ἐξ ἧς ἡ ἐμὴ διαβολὴ γέγονεν, ἡ δὴ καὶ πιστεύων
Ἰπέλητός με ἐγράψατο τὴν γραφὴν ταύτην. εἶεν" τί δὴ
λέγοντες διέβαλλον οἱ διαβάλλοντες; ὥσττερ οὖν κατηγό-
ρων τὴν ἀντωμοσίαν δεῖ ἀναγνῶναι αὐτῶν" Σωχράτης
ἀδιχεῖ xal περιεργάζεται ζητῶν τά τε ὑπὸ γῆς χαὶ τὰ
ἐπουράνια, καὶ τὸν ἥττω λόγον χρείττω ποιῶν, καὶ ἄλ-
λους ταὐτὰ ταῦτα διδάσχων. τοιαύτη τίς ἐστι ταῦτα γὰρ
ἑωρᾶτε καὶ αὐτοὶ ἐν τῇ ᾿α“ριστοφάνους κωμῳδίᾳ, Σω-
χράτη τινὰ ἐχεῖ ττεριφερόμενον, φάσχοντά τε ἀεροβατεῖν
— ἀπολογούμενον und τοῦτο ἴτω
πῃ τῷ ϑεῷ φίλον, τῷ δὲ νόμῳ
πειστέον χαὶ ἀπολογητέον.
Kap. 3. Sokrates giebt den Vor-
würfen, welche ihm die grofse
Menge macht, die zweite Anklage-
form, die Form, unter welcher ei-
gentlich seine Ankläger hätten vor-
gehen müssen, wenn sie sich einzig
auf das Gerede über ihn hätten
stützen wollen. SENT
Kapitel (οὺς ἐγὼ μᾶλλον φοβοῦ-
μαι ἢ τοὺς ἀμφὲ Ανυτον), behält
er dabei immer seine jetzigen An-
kläger im Auge, wirft hier dem
Meletos geschickt in einem Neben-
satze, wie in einer beiläufigen Be-
merkung, Unehrlichkeit, das zı-
στεύειν τῇ διαβολῇ vor. Die An-
klageformel steht der offiziellen
Formulierung der Anklage des Me-
letos eigentümlich gegenüber; sie
ist ungleich milder als diese, und
ein τίμημα ϑάνατος würde als
Schlufs lächerlich klingen. Das ἀδι-
χεῖ der Anklage des Meletos ist hier
erklärt durch das χαὲ περιεργάζε-
ται „und zwar treibt er unnütze
Dinge“; von einer ἀσέβεια, wie sie
das οὗς ἡ πόλις νομίζει ϑεοὺς οὐ
Wie im vorigen -
νομίζων, ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό-
για εἰσηγούμενος so scharf betont,
ist hier keine Rede; ein διαφϑεί-
ρειν τοὺς νέους wird schwach an-
gedeutet. Die ἀντωμοσία des Me-
letos und seiner Genossen stützt
sich, wie der Redner sagt, auf diese,
fast unschuldige διαβολή ἃ. h. sie
zieht aus ihr ganz und gar unbe-
rechtigte Folgerungen, aus dem ζη-
τεῖν τά TE ὑπὸ τῆς γῆς χαὶ τὰ
υπουρανιὰ und dem τὸν ἥττω
λόγον χρείττω ποιεῖν die Folge-
rung der Gottesleugnung und aus
dem διδάσχειν ταῦτα die des staats-
gefährlichen Einflusses auf die Ju-
gend. Während also die eigentliche
διαβολή den Sokrates nur zu einem
περιεργαζόμενος oder περιφερό-
μενος, zu einem Tagedieb und Her-
umtreiber macht, versteigen sich
Meletos und Genossen bis zum Got-
tesleugner und Jugendverderber.
Und doch sind es nichts als pAve-
olcı, die man mir vorwirft, fährt
den Redner fort, Narrenspossen,
wie mein Freund Aristophanes sie
richtig gezeichnet hat, wenn er
mich sagen läfst: ἀεροβατῶ „ich
wandele auf Wolken“. Mit bitte-
14 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
χαὶ ἄλλην πολλὴν φλυαρίαν φλυαροῦντα, ὧν ἐγὼ οὐδὲν
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν πέρε ἐτεαΐω. καὶ οὐχ ὡς ἀτιμά-
ζων λέγω τὴν τοιαύτην ἐπιστήμην, εἴ τις περὶ τῶν τοιού-
των σοφός ἐστι μή zcwg ἐγὼ ὑπὸ Meintov τοσαύτας
δίκας φύγοιμι" ἀλλὰ γὰρ ἐμοὶ τούτων, ὦ ἄνδρες Asn-
γαῖοι, οὐδὲν μέτεστι. μάρτυρας δ᾽ αὐτοὺς ὑμῶν τοὺς
σεολλοὺς παρέχομαι, καὶ ἀξιῶ ὑμᾶς ἀλλήλους διδάσκειν
τε χαὶ φράζειν, ὅσοι ἐμοῦ πώποτε ἀχηκόατε διαλεγομέ-
γου" πολλοὶ δὲ ὑμῶν οἱ τοιοῦτοί εἰσι φράζετε οὖν ἀλλή-
λοις, εἰ πώποτε ἢ σμιχρὸν ἢ μέγα ἤχουσέ τις ὑμῶν ἐμοῦ
σεερὶ τῶν τοιούτων διαλεγομένου" χαὶ ἐχ τούτου γνώσεσϑε
ὅτι τοιαῦτ᾽ ἐστὶ καὶ τἄλλα περὶ ἐμοῦ ἃ οἱ πολλοὶ λέ-
γουσιν. |
4. ᾿Αλλὰ γὰρ οὔτε τούτων οὐδέν ἔστιν, οὐδέ γ᾽ εἴ
τινος ἀχηχόατε ὡς ἐγὼ παιδεύειν ἐπιχειρῶ ἀνθρώπους '
χαὶ χρήματα πράττομαι, οὐδὲ τοῦτο ἀληϑές. ἐπεὶ χαὶ
τοῦτό γέ μοι δοχεῖ χαλὸν εἶναι, εἴ τις οἷός τ᾽ εἴη παι-
δεύειν ἀνθρώπους ὥσπερ Γοργίας τε ὃ Asovrivog χαὶ
Πρόδιχος ὃ Κεῖος χαὶ Ἱππίας ὃ Ἠλεῖος. τούτων γὰρ ἕχα-
rem Hohn erklärt er dann: Freilich
muls es eine schöne Wissenschaft
sein, dies Luftwandeln:: möchte nur
Meletos nicht auf diese φλυαρία
eine so gewaltige Anklage auf- -
bauen (un τοσαύτας δίχας φύ-
yoıuı)! denn ich verstehe ja leider
von der Kunst nichts! Diesem Hohn
folgt dann eine captatio des Billig-
keitsgefühls, der Ehrlichkeit der
Geschworenen: „eurer sind so viele,
die mich kennen, so viele, die mich
oft haben reden hören: hat jemals
einer gehört, dafs ich von τὰ ὑπὸ
γῆς oder τὰ ὑπουράνια gesprochen,
dafs ich mich gerühmt, mit meiner
Dialektik der schwächeren Sache
zum Siege verhelfen zu können
oder gar imstande zu sein, andere
dies zu lehren? Ist das aber nicht
der Fall, dann gebraucht euren Ver-
stand bei der Beurteilung alles an-
dern, was man von mir redet.
Kap. 4. Der Gedanke ist: die
Kunst, die Jugend zu belehren, und
damit Geld zu verdienen, ist, wenn
. sie nicht mit Schwindelei verknüpft
ist, gar nicht zu tadeln; ich aber
habe mich nie darin versucht, son-
dern mich trifft hier in ganz un-
gerechtfertigter Weise ein Vorwurf,
den man anderen Männern machen
mufs. Diese andern freilich,- ein
Gorgias und Prodikos und Hippias
haben ihr Geschäft hier in toller
Weise betrieben: gegen sie ist aber
ein Ankläger nicht aufgetreten. Die-
ser letzte Gedanke, welcher ein
Vorwurf gegen die Ankläger des
Sokrates ist, wird lustig ein- und
lustig. durchgeführt. Er führt ihn
scherzend ein damit, dafs er das
οἷός τε aus el τις οἷος τε εἴη —
man beachte den Optativ — mit dem
Indikativ zu dem folgenden ἕχα-
στος wiederholt und dadurch, dafs
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 1ὅ
στος, ὦ ἄνδρες, οἷός τ᾽ ἐστὶν ἰὼν εἰς ἑχάστην τῶν τιό-
λεων τοὺς νέους, οἷς ἔξεστι τῶν ἑαυτῶν ᾽τολιτῶν τιροῖχα
ξυγεῖναι ᾧ ἂν βούλωνται, τούτους τιεέ --- ϑουσι τὰς ἐχεί-
γων ξυνουσίας ἀτιολιτεόντας σφίσι ξυνεῖναι χρήματα δι-
δόντας καὶ χάριν τεροσειδέναι. ἐτιεὶ καὶ ἄλλος ἀνήρ ἔστι
Πάριος ἐνθάδε σοφός, ὃν ἐγὼ ἠσθϑόμην ἐπιδημοῦντα"
ἔτυχον γὰρ τιροσελϑὼν ἀνδρὶ ὃς τετέλεχε χρήματα σο-
φισταῖς τιλείω 7 ξύμτεαντες oi ἄλλοι, Καλλίᾳ τῷ Leno-
γέκου" τοῦτον οὖν ἀνηρόμην - ἐστὸν γὰρ αὐτῷ δύο vide
— ὦ Καλλία, ἦν δ᾽ ἐγώ, εἰ μέν σου τὼ υἱέε Wim ἢ
μόσχω ἐγενέσθην, εἴχομεν ἂν αὐτοῖν ἐτιιστάτην λαβεῖν
χαὶ μισϑώσασϑαι, ὃς ἔμελλεν αὐτὰ χαλώ τε χἀγαϑὼ
ποιήσειν τὴν τιροσήχουσαν ἀρετήν" ἣν δ᾽ ἂν οὗτος ἢ
τῶν ἱχετεικῶν τις ἢ τῶν γεωργιχῶν᾽ νῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἂν-
ϑρώτσιω ἐστόν, τίνα αὐτοῖν ἐν νῷ ἔχεις ἐπιστάτην λα-
βεῖν; τίς τῆς τοιαύτης ἀρετῆς, τῆς ἀνϑρωπίνης τὲ καὶ
er mit dem πείϑουσι spielt. Der
Zuhörer erwartet nach ᾧ ἂν Bov-
λωνται die Worte: τούτους σαι-
δεύων χρήματα 1 πράττεσϑαι; 50-
krates beginnt auch: τούτους πει---
(im Klange = nze«ı), macht dann
aber eine” kleine Pause, wie ich sie
durch die Trennung der Silben in
πεί — ϑουσι anzudeuten versucht
habe, und giebt nun statt des παι-
δεύειν das schnöde πείϑειν mit
seinem Objekt ξυνεῖναι, das ehren-
werte παιδεύειν geradezu um-
gehend und mit dem χάριν προ-
σειδέναι seinen Ausspruch satirisch
abschlielsend. Er führt den Gedan-
ken mit gröfster Komik durch in
dem Beispiel, das er giebt, in der
Erzählung von Kallias. Ein ver-
steckter Vorwurf gegen Anytos und
Genossen liegt in der Nennung ge-
rade dieses Namens. Kallias war
der vornehmste Beschützer der
Hauptvertreter der Sophistik. Bei
ihm kehrten, wie wir aus Platos
Protagoras erfahren, diese Männer
ein, fanden bei ihm gastliche Auf-
nahme und Gesinnungsgenossen,
Dafür plünderten sie, wie es heilfst,
den reichen Mäcen so aus, dals er
als armer Mann gestorben ist.
Wollte man also der Sophistik bei-
kommen, so hätte man vielmehr
einen Kallias als einen Sokrates an-
greifen müssen. Die Komik liegt
einmal in der Derbheit der Frage,
‚welche er dem Patron der Sophi-
sten vorgelegt haben will: ω Καλ-
λέα, εἰ μέν σου τὼ ὑεέε πώλω ἢ
μόσχω ἐγενέσϑην κ. τ. &., ἴῃ dieser
höchst spafshaften Annahme, die ja,
auf Kallias gemünzt, auch lauten
könnte: wenn du ein Rols oder
ein Öchse wärest — ; sie liegt ferner
in den Worten γῦν δ᾽ ἐπειδὴ ἀν-
ϑρώπω ἐστόν, welche nach dem
ersten Teile der Frage, dem εἰ μέν
σου τὼ ὑιέε κ. τ. δ. wie ein Aus-
druck des Bedauerns klingen: „jetzt
aber, da sie — leider — Menschen
sind u. s. w.; sie liegt ferner in
der satirischen Frage τίς τῆς ἀρε-
τῆς τῆς ἀνθρωπίνης TE καὶ πολι-
τικῆς (die Tugend, welche den
Menschen als Einzelwesen und als
Mitglied einer Gemeinde ziert, also
10 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ
πολιτεχῆς, ἐτειστήμων ἐστίν; οἶμαι γάρ σε ἐσχέφϑαι διὰ
τὴν τῶν υἱέων κτῆσιν. ἔστι τις, ἔφην ἐγώ, ἢ οὔ; Πάνυ
γε, ἦ δ᾽ ὅς. Τίς, ἦν δ᾽ ἐγώ, καὶ ποδαπός; καὶ τόσου
διδάσχει; Εὐηνός, ἔφη, ὦ Σώχρατες, Πάριος, πέντε μνῶν"
χαὶ ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα, εἰ ὡς ἀληϑῶς ἔχει ταύ-
τὴν τὴν τέχνην χαὶ οὕτως ἐμμελῶς διδάσκει. ἔγωγ᾽ οὖν
χαὶ αὐτὸς ἐχαλλυνόμην τὲ καὶ ἡβρυνόμην ἄν, εἰ ἠτειστά-
μὴν ταῦτα᾽ ἀλλ᾽ οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὦ ἄνδρες ᾿49η-
γαῖοι. |
5. Ὑπολάβοι ἂν οὖν τις ὑμῶν ἴσως" ἀλλ᾽, ὦ Σώ-
χρατες, τὸ σὸν τί ἔστι πρᾶγμα; πόϑεν αἱ διαβολαί σοι
αὗται γεγόνασιν; οὐ γὰρ δήπου σοῦ γε οὐδὲν τῶν ἄλ-
λων πεεριττότερον πραγματευομένου ἔπειτα τοσαύτη φήμη
τε χαὶ λόγος γέγονεν, εἰ μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἢ oi
γτολλοί" λέγε οὖν ἡμῖν, τί ἐστιν, ἵνα μὴ ἡμεῖς περὶ σοῦ
αὐτοσχεδιάζωμεν. ταυτί μοι δοκεῖ δίκαια λέγειν ὃ λέγων,
χἀγὼ ὑμῖν πειράσομαι ἀποδεῖξαι, τί ποτ᾽ ἔστι τοῦτο ὃ
ἐμοὶ ττεττοέηχε τό τε ὄνομα καὶ τὴν διαβολήν. ἀκούετε δή.
der Inbegriff, der Ausbund. aller
Tugend) “ἐπιστήμων ἐστίν; auf
welche jedermann antworten mufs:
einen solchen Lehrer giebt es nicht;
sie liegt weiter in dem schnöden
Zusatze zu τίς, dem ποδαπός,
πόσου διδάσχει und in der korrek-
ten Antwort des Thoren Kallias:
Evnvos, ein ziemlich obskurer So-
phist, Πάριος, ein Mann, der von
der kleinen Insel Paros nach dem.
ruhmreichen Athen kommt, πέντε
uvov, und der das höchste, das
ein Mensch geben kann, die Lehre
von der ἀνϑρωτπίνη zei πολιτιχὴ
ἀρεξή ; für hundert Thaler feilbietet!
Wie lachend klingt danach das: zei
ἐγὼ τὸν Εὐηνὸν ἐμαχάρισα und
wie komisch schmerzlich die be-
dauernden, die mit komischem
Ernst gesprochenen _ Worte: ἀλλ᾽
οὐ γὰρ ἐπίσταμαι, ὦ ἄνδρες Ἀϑη-
γαῖοι. Das ist allerdings keine
Schulrhetorik, aber man darf be-
haupten: selbst Demosthenes hat es
zul.
nicht besser verstanden, eine an
sich eigentlich einfache Erzählung
so trefflich auszunutzen.
Kap. 5. Sokrates erkennt den
Haupteinwurf, welchen man gegen
‚seine bisherige Auseinandersetzung
machen kann, an, den Einwurf:
worin liegt dann aber der Grund zu
deiner Gehässigkeit? Er giebt ihn
in der Form der dringenden Frage
d. h. durch zwei Fragen und der
ebenso eindringlichen Begrün-
dung, die sich ebenfalls wiederholt:
σοῦ οὐδὲν τῶν ἄλλων περιττό-
τερον “πραγματευομένου, und εἶ
μή τι ἔπραττες ἀλλοῖον ἢ n οἱ πολ:
λοί. Man hat deshalb mit Unrecht
die letzteren Worte eingeklammert.
Er schlie(st dem Einwurfe nicht so-
fort die Widerlegung an, sondern
läfst dem Zuhörer zunächst Zeit,
demselben nachzudenken, wenn er
sagt, er wolle die Entstehung sei-
nes Beinamens (ὃ σοφός) und sei-
nes Rufes. erklären, und er spannt
ἈΠΟΛΟΓΙΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 17
καὶ ἴσως μὲν δόξω τισὶν ὑμῶν παίζειν, εὖ μέντοι ἴστε,
πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐρῶ. ἐγὼ γάρ, ὦ ἄνδρες ϑη-
- > > \ 2 2 ὃν \ , x - WEL,
vaioı, δι᾿ οὐδὲν ἀλλ᾽ ἢ διὰ σοφίαν τινὰ τοῦτο τὸ Ovoua
ἔσχηχα. ποίαν δὴ σοφίαν ταύτην; ἥπερ ἔστιν ἴσως av-
ϑρωπίνη σοφία. τῷ ὄντι γὰρ κινδυνεύω ταύτην εἶναι
͵ ’ a ἢ x
σοφός" οὗτοι δὲ τάχ᾽ ἂν, οὺς ἄρτι ἔλεγον, μείζω τινὰ
ἢ κατ᾿ ἄνϑρωπον σοφίαν σοφοὶ εἶεν, ἢ οὐκ ἔχω τέ λέγω"
> \ 2 ἜΝ τ 3 ’ı.@ is ‚
οὐ γὰρ δὴ ἔγωγε αὐτὴν ἐπίσταμαι, ἀλλ᾽ ὅστις φησὶ ψεύ-
derai τε καὶ ἐπὶ διαβολῇ τῇ ἐμῇ λέγει. καί μοι, ὠ ἄν-
does ᾿Αϑηναῖοι, μὴ ϑορυβήσητε, und’ ξὰν δίξω τι ὑμῖν
μέγα λέγειν. οὐ γὰρ ἐμὸν ἐρῶ τὸν λόγον, ὃν ἂν λέγω,
ἀλλ᾽ εἰς ἀξιόχρεων ὑμῖν τὸν λέγοντα ἀνοίσω. τῆς γὰρ
ἐμῆς, εἰ δή τίς ἐστι σοφία καὶ οἵα, μάρτυρα ὑμῖν πιαρέ-
ξομαι τὸν ϑεὸν τὸν ἐν Δελφοῖς. Χαιρεφῶντα γὰρ ἴστε
που. οὗτος ἐμός τε ἑταῖρος ἣν Ex νέου, καὶ ὑμῶν τῷ
ihre Aufmerksamkeit mit den Wor-
ten: χαὲ ἔσως δόξω τισὶν ὑμῶν
παίζειν. Er giebt dann die Ant-
wort auf die obigen Fragen in der
That in der Form eines Scherzes,
also in einer überraschenden Form:
ἔσχηχα τὸ ὄνομα τοῦ σοφοῦ διὰ
σοφίαν τινά, und steigert die Über-
raschung durch ein scheinbar prah-
lendes Beiwort, welches er seiner .
σοφία mit satirischem Rückblick
auf die im vorigen Kapitel erwähnte
ἀνϑρωπίνη ἀρετή giebt. Dort hatte
er zweifelnd gefragt: τίς τῆς τοι-
αὐτης ἀρετῆς ἐπιστήμων ἐστίν,
hier nennt er sich den ἐπιστήμων:
meine Weisheit ist wirklich (daher
ἔστιν zu accentuieren) eine ἀν-
ϑρωπίνη σοφία. Wer nun den So-
krates nicht genauer kennt, wohl
aber das prahlende Wesen eines der
Sophisten, der wird natürlich jetzt
sich auf ein bombastisches Selbst-
lob des Redners gefalst machen.
Statt dessen folgt das Gegenteil:
Sokrates setzt sich in scharfen Ge-
gensatz zu den Sophisten, mit denen
man ihn in eine Kategorie stellt
und nennt deren Weisheit gegen-
Plato, Apologie. Krito.
über der seinigen eine übermensch-
liche, μείζω ἢ zart’ ἀνϑρωπον.
Was ist denn nun aber die Wahr-
heit? Woher hat Sokrates den Bei-
namen σοφός bekommen? Der be-
kannte Spruch des delphischen Ora-
kels: σοφὸς Σοφοχλῆς, σοφώτε-
ρος Εὐριπίδης, ἀνδρῶν δ᾽ anav-
των Σωχράτης σοφώτατος trägt
offenbar die Schuld an diesem Bei-
namen. Hätte er dies schlicht zu-
gestanden und auf den delphischen
Gott sich berufen, wie wenig wirk-
sam würde das gewesen sein, und
wie ganz anders macht sich jetzt
die Erzählung vom Chärephon, nach-
dem die Auseinandersetzung von
der hausbacknen, von der durchaus
nicht wunderbaren, sondern dem
Menschen als solchem zukommen-
den Weisheit vorangegangen ist!
So schwächt ein weiser Redner ein
Zugeständnis, das er nicht umgehen
kann, ab, nimmt ihm von vorn-
herein das Verletzende. Auch die
Erzählung selbst hat noch manch
abschwächendes Moment. Sie trägt
die Form der schlichtesten Darstel-
lung, sie ist schmucklos; sie nennt
2
18 IAATQNOE
σπλήϑει ἑταῖρός τε καὶ ξυνέφυγε τὴν φυγὴν ταύτην καὶ
us? ὑμῶν χατῆλϑε. καὶ ἴστε δὴ οἷος ἣν Χαιρεφῶν, ὡς
σφοδρὸς ἐφ᾽ ὅ τι ὁρμήσειε. χαὶ δή ποτε καὶ εἰς “΄ελ-
φοὺς ἐλθὼν ἐτόλμησε τοῦτο μαντεύσασθαι" χαί, ὅπερ
λέγω, μὴ ϑορυβεῖτε, ὦ ἄνδρες" ἤρετο γὰρ δή, εἴ τις
ἐμοῦ εἴη σοφώτερος. ἀνεῖλεν οὖν ἡ Πυϑία μηδένα σοφώ-
τερον εἶναι. χαὶ τούτων πέρι ὃ ἀδελφὸς ὑμῖν αὐτοῦ οὗ-
τοσὶ μαρτυρήσει, ἐπειδὴ ἐκεῖνος τετελεύτηκεν.
6. Σχέψασϑε δὲ ὧν ἕνεκα ταῦτα λέγω" μέλλω γὰρ
ὑμᾶς διδάξειν, ὅϑεν μοι ἡ διαβολὴ γέγονε. ταῦτα γὰρ
ἐγὼ ἀκούσας ἐνεϑυμούμην οὑτωσί" τί score λέγει ὃ ϑεός,
χαὶ τέ ποτε αἰνίττεται; ἐγὼ γὰρ δὴ οὔτε μέγα οὔτε σμι-
χρὸν ξύνοιδα ἐμαυτῷ σοφὸς ὧν" τί οὖν ποτὲ λέγει φά-
σχων ἐμὲ σοφώτατον εἶναι; οὐ γὰρ δήπου ψεύδεταέ γε"
οὐ γὰρ ϑέμις αὐτῷ. „al πολὺν μὲν χρόνον ἠτεόρουν, τέ
den Chärephon einen übereifrigen
Menschen — ὡς σφοδρὸς ἐφ
ὅτι δρμήσειε —; sie nennt die
Frage an die Py thia eine Kühnheit,
ein Wagnis: ἐτόλμησε τοῦτο
μαντεύσασϑαι; sie sucht, ehe sie
die an die Pythia gestellte Frage
mitteilt, die Gemüter der Geschwo-
renen durch ein un ϑορυβεῖτε, ὦ
ἄνδρες, τὰ beschwichtigen; 516 giebt
endlich die Antwort des Orakels °
nicht so, wie sie gelautet hat, 'son-
dern in einer weit milderen Fassung.
Kap. 6. Nachdem er die Ent-
stehung seines Beinamens so er-
klärt hat, geht er dazu über zu
zeigen, ὅϑεν ἡ διαβολὴ γέγονεν,
schwächt aber auch bei dieser Ge-
legenheit in gescheitester Weise das
Gehässige seines Beinamens ab. Ja,
das letztere zu erreichen, ist ihm
wohl Hauptsache. Wie klug ist es
nun, dem Begriffe σοφός die ob-
jektive Giltigkeit zu nehmen und
ihm nur relative Bedeutung zuzu-
messen! Diese Klugheit ist dazu
angethan, nicht nur dem Neide, der
Scheelsucht die Grundlage fortzu-
ziehen, sondern das Ubelwollen in
Wohlwollen zu verwandeln. Ich
- ohne Schuld gekommen ist.
kenne bei keinem Redner eine so
klassisch kluge Stelle, ‚wie die
Worte κινδυνεύει μὲν͵ “γὰρ ἡμῶν
οὐδέτερος — ὥσπε πεν οὖν οὐχ οἶδα,
οὐδὲ οἴομαι. welche tiefe
Wahrheit eh sich dabei hin-
ter dieser geradezu komischen Wen-
dung! Erinnert sie nicht jeden un-
willkürlich an das Wort des Apo-
stels: Unser Wissen ist Stückwerk
und unser Weissagen ist Stück-
werk!? Wie kunstvoll aber geht
er wieder seinem Ziele entgegen!
Er hat im vorigen Kapitel gezeigt,
wie er zu seinem: Beinamen: ganz
Damit
hat er aber die Mifsgunst der Leute
‚nicht überwunden; es kann ihren
Neid vielmehr erhöhen, dafs die
Weisheit des delphischen Gottes -
den Namen gegeben hat. Da stellt
er sich nun, als hätte des Gottes
Spruch ihn in Verlegenheit gesetzt;
statt sich durch ihn gehoben zu
fühlen, sagt er bescheiden: Ich bin
nicht weise; dennoch sagt es der
Gott in Delphi; lügen kann der
nicht: wie rette ich mich aus die-
sem Irrgange? Hal πολὺν μὲν
χρόνον ἡπόρουν, τί ποτε λέγει
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 19
ποτε λέγει, ἔπειτα μόγις scavv Ent ζήτησιν αὐτοῦ τοιαύ-
τὴν τινὰ ἐτραπόμην. ηλϑὸον ἐπί τινα τῶν δοκούντων σο-
- 5 ς » -ν
φῶν εἶναι, ag ἐνταῦϑα, εἴ πέρ που, ἐλέγξων τὸ μαντεῖον
χαὶ ἀποφανῶν τῷ χρησμῷ ὅτι οὑτοσὶ ἐμοῦ σοφώτερός
ἐστι, σὺ δ᾽ ἐμὲ ἔφησϑα. διασκοττῶν οὖν τοῦτον — ὃνό-
ματι γὰρ οὐδὲν δέομαι λέγειν, nv δέ τις τῶν πολιτιχῶν,
\ a | - ER ; 2} ε΄. 2
χερὸς ὃν ἐγὼ σχοπῶν τοιοῦτον τι ἔπταϑον, ὦ ἄνδρες AIN-
ἂς ’ - ’ €
valoı — καὶ διαλεγόμενος αὐτῷ, ἔδοξέ μοι οὗτος ὃ ἀνὴρ
δοκεῖν μὲν εἶναι σοφὸς ἄλλοις τε πολλοῖς ἀνϑρώποις
χαὶ μάλιστα ἑαυτῷ, εἶναι δ᾽ οὔ χἄπειτα ἐτπεειρώμην
αὐτῷ δεικνύναι, ὅτι οἴοιτο μὲν εἶναι σοφός, εἴη δ᾽ οὔ.
ἐντεῦϑεν οὖν τούτῳ τε ἀπηχϑόμην καὶ πολλοῖς τῶν παρ-
ὄντων, πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν ἀπιὼν ἐλογιζόμην ὅτι τού-
του μὲν τοῦ ἀνθρώπου ἐγὼ σοφώτερός εἰμι" κινδυνεύει
x ΕΝ ς - > ’, I N... \ > Ἁ 2 4
μὲν γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος οὐδὲν καλὸν χἀγαϑὸν εἰδέναι,
> 2 Φ' \ ΡῚ 2 2 ᾽, 2 > [4 > \ 4
ἀλλ᾽ οὗτος μὲν olerai τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ,
ὥσττερ οὺὐν οὐχ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι" ἔοικα γοῦν τούτου γε
σμικρῷ τινι αὐτῷ τούτῳ σοφώτερος εἶναι, ὅτι ἃ μὴ οἶδα
) οι » 25) > - ΠΣ 3 3 ἢ ,
οὐδὲ οἴομαι εἰδέναι. ἐντεῦϑεν ἐπ᾽ ἄλλον na τῶν Exeivov
δοκούντων σοφωτέρων εἶναι, καί μοι ταὐτὰ ταῦτα ἔδοξε"
75) -" I , VD ps I 7
χαὶ ἐνταῦϑα χἀχείνῳ χαὶ ἄλλοις πολλοῖς ἀπηχϑόμην.
4. Μετὰ ταῦτ᾽ ovv ἤδη ἐφεξῆς na, αἰσϑανόμενος
μὲν — χαὶ λυπούμενος χαὶ δεδιὼς --- ὅτε ἀπηχϑανόμην,
di. „der Spruch des Gottes hat
mir lange Zeit Kopfzerbrechen ge-
macht“, Dann hilft er sich mit
einem Entschlusse von jugendlicher
Frische: „Ich werde weisere Män-
ner als ich bin, aufsuchen und dann
den Gott fragen: warum nennst du
mich weiser als den und jenen?“
Und nun besucht er einen πολιτι-
χός, einen Mann, der anderen für
weise gilt und sich selbst am mei-
sten, ἃ. 1. einen jener Männer, die
es sich, wie seine Ankläger, zur
Lebensaufgabe gemacht haben, den
Staat zu retten. Und was findet
er? Das überraschendste Resultat,
das man sich denken kann: sie sind
beide unwissende Gesellen, aber der
eine ist wenigstens nicht so thö-
richt, sich für klug zu halten. Zu
dieser Erkenntnis läfst er sich auch
nicht plötzlich kommen, sondern:
πρὸς ἐμαυτὸν δ᾽ οὖν anımv ἐλο-
γιζόμην „ich ging also nach Hause
und kalkulierte“ oder, wie wir sagen
würden: „und zog die Moral“ u.s.w.;
denn auch das Wort λογίζεσϑαε
ist ironisch gebraucht worden.
Kap. 7. Die Partieipia za? Av-
πούμενος χαὶ δεδιώς im Anfange
des Kapitels vertreten die Stelle
eines eingeschalteten Satzes: „ich
merkte zu meiner Betrübnis, wie
zu meiner Besorgnis, dafs ich in
ΔῈ
20 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
ὅμως δὲ ἀναγχαῖον ἐδόχει εἶναι τὸ τοῦ ϑεοῦ πεερὶ τελεί-
στου ποιεῖσϑαι" ἰτέον οὖν σχοτιοῦντε τὸν χρησμόν, τί
λέγει, ἐπὶ ἅπαντας τούς τι δοχοῦντας εἰδέναι. καὶ νὴ
τὸν χύνα, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι᾽ δεῖ γὰρ πρὸς ὑμᾶς taln-
ϑῆ λέγειν" ἡ μὴν ἐγὼ ἔπαϑόν τι τοιοῦτον" οἱ μὲν ud-
λιστα εὐδοκιμοῦντες ἔδοξάν μοι ὀλίγου δεῖν τοῦ πλεί-
στου ἐνδεεῖς εἶναι ζητοῦντι χατὰ τὸν ϑεόν, ἄλλοι δὲ
δοχοῦντες φαυλότεροι ἐπιειχέστεροι εἶναι ἄνδρες πρὸς
τὸ φρονίμως ἔχειν. δεῖ δὴ ὑμῖν τὴν ἐμὴν πλάνην ἐπι-
δεῖξαι ὥσττερ πόνους τινὰς πονοῦντος, ἵνα μοι χαὶ ἂν-
ελεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο. μετὰ γὰρ τοὺς πολιτιχοὺς
na ἐπὶ τοὺς ποιητὰς τούς τε τῶν τραγῳδιῶν καὶ τοὺς
Gehässigkeit geriet“; die Worte ὅτι
ἀπηχϑανόμην sind also Objekt zu
αἰσϑανόμενος. Es liegt wohl zu
tage, dals die Ankläger in ihren
Reden den Sokrates als einen mit
Recht in der ganzen Stadt gehalsten
Bürger charakterisiert oder zu zeich-
nen versucht hatten. Ein weniger
geschickter Anwalt, als Sokrates
und Plato, würde sich da leicht
haben verleiten lassen, die ἀπέ-
χϑεια überhaupt zu leugnen, und
auch für Sokrates hätte eine solche
Zurückweisung gar nicht so- fern
gelegen; denn er konnte ja auch
“Das
sich vieler Freunde rühmen.
absolute Leugnen der Berechtigung
der Klage ist aber nicht immer die
beste Art der Verteidigung. So-
krates weist deswegen nicht die
Gehässigkeit zurück, sondern ent-
zieht ihr nur die vernünftige Be-
gründung. Er gesteht selbst zu,
dafs er nicht blind in den Hafs
hineingerannt, dals er vielmehr mit
offenem Auge und selbst mit Be-
trübnis ihm entgegen gegangen sei.
Das giebt dem Zwange, der ihn sei-
ner Darstellung nach zu seiner Le-
bensweise nötigte = ἀναγκαῖον
ἐδόχει εἶναι, ἰτέον οὐν σχοποῦντι
τὸν χρησμόν -- ein ganz anderes
Aussehen ; das bedeutet: „ich stellte
des Gottes Befehl höher, als alle
Unbill, die mir von Menschen wi-
derfahren konnte“.
‚Zu der Schwurformel νὴ τὸν
χύνα bemerkt Cron: „Dieser Be-
teuerungsform bedient sich Sokra-
krates mit Vorliebe. Die Uberlie-
ferung giebt ihm hierin den Rha-
damanthys zum Vorgänger, der zu-
erst οὐχ εἴα ὅρκους ποιεῖσϑαι
χατὰ ϑεῶν, ἀλλ᾽ ὀμνύναι χῆνα
χαὶ κύνα καὶ κριὸν καὶ τὰ ὅμοια,
und zwar ὑπὲρ τοῦ um τοὺς ϑεοὺς
ἐπὶ πᾶσιν ὀνομάζειν. δυϊά.“ Mir er-
scheint diese Erklärung zu gesucht:
ich möchte den Schwur mit dem
deutschen: dafs dich das Mäuslein
beilse! zusammenstellen und vielen
anderen Versicherungsformeln des
Altertums und unserer Zeit, bei de-
nen niemand daran gedacht hat,
dafs er mit ihrer Hilfe dem ‘Vor-
-wurfe, den Namen Gottes zu mils-
brauchen, entgehen könne.
In den Worten ἵνα μοι καὶ ἄνε-
λεγχτὸς ἡ μαντεία γένοιτο hat
C. F. Hermann die Lesart geändert
und za» ἐλεγχτός geschrieben, weil
er, wie mir scheint, mit vollem
Recht an dem Gedanken Anstofs
nahm, Sokrates habe den delphi-
schen Spruch als unwiderleglich,
also als durchaus der Wahrheit ent-
sprechend erweisen wollen. Hatte
doch Sokrates vor kaum einer Mi-
-
AHOAOTIA ZQKPATOTE.
21
τῶν διϑυράμβων. xal τοὺς ἄλλους, ὡς ἐνταῦϑα ἐπ᾽ αὖ-
τοφώρῳ καταληψόμενος ἐμαυτὸν ἀμαϑέστερον ἐχείνων
ὄντα. ἀναλαμβάνων οὖν αὐτῶν τὰ ποιήματα, ἅ μοι
ἐδόκει μάλιστα πεπραγματεῦσϑαι αὑτοῖς, διηρώτων ἂν
αὐτοὺς τί λέγοιεν, ἵν᾽ ἅμα τι nal μανϑάνοιμι σαρ᾽ αὖ-
τῶν. αἰσχύνομαι οὖν ὑμῖν εἰπεῖν, ὠ ἄνδρες, ‚and
ὅμως δὲ Ömteov. ὡς ἔπος γὰρ εἰπεῖν ὀλίγου αὐτῶν Arav-
τες οἱ παρόντες ἂν βέλτιον ἔλεγον περὶ ὧν αὐτοί ἔτπτεττοι-
ἥκεσαν. ἔγνων οὖν καὶ περὶ τῶν ποιητῶν Evi λόγῳ τοῦτο,
ὅτι οὗ σοφίᾳ ποιοῖεν ἃ τστοιοῖεν, ἀλλὰ φύσει τινὶ χαὶ
ἐνθουσιάζοντες, ὥσπερ οἱ ϑεομάντεις καὶ οἵ χρησμῳδοί"
καὶ, γὰρ οὗτοι λέγουσι μὲν πολλὰ καὶ καλά, ἴσασι δὲ οὐ-
δὲν ὧν λέγουσι. τοιοῦτόν τί μοι ἐφάνησαν πάϑος χαὶ
οἱ ποιηταὶ χεεπονϑότες" nal ἅμα ἠσϑόμην αὐτῶν διὰ τὴν
ποίησιν οἰομένων καὶ τάλλα σοφωτάτων εἶναι ἀνϑρώ-
σων, ἃ οὐκ ἢσαν. ἀπῇα οὖν χαὶ ἐντεῦϑεν τῷ αὐτῷ οἷό-
μενος περιγεγονέναι, “ᾧπερ χαὶ τῶν πολιτικῶν.
8. Τελευτῶν οὖν ἐπὶ τοὺς χειροτέχνας Πα" ἐμαυ-
τῷ γὰρ ξυνήδειν οὐδὲν ἐπεισταμένῳ, ὡς ἔπος εἰτιεῖν, τού-
τους δέ γ᾽ ἤδειν ὅτι εὑρήσοιμι zrolla χαὶ καλὰ ἐπιστα-
μένους. χαὶ τούτου μὲν οὐκ ἐψεύσθην, ἀλλ᾽ ἠπίσταντο
ἃ ἐγὼ οὐκ ἠπιστάμην καί μου ταύτῃ σοφώτεροι ἦσαν.
nute das gerade Gegenteil gesagt:
ὡς ἐνταῦϑα ἐλέγξων τὸ μαντεῖον.
Dennoch dürfte die allgemein über-
lieferte Lesart nicht zu ändern sein:
in dem ἀν- des Wortes ἄνελεγ-
χτὸς steckt hier kein «& privati-
vum, sondern die Präposition ἀνά
und diese heifst, wie oft in Kom-
positis „wiederum, von neuem“. So
heilst auch ἀνελέγχω bei Eurip.
Ion 1470 „von neuem erforschen“.
Der Gedanke unserer Stelle ist also:
„ich mühte mich ab, um wieder
und wieder das Orakel zu über-
führen, dafs ich nicht der σοφώ-
τατος Sei.
Die hier ausgesprochene Ansicht
über die Dichter, dafs sie φύσει
τινὲ xal ἐνθουσιάζοντες, infolge
einer Naturanlage und weil ein Gott
aus ihnen rede, Dichter seien, ist
nicht etwa- ein mit Ironie ausge-
sprochener Satz. Sokrates äulsert
sich bei Plato öfter ähnlich und
giebt dem Dichter in der Rangord-
nung der Geister, welche er im
Phädrus aufstellt, eine ziemlich tiefe
Stellung.
Kap. 8. Von den Männern des
Geistes wendet er sich zu den Hand-
werkern und schont auch sie nicht,
sondern sucht auch die Gegner,
welche er unter ihnen hatte, lächer-
lich zu machen, und gerade hier
ergeht er sich mehr als vorher in
mild-ironischen Worten. Solcher
Ausdrücke sind: χαί μου ταύτῃ
σοφώτεροι ἤσαν, ein Wort, das
22 IAATQNOE
ἀλλ᾽, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ταὐτόν μοι ἔδοξαν ἔχειν ἅμάρ-
τημα, ὅπερ χαὶ οἱ ποιηταί, καὶ ol ἀγαϑοὶ δημιουργοί"
διὰ τὸ τὴν τέχνην χαλῶς ἐξεργάζεσϑαι ἕκαστος ἠξίου
καὶ τἄλλα τὰ μέγιστα σοφώτατος εἶναι, χαὶ αὐτῶν αὕτη
ἡ πλημμέλεια ἐχείνην τὴν σοφίαν ἀπέχρυτιτεν᾽ ὥστ᾽
ἐμὲ ἐμαυτὸν ἀνερωτᾶν ὑττὲρ τοῦ χρησμοῦ, πότερα δεξαί-
μην ἂν οὕτως ὥσπερ ἔχω ἔχειν, μήτε τι σοφὸς ὧν τὴν
ἐχείνων σοφία μήτε ἀμαϑὴς τὴν ἀμαϑίαν, ἢ ἀμφότερα
ἃ ἐχεῖνοι ἔχουσιν ἔχειν. ἀπεχρινάμην οὖν ἐμαυτῷ al
τῷ χρησμῷ, ὅτι μοι λυσιτελοῖ ὥστεερ ἔχω ἔχειν.
9. Er ταυτησὶ δὴ τῆς ἐξετάσεως, ὦ ἄνδρες ᾿49ϑη-
γαῖοι, πολλαὶ μὲν ἀπέχϑειαέ μοι γεγόνασι χαὶ οἷαι χαλε-
σεώταται χαὶ βαρύταται, ὥστε πολλὰς διαβολὰς ar’ αὖ-
τῶν γεγονέναι, ὄνομα δὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἶναι.
οἴονται γάρ μὲ ἑἕχάστοτε οἱ παρόντες ταῦτα αὐτὸν εἶναι
σοφόν, ἃ ἂν ἄλλον ἐξελέγξω" τὸ δὲ κινδυνεύει, ὦ ἄνδρες,
τῷ ὄντι ὃ ϑεὸς σοφὸς εἶναι, χαὶ ἐν τῷ χρησμῷ τούτῳ
er, als er von den Dichtern sprach,
verschmähte und das vom Hand-
werker gebraucht, von der Hand-
fertigkeit, schelmisch klingt, Fer-
ner das Epitheton in οἱ ἀγαϑοὶ
δημιουργοί, die Phrase ἡ πλημμέ-
λεια (eigentlich: der Milston, der-
Fehler im Gesang) τὴν σοφίαν᾽
ἀπέχκρυπτεν, sodann das «ve-
ἔγεν ὑπὲρ τοῦ χρησμοῦ d. 1. im
teresse des Orakelspruches, und
endlich das λυσιτελοῖ in den letz-
ten Worten.
Kap. 9. Die Worte des ὄνομα
ὁὲ τοῦτο λέγεσϑαι, σοφὸς εἰναι
sind in der lockeren Weise der Um-
gangssprache in die Konstruktion
des ὥστε πολλὰς διαβολὰς ἀπ᾿
αὐτῶν γενέσϑαι hineingezogen.
Streng logisch hätte Sokrates nicht
λέγεσϑαι, sondern ἐλέγετο oder
λέγεται sagen müssen, das Verbum
in Verbindung mit ἐκ ταυτησὶ τῆς
ἐξετάσεως bringen müssen. Denn
der Beiname ist nach des Redners
Darstellung, nach der folgenden
Begründung οἴονται γάρ με χ.τ. ἕ.
nicht infolge der ἀπέχϑειαι, wie
die διαβολαί, entstanden, sondern
er ist eine Folge seiner ἐξετάσεις:
wenn er einem anderen nachwies,
er verstehe nicht, was er zu ver-
stehen wähne (ἃ - ἂν ἄλλον ἐξε-
λέγξωγ), dann glaubten die Anwe-
senden, er sei ein σοφός in diesem
Punkte.
Zu den kunstreichsten Wendun-
gen der Rede gehört die Erklärung
der Wahrheit des Orakelspruches.
. Sie kommt überraschend; „man er-
wartet nach den Worten ἃ ἄν ab
λον ἐξελέγξω etwa: ἀλλ᾽ ἔγωγε
οὐχ εἰμι ταῦτα σοφός. Sein Ge-
dankengang ist: ἀλλ᾽ οὐχ ἔγωγε
σοφός εἰμι, ἀλλὰ ὃ ϑεὸς μόνος.
Er giebt den letzten Satz ohne das
vermittelnde οὐχ ἔγωγε und zwar
giebt er ihn zögernd: τὸ δὲ χιν-
δυνεύει, ὦ ἄνδρες, τῷ ὄντι —
Worte, die man sich langsam ge-
sprochen denken mufs, die, weil
man sich bei ihnen nichts denken
y ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 23
ς 3
τοῦτο λέγειν, ὅτι. ἡ ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλίγου τινὸς ἀξία
ἐστὶ xal οὐδενός" χαὶ φαίνεται τοῦτ᾽ οὐ λέγειν τὸν
Σωχράτη, προσχεχρῆσϑαι δὲ τῷ ἐμῷ ὀνόματι, ἐμὲ παρά-
δειγμα ποιούμενος, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι ὅτε οὗτος ὑμῶν,
ὦ ἄνθρωποι, σοφώτατός ἐστιν, ὅστις ὥσπερ Σωχράτης
ἔγνωχεν ὅτι οὐδενὸς ἄξιός ἐστι τῇ ἀληϑείᾳ πρὸς σοφίαν.
ταῦτ᾽ οὖν ἐγὼ μὲν ἔτι χαὶ νῦν περιιὼν ζητῶ χαὶ ἐρευνῶ
χατὰ τὸν ϑεόν, χαὶ τῶν ἀστῶν χαὶ τῶν ξένων ἂν τινὰ
οἴωμαι σοφὸν εἶναι" καὶ ἐπειδάν μοι μὴ δοχῇ, τῷ ϑεῷ
βοηϑῶν ἐνδείχνυμαι ὅτι οὐκ ἔστι σοφός. Hal ὑπὸ ταύ-
τῆς τῆς ἀσχολίας οὔτε τι τῶν τῆς πόλεως πρᾶξαί μοι
σχολὴ γέγονεν ἄξιον λόγου οὔτε τῶν οἰκείων, ἀλλ᾽ ἐν
΄ ,ὔ ἑν ΝΥΝ \ - - N
πενίᾳ μυρίᾳ εἰμὶ διὰ τὴν τοῦ ϑεοῦ λατρείαν.
10. Πρὸς δὲ τούτοις οἱ νέοι μοι ἐτταχολουϑοῦντες,
οἷς μάλιστα σχολή ἐστιν, οἱ τῶν πλουσιωτάτων, αὐτό-
kann, auf den Gedanken spannen,
der nun endlich kommen soll. Bei
Demosthenes finden sich ähnliche
Wendungen häufig. Sokrates giebt
dann zunächst den allgemeinen Ge-
danken: ἡ ἀνϑρωπίνη σοφία ὀλί-
yov τινὸς ἀξία ἐστὶ καὶ οὐδενός,
der besonders von dem Σωχράτης
ὃ σοφός gesprochen so schön
klingt; denn er kennzeichnet ihn:
als den entschiedensten Gegner der
Sophisten, als den edeln, beschei-
. denen Mann gegenüber der frivolen
Unbescheidenheit vieler Sophisten.
Er erklärt dann den Ausspruch des
Gottes etwa wie ein Dichterwort
und mit der behaglichen Breite des
docierenden Lehrers, der zu Schü-
lern redet, die ihn nicht immer
schnell verstehen: „der Gott meint
(λέγειν) nicht den Sokrates, er hat
sich nur meines Namens bedient,
mich als Beispiel angeführt, wie
wenn er sagte“. Er legt endlich
die Erklärung des Orakels dem Gotte
selbst in den Mund, läfst diesen
selbst reden und zwar nicht, als
gäbe er dem Chärephon auf seine
Frage eine Antwort, sondern als
biete er allen Menschen eine Lehre:
οὗτος ὑμῶν, © ἄνϑρῳποι, σο-
φώτατός ἔστιν, ὁστις ὥσπερ Σω-
HORTNG χε αι €.
Der letzte Satz des Kapitels ent-
hält eine stolze Zurückweisung des
Vorwurfes der Anklage, Sokrates
sei ein schlechter Bürger. Meine
Ankläger nennen mich, sagt er,
einen σχολαῖος, einen Mülsiggän-
ger. Ich gebe ihnen mehr zu; auch
um mein Hauswesen habe ich mich
zu wenig bekümmert und lebe des-
halb in gröfster Dürftigkeit. Aber
der Grund dieser angeblichen σχολή
ist eine ἀσχολία, die durch keine
ἀσέβεια, wie die Anklage behauptet,
sondern vielmehr durch eine fromme
λατρεία τοῦ ϑεοῦ bedingt ist.
ap. 10. Der erste Satz des Ka-
pitels hebt das oben Gesagte her-
vor: scherzend im Hinblick auf
seine Schüler sagt er: ich verkehre
mit vielen jungen Leuten, die σχολὴ
zur Genüge haben, lebe aber dabei
in einer steten ἀσχολία, und: die
Söhne der reichsten Männer suchen
mich täglich auf und dennoch bin
ich ἐν πενίᾳ μυρίᾳ geblieben. Er
24 NAATQNOZ
ματοι χαίρουσιν ἀχούοντες ἐξεταζομένων τῶν ἀνϑρώπων,
χαὶ αὐτοὶ πολλάκις ἐμὲ μιμούμενοι εἶτ᾽ ἐπειχειροῦσιν
ἄλλους ἐξετάζειν" κἄπειτα, οἶμαι, εὑρίσκουσι πολλὴν
ἀφϑονίαν οἰομένων μὲν εἰδέναι τε ἀνθρώπων, εἰδότων
δὲ ὀλίγα ἢ οὐδέν. ἐντεῦϑεν οὖν οἱ ὕπ᾽ αὐτῶν ἐξεταζό-
uevoı ἐμοὶ ὀργίζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς, χαὶ λέγουσιν
ὡς Σωχράτης τίς ἐστι μιαρώτατος χαὶ διαφϑεέρει τοὺς
γέους᾽ χαὶ ἐπειδάν τις αὐτοὺς ἐρωτᾷ, ὅ τι ποιῶν χαὶ ὅ
τι διδάσχων, ἔχουσι μὲν οὐδὲν εἰπεῖν, ἀλλ᾽ ἀγνοοῦσιν,
ἵνα δὲ μὴ δοχῶσιν ἀπορεῖν, τὰ κατὰ πάντων τῶν φιλο-
σοφούντων πρόχειρα ταῦτα λέγουσιν, ὅτι τὰ μετέωρα
χαὶ τὰ ὑπὸ γῆς, καὶ ϑεοὺς μὴ νομίζειν, καὶ τὸν ἥττω
λόγον χρείττω ποιεῖν. τὰ γὰρ ἀληϑῆ, οἶμαι, οὐκ ἂν ἐϑέ-
λοιὲν λέγειν, ὅτι χατάδηλοι γίγνονται προσποιούμενοι
μὲν εἰδέναι, εἰδότες δὲ οὐδέν. ἅτε οὖν, οἶμαι, φιλότιμοι
ὄντες χαὶ σφοδροὶ καὶ πολλοί, καὶ -ξυντεταμένως χαὶ
πιϑανῶς λέγοντες περὶ ἐμοῦ, ἐμπεπλήχασιν ὑμῶν τὰ
wra χαὶ πάλαι χαὶ σφοδρῶς διαβάλλοντες.
deutet damit wieder an, in welchem
Gegensatz er zu den Sophisten steht,
mit denen die Anklage ihn auf die-
. selbe Stufe stellt. Diese reiche Ju-
gend folgt nun seinem Beispiele und,
da sie einen grofsen Überfluls — so
dürfte ἀφϑονία am besten wieder-
zugeben sein — von Thoren findet,
ist gerade sie es, sind es gerade
seine Schüler, welche ihn immer
mehr in Gehässigkeit bringen. Denn
statt sich selbst zu zürnen, wenn
sie ihrer Thorheit überführt wer-
den, zürnen die Leute ihm als dem
geistigen Urheber dieser Art des
Verkehrs. Die Lesart ἐμοὶ ὀργί-
ζονται, ἀλλ᾽ οὐχ αὑτοῖς verteidigt
Stallbaum treffend: quwod se erru-
ris et inscitiae ab illis coargui pa-
tiantur. Gravi cum ironia haec
dieta sunt. Mihi, inquit, isti sue-
censeni, quum tamen sibi potius
debeant, ut qui se patiantur refu-
tari ab illis adolescentulis. In den
Worten Σωχράτης ἱτίς ἐστι we-
ἐχ τούτων
ρώτατος gehört τις zum Prädikat
= Σωκράτης μιαρώτατός τίς
ἐστι. Hieron. Müller übersetzt also
falsch: „ein gewisser Sokrates ist
ein höchst nichtswürdiger Mensch“.
-Sehr geschickt ist dann erklärt,
wie die διὰ ολή
en δια-
tung: τοὺς via entstanden ist.
ie Schüler des Sokrates halten
den Leuten deren Thorheit νοῦ." Die
Leute ärgern sich, weil sie in ihrem
Selbstbewufstsein gekränkt wer-
den. Sie sagen deshalb: die jungen
Männer sind Taugenichtse und ihr
Muster, Sokrates, verdirbt sie.
Fragt man sie nun, wodurch, mit
welchen Lehren, so erwidern sie
natürlich nicht: ἐξετάζειν ἡμᾶς
διδάσχων; denn mit einer solchen
Antwort würden sie sich blofsstel-
len. Sie bringen vielmehr jene
vagen Reden vor, die der Unge-
bildete gegen alle Philosophen zu
führen pflegt d. h. sie verleumden
munter drauf los (σφοδρῶς δια-
ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 25
χαὶ Πέλητός μοι ἐπέϑετο καὶ ’Avvrog καὶ Avzwv, Mein-
τος μὲν ὑπὲρ τῶν ποιητῶν ἀχϑόμενος, Avvrog δὲ ὑττὲρ
τῶν δημιουργῶν xal τῶν πολιτικῶν, Avawy δὲ ὑπὲρ τῶν
ῥητόρων" ὥστε, ὅτεερ ἀρχόμενος ἐγὼ ἔλεγον, ϑαυμάζοιμ᾽
RN > [4 2 » > \ ς - ’ \ \ >
ἂν εἰ οἷός τ᾿ εἴην ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν ἐξε-
λέσϑαι ἐν οὕτως ὀλίγῳ χρόνῳ οὕτω πολλὴν γεγονυῖαν.
ke Zn 3 PU 3 - 2 - \ c -
ταῦτ᾽ ἔστιν ὑμῖν, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, τἀληϑῆ, καὶ ὑμᾶς
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν ἀποχρυψάμενος ἐγὼ λέγω οὐδ᾽
, 5 - 3 »
ὑποστειλάμενος. χαί τοι οἶδα σχεδὸν ὅτι τοῖς αὑτοῖς
3 ,ὔ a \ , ΄“ ἿΝ - ’ \ ca
ἀπεχϑανομαι" ὃ καὶ τεχμήριον ὅτε ἀληϑῆ λέγω χαὶ ὅτι
ca > \ ς \ ς 3 \ \ \ > - , >
αὕτη ἐστὶν ἡ διαβολὴ ἢ ἐμὴ χαὶ τὰ airıa ταῦτα ἔστι.
χαὶ ἐάν τε νῦν ἐάν τε αὖὐϑις ζητήσητε ταῦτα, οὕτως
εὑρήσετε.
11. Περὶ μὲν οὖν ὧν οἱ τιρῶτοί μου κατήγοροι χκα-
τηγόρουν αὕτη ἔστω ἱκανὴ ἀπολογία πρὸς ὑμᾶς" πρὸς
βάλλειν). Es ist nun ganz der Sitte
des Plato oder des Sokrates ge-
mäls, dafs er die Klassifizierung der
Menschen, welche er ad absurdum
geführt, nicht nach den Charakteren,
welche ihn angeklagt haben, zuge-
schnitten hat: das wäre schulmäfsig
gewesen und diese Schulmälsigkeit
der Darstellung weist Plato überall
zurück. Dennoch kann man die
beiden Genossen des Meletos gar
wohl unterbringen. Anytos, der
Staatsmann, geht ärgerlich vor im
Interesse, zu gunsten der δημίουρ-
yol und der πολιτικοί, weil er
selbst ein πολιτιχός ist und als
solcher gewohnt ist die δημιουργοί
zu haranguieren: ob er dabei eine
Gerberei besessen hat oder nicht,
ist gleichgiltig. Lykon aber ist
wohl einer der vielen Lehrer der
Rhetorik gewesen, die ja Plato und
Sokrates so oft lächerlich machen
und als deren Typus Lysias dem
Sokrates galt. Dann steckt er als
ποιητὴς τῶν λόγων oder Aoyo-
ποιὸς unter den ποιηταὶ τῶν τρα-
γῳδιῶν καὶ τῶν διϑυράμβων zul
οἱ ἄλλοι, von denen im 7. Ka-
pitel die Rede war. Die Ruhe und
das stolze Selbstbewulstsein des
Redners kennzeichnet der Schlufs
des ersten Teiles der Rede, das
ϑαυμάζοιμ᾽ ἂν εἰ οἷός τ᾽ εἴην
ἐγὼ ὑμῶν ταύτην τὴν διαβολὴν
ἐξελέσϑαι x. τ. ξ. Dals Sokrates
mit seinem Zweifel an dem Erfolg
seiner Rede recht hatte, kann man
sich auch sagen, ohne den Aus-
gang des Prozesses zu kennen: ein
gewöhnlicher Geist vermag die Be-
rechtigung einer Erscheinung, wie
die des athenischen Weisen ist,
nicht zu begreifen. Würde Sokra-
tes in unseren Tagen von 500 Ge-
schworenen freigesprochen sein,
wenn man die Anklage zu einer
Frage der sogenannten höheren Po-
litik gemacht hätte? Würde man
ihn etwa nach dem Kriege von
1870—1871 in Frankreich freige-
sprochen haben, wenn es seine An-
kläger verstanden hätten, den tief-
gekränkten Nationalstolz gegen ihn
aufzuregen? Ich glaube kaum. Wir
Wilden sind nicht etwa bessere
Menschen!
20 ΠΛΑΤΏΩΝΟΣ
δὲ έλητον τὸν ἀγαϑόν τε καὶ φιλόττολιν, ὥς φησι, καὶ
τοὺς ὑστέρους μετὰ ταῦτα πειράσομαι ἀπολογεῖσϑαι.
αὖὐϑις γὰρ δή, ὥσπερ ἑτέρων τούτων ὄντων χατηγόρων,
λάβωμεν av τὴν τούτων ἀντωμοσίαν. ἔχει δέ πως ὧδε"
Σωχράτη φησὶν ἀδικεῖν τούς τε νέους διαφϑεέροντα χαὶ
ϑεοὺς οὖς ἡ ττόλις νομίζει οὐ νομίζοντα, ἕτερα δὲ δαι-
μόνια χαινά. τὸ μὲν δὴ ἔγκλημα τοιοῦτόν ἐστε τούτου
δὲ τοῦ ἐγχλήματος ἕν ἕχαστον ἐξετάσωμεν. φησὶ γὰρ
δὴ τοὺς νέους ἀδιχεῖν μὲ διαφϑείροντα. ἐγὰ δέ, ὦ ἄν-
does ᾿4ϑηναῖοι, adızeiv φημὶ ἸΠέλητον, ὅτι σπουδῇ χα-
ριεγτίζεται, ῥᾳδίως εἰς ἀγῶνας χαϑιστὰς ἀνϑρώπους,
zregl πραγμάτων τιροσποιούμεγνος σπουδάζειν καὶ κήδε-
σϑαι, ὧν οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν. εἷς δὲ τοῦτο
οὕτως ἔχει, πειράσομαι καὶ ὑμῖν ἐπιδεῖξαι.
12. Καί μοι δεῦρο, ὦ Μέλητε, εἰπέ" ἄλλο τι ἢ
Kap. 11. Die Worte ὥς φησι
zu Meintov τὸν ἀγαϑόν τε χαὶ
φιλόπολιν sagen deutlich, dafs die
Ankläger den Sokrates einen χα-
χὸς πολίτης genannt hatten, der
sich um das Wohl des Staates nicht
kümmere. Natürlich haben sie sich
selbst dabei nicht als gute und va-
terlandsliebende Männer gepriesen,
sondern Sokrates legt ihnen sar-
kastisch die Epitheta bei: ‘wenn
sie, sagt er, es für ihre Pflicht er-
achten, einen schlechten Bürger,
der sein Vaterland vernachlässigt,
anzuklagen, dann müssen sie sich Ὁ
doch für Musterbürger halten. Höh-
nisch verliest er dann die Anklage, -
deren einzelne Teile ja bereits als
haltlos hingestellt worden sind, und
dreht nunin überraschendster Weise
den Spies um, macht aus dem ἀδι-
κεῖ Σωχράτης ein ἀδικεῖ Πέλη-
τος. Er begründet dann das ἀδι-
κεῖ mit dem bittersten Sarkasmus,
wenn er den Meletos Ernst erheu-
cheln läfst (σπουδῇ χαριεντίζεσθϑαι
„mit ernster Miene Scherz und Spott
treiben“), wenn er ihm Leichtfertig-
keit vorwirft, mit der er Leute vor
Gericht ziehe (εἰς ἀγῶνας καϑι-
στάναι) und wenn er sagt, er si-
muliere ernstliche Sorge (σπονδά-
ζειν καὶ χήδεσϑαι) um Dinge, die
ihn gar nicht kümmern, eine Sorge,
an die zu glauben schon sein Name
verbietet; denn in, den Worten ὧν
οὐδὲν τούτῳ πώποτε ἐμέλησεν
weist das ἐμέλησεν ironisch auf
den Namen M&)nrtog zurück.
Kap. 12. Die Anspielung des
μέλει auf den Namen M&Antog geht
durch das ganze Kapitel, und man
fühlt die Wirkung dieses Hohnes
recht, wenn man die so oft wie-
derholte Anrede ® “Μέλητε etwa
mit „Freund Kummer“ übersetzt.
Zumal der Schlufs des Kapitels
klingt dann sehr wirkungsvoll: „Ja, -
Freund Kummer, du zeigst zur Ge-
nüge, dals du niemals besorgt warst
um die Jugend und beweisest klar
deine Kummerlosigkeit; denn du
hast dich gar nicht gekümmert um
die einzelnen Klagepunkte.“
Der Satz, dafs man einen Poli-
tiker am sichersten zu grunde
richte, wenn man ihn lächerlich
mache, dürfte sich auch auf einen
ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 27
\ - - ς, ς , en , ᾿
περὶ ττολλοῦ ποιεῖ, ὅπως ὡς βέλτιστοι οἱ νεώτεροι ἔσον-
> ”w \ - 3 \ 4 , > x
ται; Ἔγωγε. Ἴϑι δὴ νῦν eine τούτοις, τίς αὐτοὺς βελ-
τίους ποιεῖ; δῆλον γὰρ ὅτι οἶσϑα, μέλον γέ σοι. τὸν μὲν
. ,ὔ ’
γὰρ διαφϑείροντα ἐξευρών, ὡς φής, ἐμὲ εἰσάγεις Tov-
τοισὶ καὶ χατηγορεῖς" τὸν δὲ δὴ βελτίους ποιοῦντα ἴϑι
eirte καὶ μήνυσον αὐτοῖς, τίς ἔστιν. δρᾷς, ὦ Πέλητε,
ὅτι σιγᾷς καὶ οὐκ ἔχεις εἰπεῖν; καί τοι οὐκ αἰσχρόν σοι
δοχεῖ εἶναι nal ἱχανὸν τεχμήριον οὗ δὴ ἐγὼ λέγω, ὅτι
; > φὰ , > 3 2 , we: 7, , 2 \
σοι οὐδὲν μεμέληκεν; ἀλλ᾽ εἶπέ, ὦ ᾿γαϑέ, τίς αὑτοὺς
ἀμείνους ποιεῖ; Οἱ νόμοι. AAN οὐ τοῦτο ἐρωτῶ, ὦ βέλ-
τιστε, ἀλλὰ τές ἄνϑρωπος, ὅστις πρῶτον καὶ αὐτὸ τοῦτο
οἷδε, τοὺς νόμους. Οὗτοι, ὦ Σώχρατες, οἱ δικασταί.
Πῶς λέγεις, ὦ Μέλητε; οἵδε τοὺς νέους τταιδεύειν οἷοί
΄ 2 \ , ω ‚ ’ Ω
τέ εἶσι χαὶ βελτίους ποιοῦσι; άλιστα. Πότερον arıav-
δ. ς \ > α c > “᾽ Ὁ ὦ τι \ \
τες, ἢ οἱ μὲν αὑτῶν, οἱ δ᾽ οὖ; Anavreg. Ev γε νὴ τὴν
Ἥραν λέγεις, καὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφελούντων.
’ \ , [4] ς 2 \ ὔ » > 2
τέ δὲ δή; οἵδε οἱ ἀχροαταὶ βελτίους ποιοῦσιν, ἡ οὔ;
v4
Καὶ ovüroı.
Ti δὲ οἱ βουλευταί; Καὶ οἱ βουλευταί.
Al) ἄρα, ὦ Μέλητε, μὴ οἱ ἐν τῇ ἐκκλησίᾳ, οἱ ἐκκλη-
Ankläger anwenden lassen; denn
die erste Voraussetzung der An-
klage ist der Ernst; sobald ihr da-
her die Schellenkappe aufgesetzt
wird, mufs sie verloren sein. Die
drastische Komik unseres Kapitels
spricht nun fast aus jedem Worte.
Spafshaft sind in ihrem Hohne
gleich die ersten Worte: χαΐί μοι
δεῦρο, ὦ Μέλητε, eine. Denn das
δεῦρο ist natürlich nicht zu eine
zu ziehen, sondern bildet einen
Ausruf, eine Aufforderung für sich,
der das Verbum der Bewegung, das
2198, fehlt. In dieser Weise redet
man aber niemand an, den man
achtet, sondern höchstens jemand,
den man blofsstellen und den man
von vornherein seine Überlegenheit
fühlen lassen will. Höhnisch ist
dann das lange Zaudern mit der
Antwort auf die im Hinblick auf
die Anklage überraschende Frage:
τίς αὐτοὺς βελτίους ποιεῖ; die
Worte: „du weifst’s ja natürlich,
du kümmerst dich ja drum“ u. 5. w.
Höhnisch ist die dem Meletos zu-
erst untergeschobene Antwort: οἱ
vouoı, denn sie klingt schlau und
ist dabei doch einfältig, weil sie
eine ausweichende Antwort ist; und
dann die Art, wie Sokrates ihn
zwingt Schritt vor Schritt dem Ge-
ständnis zuzueilen, dafs alle Welt
aufser dem Angeklagten die Ju-
gend besser mache. Darf er doch
nicht nein sagen, auch nicht auf
die Frage ἅπαντα; Denn sonst
wird ihm entgegengehalten: Warum
klagst du denn allein den Sokrates
an? Bitter ironisch ist ferner das
Staunen, welches der Redner simu-
liert, die Frage: πῶς λέγεις; der
Schwur: εὖ γε νὴ τὴν "Hoav λέ-
γεις, die verwunderten Ausrufe:
χαὶ πολλὴν ἀφϑονίαν τῶν ὠφε-
28 ΠΑΑΤΏΩΝΟΣ
σιασταί, διαφϑείρουσι τοὺς νεωτέρους; ἢ κἀκεῖνοι βελ-
τίους ποιοῦσιν ἅπαντες; Καἀχεῖνοι. Πάντες ἄρα, ὡς
»Ἤ > «, x > ᾿ - \ 3 -
ἔοικεν, ᾿ϑηναῖοι καλοὺς κἀγαϑοὺς ποιοῦσι τιλὴν ἐμοῦ,
ἐγὼ δὲ μόνος διαφϑείρω. οὕτω λέγεις; Πάνυ σφόδρα
ταῦτα λέγω. Πολλήν γ᾽ ἐμοῦ χατέγνωχας δυστυχίαν.
xal μοι ἀπόχριναι" ἡ xal περὶ ἵππους οὕτω σοι δοχεῖ
ἔχειν" οἱ μὲν βελτίους τπτοιοῦντες αὐτοὺς πάντες ἄνϑρω-
σοι εἶναι, εἷς δέ τις ὃ διαφϑείρων; ἢ τοὐναντίον τούτου
χετᾶν εἷς μέν τις ὃ βελτίους οἷός τ᾽ ὧν ποιεῖν ἢ πάνυ
2927 ξι En ς x nen 7 - x -
ὀλίγοι, οἱ ἱππιικοί" οἱ δὲ στολλοὶ ἐάνπερ ξυνῶσι καὶ χρῶν-
cr , 2 a ar 3
ται ἵπποις, διαφϑείρουσιν; οὐχ οὕτως ἔχει, ὦ Meinre,
καὶ πιερὶ ἵπτων καὶ τῶν ἄλλων ἁπάντων ζώων; πάντως
δήπου, ἐάν τε σὺ καὶ Avvrog οὐ φῆτε ἐάν τὲ φῆτε"
χτολλὴ γὰρ ἄν τις εὐδαιμονία εἴη περὶ τοὺς νέους, εἰ εἷς
x ΄ > x , ς 3 2 > -
μὲν μόνος αὐτοὺς διαφϑείρει, οἱ δ᾽ ἄλλοι ὠφελοῦσιν.
7 x 3 5 ς - 2 ΓΝ ε 3 ’ὔ
ἀλλὰ γάρ, ὦ Πέλητε, ἱκανῶς ἐπιδείχνυσαι ὅτι οὐδεπώ-
στοτε ἐφρόντισας τῶν νέων, καὶ σαφῶς ἀποφαίνεις τὴν
σαυτοῦ ἀμέλειαν, ὅτε οὐδέν σοι μεμέληκε περὶ ὧν ἐμὲ
εἰσάγεις. |
13. Ἔτι δὲ ἡμῖν eine, ὦ πρὸς Διὸς ἸΠέλητε, πό-
’ ἘΞ ’ ᾿ - P}}
τερον ἔστιν οἰχεῖν ἄμεινον ἐν πολίταις χρηστοῖς ἢ πο-
λούντων und πολλήν γ᾽ ἐμοῦ zu-,
τέγνωχας δυστυχίαν d. h. „grols
ist das Unglück, auf welches du
gegen mich erkennst“; denn χα-
ταγιγνώσχειν ist hier gewils mit
einem Anklang an die gerichtliche
Bedeutung des Wortes gebraucht.
Und nun die echt sokratische Wi-
derlegung: Ist’s mit den Pferden
ebenso? machen alle Menschen sie
besser und nur einer verdirbt sie?
u.s. w. Fragen, denen dann mit
schneidender Kürze die Antwort an-
gefügt wird, die Antwort, die jede
Widerrede zurückweist: πάντως
δήπου, ἐάν τε σὺ zul "Avvroc οὐ
φῆτε ἐᾶν τε φῆτε. :
Kap. 13. Und doch ist die ganz
Beweisführung des vorigen Kapi-
tels nichts als ein Scherz, bei wel-
chem nicht dialektische Schärfe,
sondern einzig Spott, Ironie, Sar-
kasmus das Wort der Widerlegung
geführt haben. Es scheint, dafs
Meletos in seiner gewils prunk-
haften Rede die Gesetze angerufen,
sich in deklamatorischer Weise
nicht allein an die δικασταί, Son-
dern auch an die βουλευταί und
selbst an die ἐχχλησιαστιχοί ge- ὁ
wendet habe, dafs er sich etwa ge-
äufsert habe: „Welcher δικαστής,
welcher βουλευτής, ja welcher £x-
χλησιαστικός wird den Angeklag-
ten freisprechen können!“ Sonst
würde Plato kaum so wenig logisch
scharf gesprochen haben. Denn der
eine Einwurf schlägt ja den Sokra-
tes: „Ich weifs nicht, ob unter den
Leuten, welche du anführst, sich
ἈΠΟΛΟΓῚᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 29
m
3
γηροῖς; ὦ ᾽τᾶν, ἀπόκριναι" οὐδὲν γάρ τοι χαλεττὸν ἐρωτῶ.
οὐχ οἱ μὲν πονηροὶ κακόν τι ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυ-
τάτω ἑαυτῶν ὄντας, οἱ δ᾽ ἀγαϑοὶ ἀγαϑόν τι; Πάνυ γε.
Ἔστιν οὖν ὕστις βούλεται ὑπὸ τῶν ξυνόντων βλάπτεσϑαι
μᾶλλον 7 ὠφελεῖσϑαι; ἀπόκριναι, ὦ ᾽γαϑέ" καὶ γὰρ (
γόμος κελεύει ἀττοχρίνεσϑαι. ἔσϑ᾽ ὅστις βούλεται βλά-
πτεσϑαι; Οὐ δῆτα. Φέρε δή, πέτερον ἐμὲ εἰσάγεις
δεῦρο ὡς διαφϑείροντα τοὺς νεωτέρους χαὶ πονηροτέ-
ρους ποιοῦντα Exovra ἢ ἄκοντα; Ἑχόντα ἔγωγε. Τί δῆτα,
ὦ Μέλητε; τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ σοφώτερος εἶ τηλικούτου
ὄντος τηλικόσδε ὥν, ὥστε σὺ μὲν ἔγνωχας ὅτι οἱ μὲν
χαχοὶ χαχόν τι ἐργάζονται ἀεὶ τοὺς μάλιστα πλησίον
ἑαυτῶν, οἱ δὲ ἀγαϑοὶ ἀγαθόν" ἐγὼ δὲ δὴ εἰς τοσοῦτον
ἀμαϑίας ἥκω, ὥστε καὶ τοῦτ᾽ ἀγνοῶ, ὅτι, ἐάν τινα μο-
Männer befinden, welche die Ju-
gend verderben, und kann solche
deshalb nicht verfolgen; von dir
aber glaube ich zu wissen, dafs
deine Lehre schädlich auf die Jüng-
linge wirkt“. Denn es ist wohl
kaum zu denken, dafs Meletos die
Antworten, welche Plato ihm in
den Mund legt, gegeben habe, trotz
der Worte: ἀπόχριναι, ὦ ᾽γαϑέ,
zul γὰρ ὃ νόμος χελεύει ἀποκχρί-
γνεσϑαι. Mag immerhin ein Gesetz,
wie es zu einer Rede des Demo-
sthenes angegeben wird, in Athen
giltig gewesen sein: τοῖν avrıdi-
χκοιν ἐπάναγχες εἶναι ἀποχρίνα-
σϑαι ἀλλήλοις τὸ ἐρωτώμενον,
μαρτυρεῖν δὲ um, so ist es doch
durchaus nicht wahrscheinlich, dafs
ein Kläger auf so schnöde Fragen
des Angeklagten zu erwidern ge-
zwungen gewesen wäre, dals er
auf Fragen hätte antworten müs-
sen, welche wie die des vorigen
Kapitels gar nicht zur Sache ge-
hören, wie die: Machen die Richter
die Jünglinge besser? und dafs Me-
letos und Anytos so dumm ge-
wesen wären zu antworten, wie
das vorige Kapitel angiebt. Nein,
die Ironie liegt wohl gerade darin,
dafs der Redner seinen Gegnern
solche Antworten unterschiebt.
Die Logik unseres Kapitels ist
zwingender: οὗ πονηροὶ χαχόν τι
ἐργάζονται τοὺς ἀεὶ ἐγγυτάτω
ἑαυτῶν ὄντας οὐχ ἔστιν θστις
βουλεται ὑπὸ τῶν Suvovrov βλα-
πτεσϑαι᾿ διὸ διαφϑείρων ἔγω
τοὺς νεωτέρους ἄχων διαφϑείρω.
καὶ προσήχει Μελήτῳ ἰδίᾳ λα-
‚Bovu ἐμὲ διδάσκειν, ἀλλὰ μὴ
δεῦρο εἰσάγειν. Dennoch läfst sich
auch dagegen sagen: Kann man
nicht den Umgang aufgeben, sobald
die νεώτεροι verdorben worden
sind, wie Sokrates sicher den Um-
gang mit Kritias in dessen letzter
Zeit aufgegeben hatte? und sodann:
Soll denn eine gottlose, die Jugend
verderbende Lehre deshalb nicht
geahnt werden, weil der Lehrende
sie im guten Glauben verbreitet?
Nein, mit der Wendung: εἰ δὲ ἄκων
διαφϑείρω x. τ. &. und der vor-
hergehenden: τοσοῦτον σὺ ἐμοῦ
σοφώτερος εἶ x. τ. δ. kann der
Redner den Charakter des Anklägers
herabsetzen, den Richter bestimmen
kann er damit wohl kaum.
90 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
χϑηρὸν ποιήσω τῶν ξυνόντων, κινδυνεύσω χαχόν τι λα-
βεῖν ἀπ᾿ αὐτοῦ, ὥστε τοῦτο τὸ τοσοῦτον χαχὸν ἑχὼν
ποιῶ, ὡς φὴς σύ; ταῦτα ἐγώ σοι οὐ meidouaı, ὦ Me-
λητε, οἶμαι δὲ οὐδὲ ἄλλον ἀνθρώπων οὐδένα" ἀλλ᾿ ἢ
οὐ διαφϑείρω, ἢ εἰ διαφϑείρω, ἄχων, ὥστε σύ γε κατ᾽
ἀμφότερα ψεύδει. εἰ δὲ ἄχων διαφϑείρω, τῶν τοιούτων
χαὶ ἀχουσίων ἁμαρτημάτων οὐ δεῦρο νόμος εἰσάγειν
ἐστίν, ἀλλ᾽ ἰδίᾳ λαβόντα διδάσκειν καὶ νουϑετεῖν" δῆλον
γὰρ ὅτι, ἐὰν μάϑω, παύσομαι ὅ γε ἄκων ποιῶ. σὺ δὲ
ξυγγενέσϑαι μέν μοι καὶ διδάξαι ἔφυγες καὶ οὐκ ἠϑέλη-
σας, δεῦρο δὲ εἰσάγεις, οἵ νόμος ἐστὶν εἰσάγειν τοὺς
κολάσεως δεομένους, ἀλλ᾽ οὐ μαϑήσεως.
14. ᾿Αλλὰ γάρ, ὠ ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, τοῦτο μὲν
δῆλον ἤδη ἐστίν, ὃ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι Πελήτῳ τούτων
οὔτε μέγα οὔτε σμιχρὸν τειώττοτε ἐμέλησεν ὅμως δὲ δὴ
λέγε ἡμῖν, πῶς μὲ φὴς διαφϑείρειν, ὦ Μέλητε, τοὺς
γεωτέρους; ἢ δῆλον δὴ ὅτι χατὰ τὴν γραφήν, ἣν ἐγράψω,
ϑεοὺς διδάσχοντα μὴ νομίζειν οὺς ἡ στόλις νομίζει, ἕτερα
δὲ δαιμόνια χαινά; οὐ ταῦτα λέγεις ὅτι διδάσκων δια-
φϑείρω; Πάνυ μὲν οὖν σφόδρα ταῦτα λέγω. Πρὸς αὐτῶν
Kap. 14. Nachdem Sokrates noch
einmal im Eingange den Meletos .
einen leichtfertigen Mann genannt.
hat (ὅτι Μελήτῳ τούτων οὔτε
μέγα οὔτε σμιχρὸν πώποτε ἐμέ-
λησεν), zerlegt er, immer sarka-
stisch auf den anwesenden Klä-
ger zeigend und ihn durch Anre-
den und durch Antworten, welche
er seiner Anklagerede entnimmt
und ihm von neuem in den Mund
legt, blofsstellend, die Anklage wie
mit dem Seciermesser und weist
je langsamer, um so bitterer die
Haltlosigkeit derselben nach. Nur
darf man sich, ich wiederhole es,
ja nicht einbilden, dafs Meletos die
Fragen des Redners wirklich jedes-
mal so beantwortet, wie die Rede
es anführt. Was würde das für
eine Rede gewesen sein, die den
Redner nach jedem Satze eine Pause
machen und auf die Antwort des
Gegners, die zögernde Antwort
eines an dem Pranger stehenden
Mannes warten läfst! Nein, Mele-
tos hat in seiner Rede in deklama-
torischer Art gesagt, Sokrates ge-
_ höre zu jener Art von Philosophen,
welche überhaupt an keine Götter
glauben, welche die Sonne für einen
glühenden Stein und den Mond für
eine Erde halten u. s. w. und diese
seine Ausführung vergleicht nun
Sokrates mit der Formel der An-
klage. Also langsamen Schrittes wi-
derlegt er die Klageformel, nach
jedem Schritt halt machend und auf
seinen Ankläger mit dem Finger
zeigend. Zuerst nimmt er das Wort
διδάσχων aus der Klageformel her-
aus und beschwört dann den Geg-
ner ironisch gerade bei den Göttern,
von denen die Klage spricht — πρὸς
ATOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 81
ει , ο ’ - - τ er < ,ὔ
τοίνυν, ὦ Πέλητε, τούτων τῶν ϑεῶν, ὧν νῦν ὁ λόγος
’ ’ « > ’
ἐστίν, εἰτεὲ ἔτι σαφέστερον zul ἐμοὶ χαὶ τοῖς ἀνδράσι
τουτοισί. ἐγὼ γὰρ οὐ δύναμαι μαϑεῖν, πότερον λέγεις
᾿ 5 , ’ \ 3 \ ΡΥ)
διδάσχειν μὲ νομίζειν εἶναί τινας ϑεοὺς, καὶ αὑτὸς ἄρα
’ 5 ’ ’ ’
γομέζω εἶναι ϑεούς, χαὶ οὐκ εἰμὶ τὸ παράπαν ἄϑεος
> y [4 > - ? , ο ς I > >
οὐδὲ ταύτῃ ἀδικῶ, οὐ μέντοι οὕστιερ γε ἢ πόλις, αλλ
᾿ x - ’ - “ N Η ᾽Ὰ
ἑτέρους, καὶ τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἐγχαλεῖς, ὅτι ἑτέρους" ἢ
παντάπασέ μὲ φὴς οὔτε αὐτὸν νομίζειν ϑεοὺς τούς τε
ἄλλους ταῦτα διδάσκειν. Ταῦτα λέγω, ὡς τὸ τταράτταν
οὐ νομίζεις ϑεούς. 2 ϑαυμάσιε έλητε, ἵνα τέ ταῦτα
λέγεις: οὐδὲ ἥλιον οὐδὲ σελήνην ἄρα νομίζω ϑεοὺς εἶναι,
ὥσπερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι; Ma Ai’, ὦ ἄνδρες δικασταί,
3 \ Ἁ \ co ’ 4 5 4 \ ’
ἐπεὶ τὸν μὲν ἥλιον λέϑον φησὶν εἶναι, τὴν δὲ σελήνην
- 3 [4 BJ} - 5 ’ ’, \
γῆν. Avusayogov οἴει χατηγορεῖν, ὦ φίλε Meinre, καὶ
τῷ -Ὁ ‚ > ’
οὕτω χαταφρονεῖς τῶνδε χαὶ οἴει αὐτοὺς Arseigovg γραμ-
’ 5 “ 2 > , x [43 x > [4
μάτων εἶναι, ὥστε οὐχ εἰδέναι ὅτι τὰ AvaSayogov βι-
βλία τοῦ Κλαζομενίου γέμει τούτων τῶν λόγων; χαὶ δὴ
χαὶ οἱ νέοι ταῦτα cap’ ἐμοῦ μανϑάνουσιν ἃ ἔξεστιν
ἐνίοτε, εἰ πάνυ πολλοῦ, δραχμῆς ἐκ τῆς ὀρχήστρας πρι-
αμένους Σωχράτους καταγελᾶν, ἐὰν προσποιῆται ἑαυτοῦ
αὐτῶν τούτων τῶν ϑεῶν --
das Objekt der Sokratischen Lehre
zu bestimmen. Dann vergleicht er
das νομίζειν ϑεούς der Klage mit
dem der Rede des Meletos. Die
Klageformel behauptet nur, dafs der
Angeklagte die Götter des Staates
verleugne; die Klagerede sagt: ro
παράπαν Σωχράτης οὐ νομίζει
ϑεούς. Würde ein einigermalsen
überlegender Mann, durch den Frage-
steller aufmerksam gemacht, eine
solche Antwort gegeben und sich
nicht vielmehr einfach auf den Wort-
laut der ἀντωμοσία berufen ha-
ben? Sehr drastisch verweilt der
Redner bei dieser Antwort; ὦ ϑαυ-
μᾶσιε Ἰέλητε nennt er ironisch
den Gegner und wirft ihm sofort
das Gedankenlose seines Satzes
vor: va τί ταῦτα λέγεις; (ἵνα τί
seil. γένηται, wie gewöhnlich er-
klärt wird) d. i. „damit du was be-
weisest, sagt du das?“ oder: „was
willst du damit sagen?“ Treffend
benutzt er das angezogene Beispiel
von der Sonne und dem Monde.
Die Anklage ist formell falsch; denn
sie trifft nicht den Angeklagten,
sondern den Anaxagoras; sie ist
rücksichtslos gegen die Richter;
denn sie hält diese für ἀπείρους
γραμμάτων, für Männer, die in der
attischen Litteratur (γράμματα)
nicht zu Hause sind; sie zeugt end-
lich von der Beschränktheit des
Klägers; denn soviel wenigstens
mulste er sich sagen können, dafs
Sokrates keine Zuhörer finden
werde für Sätze, die man bereits
von der Bühne herab zu hören be-
kommen konnte,
32 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
εἶναι, ἄλλως τε χαὶ οὕτως ἄτοττα ὄντα. ἀλλ᾽ ὦ πρὸς
Διός, οὑτωσί σοι δοκῶ οὐδένα νομίζειν ϑεὸν εἶναι; Οὐ
μέντοι μὰ Δ οὐδ᾽ διτωστιοῦν. "Α πιστός γ᾽ εἶ, ὦ ME&-
λητε, χαὶ ταῦτα μέντοι, ὡς ἐμοὶ δοκεῖς, σαυτῷ. ἐμοὶ γὰρ
δοχεῖ οὗτοσί, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, πιάνυ εἶναι ὑβριστὴς
χαὶ ἀχόλαστος, χαὶ ἀτεχνῶς τὴν γραφὴν ταύτην ὕβρει
tivi χαὶ ἀχολασίᾳ καὶ νεότητι γράψασϑαι. ἔοικε γὰρ
ὥστειερ αἴνιγμα ξυντιϑέντι διατιειρωμένῳ, ἀρα γνώσεται
Σωχράτης ὃ σοφὸς δὴ ἐμοῦ χαριεντιζομένου καὶ ἐναντέ᾽
ἐμαυτῷ λέγοντος, ἢ ἐξαττατήσω αὐτὸν καὶ τοὺς ἄλλους
τοὺς ἀκούοντας; οὗτος γὰρ ἐμοὶ φαίνεται τὰ: ἐναντία
λέγειν αὐτὸς ἑαυτῷ ἐν τῇ γραφῇ, ὥσπερ ἂν εἰ εἴποι"
ἀδιχεῖ
Die Worte ἄλλως TE καὶ οὕτως
ἄτοπα ὄντα heilsen: „zumal da
es sich um Fragen so seltsamer,
auffälliger Art handelt“. Zu einem
abfälligen Urteil über Anaxagoras
ist hier gar nicht der Ort, wenn
auch nicht blofs nach der von Cron
angezogenen Stelle (Xenoph. IV,
7, 1), sondern aus Aulserungen Pla-
tos selbst geschlossen werden muls,
dafs Sokrates und er keine grofsen
Verehrer des Klazomeniers gewe-
sen sind. — Die auf die nächste
höhnische Frage erfolgende Ant-
wort kann nun Meletos sicher nicht
gegeben haben, schon deshalb nicht,
weil er sie kurz vorher (τὸ παρά-
παν οὐ νομίζεις ϑεούς) schon ein-
mal gegeben hatte und nach der
Auseinandersetzung des Sokrates
über die Lehre des Anaxagoras,
durch die er blamiert ist, doch un-
möglich in noch stärkerer Form
wiederholen kann; denn eine stär-
kere Versicherung als οὐ μέντοι μὰ
AU οὐδ᾽ ὅπωστιοῦν
kaum denken. „Nein, die rhetorische
Frage (ἀλλ᾽ ὦ πρὸς Διὸς κ. τ. &.)
dient mit ihrer Antwort nur als
Übergang zu dem absprechendsten,
schärfsten Urteile: ἄπιστος εἶ du
läfst sich-
Σωχράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ ϑεοὺς νομίζων.
χαί τοι τοῦτό ἐστι παίζοντος.
verdienst keinen Glauben, χαὲ
ταῦτα μέντοι σαυτῷ und zwar
nicht einmal seitens deiner selbst
d. i. „du glaubst selbst nicht, was
du sagst“. Und nun die in der
Apostrophe an die Richter gebrauch-
ten niederschmetternden Ausdrücke,
die an Demosthenes’ Urteil über
Philipp oder an Ciceros Catilinarien
in ihrer Fülle erinnern.: ὑρβιστῆς
zul ἀκόλαστος, ὕβρει καὶ ἀκχο-
λασίᾳ καὶ νεότητι, ferner die Aus-
drücke αἴνιγμα ξυντιϑέναι, χαρι-
εντίζεσϑαι, ἐξαπατᾶν, ἐναντία
λέγειν ἑαυτῷ und endlich die ver-
besserte Klageformel: ἀδικεῖ Σω-
χράτης ϑεοὺς οὐ νομίζων, ἀλλὰ
ϑεοὺς νομίζων mit ihrem Schlufs-
wort: τοῦτό ἐστι παίζοντος „das
ist dummes Zeug“.
Zu den Worten δὲ ἔξεστιν ἐνίοτε
δραχμῆς ἐχ τῆς ὀρχήστρας πρια-
μένοις x. τ. &. ist zu bemerken,
dafs Dichter, wie Euripides, es lieb-
ten, von der Bühne herab oder in
den Chorgesängen (die ὀρχήστρα
ist der dem Chor zugewiesene
Raum zwischen Bühne und Zu-
schauerraum) philosophische Leh-
ren vorzutragen. Mit δραχμή ist
auf das geringe Eintrittegzid hin-
ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99
15. Ξυνεπισχέψασϑε δή, ὦ ἄνδρες, ἣ μοι φαίνεται
ταῦτα λέγειν" σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι, ὠ Μέλητε" ὑμεῖς
δέ, ὅπερ κατ᾽ ἀρχὰς ὑμᾶς παρητησάμην, μέμνησϑέ μοι
μὴ ϑορυβεῖν, ἐὰν ἐν τῷ εἰωθότι τρόπῳ τοὺς λόγους
ποιῶμαι. ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων, ὦ Meinte, ἀνθρώπεια
μὲν γομέζει πράγματ᾽ εἶναι, ἀνθρώπους δὲ οὐ νομίζει;
ἀποχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες, καὶ μὴ ἄλλα χαὶ ἄλλα ϑορυ-
βείτω" ἔσϑ᾽ ὅστις ἵππους μὲν οὐ νομίζει εἶναι, ἱππικὰ
δὲ πράγματα; ἢ αὐλητὰς μὲν οὐ γομίξει, αὐλητιχὰ δὲ
πράγματα; οὐχ ἔστιν, ὦ ἄριστε ἀνδρῶν" ei μὴ σὺ βούλει
ἀποχρίνασϑαι, ἐγὼ σοὶ λέγω καὶ τοῖς ἄλλοις τουτοισί.
ἀλλὰ τὸ ἐπὶ τούτῳ γε ἀπόχριναι" ἔσϑ᾽ ὅστις δαιμόνια
μὲν νομίζει πράγματ᾽
Οὐχ ἔστιν.
τωνὶ ἀναγχαζόμενος.
gewiesen: für eine Drachme konnte
man das Theater dreimal besuchen.
Kap. 15. Formell ist der Beweis
auch dieses Kapitels tadellos: Mele-
tos sagt in seiner Klage, ich, So-
krates, glaube an δαιμόνια (ἕτερα
δὲ ϑαιμόνια καινὰ εἰσηγούμενος);
δαιμόνια weisen auf δαίμονες hin,
wer also an δαιμόνια glaubt, muls
auch an δαίμονες glauben; δαίμο-
vec sind aber Kinder der ϑεοί; der
Glaube an δαίμονες hat also den
an ϑεοί zur Voraussetzung; folg-
lich leidet die Anklage an einem
Widerspruch, wenn sie meinen Glau-
ben an δαιμόνια zugiebt und mir
den an ϑεοί abspricht. Hätte sich
Meletos in seiner Rede streng an
seine Anklageformel gehalten, so
würde ihm Sokrates mit seiner
Schlufsfolgerung nicht haben bei-
kommen können; denn die ἄντω-
μοσία sagt nur: οὕς ἡ πόλις νομί-
ζει ϑεοὺς οὐ νομίζων, sie schlielst
also den Glauben an Götter über-
haupt nicht aus. Der Kläger hat
sich aber in seiner Rede, wie wir
sahen, bis zu dem Satze verstiegen:
Plato, Apologie. Krito.
εἶναι, δαίμονας δὲ οὐ νομίζει;
Ὡς ὥνησας, ὅτι μόγις ἀπεκρίνω ὑπὸ Tov-
οὐχοῦν δαιμόνια μὲν φής μὲ καὶ
γομίζειν χαὶ διδάσχειν, εἴτ᾽
οὖν χαινὰ εἴτε παλαιά" ἀλλ᾽
Σωχράτης τὸ παράπαν οὐ νομί-
ζει ϑεούς, deshalb kann er jetzt
kaum ausweichen. Anders steht die
Sache aber mit den Richtern, die
sich mit dem Kläger zu verrennen
nicht nötig haben. Die ἀντωμο-
σία hat augenscheinlich das soge-
nannte δαιμόνιον des Sokrates im
Auge, wenn sie ‚sagt, er führt δαι-
μόνια χαινά ein d. 1. δαιμόνια,
welche als χαινά mit den δαίμο-
γες und den ϑεοί der Götterlehre
gar nichts zu thun haben. Sokrates
widerlegt also nur die Rede, nicht die
Anklage. Sodann aber verliert der
Beweis seine erste Voraussetzung
und fällt damit zusammen, sobald
wir unter δαιμόνια Arten des δαι-
μόνιον verstehen, von dem Sokra-
tes als von einer inneren Stimme,
welche ihn vor allem Unrecht warnt,
redet. Sein δαιμόνιον ist nichts als
ein bildlicher Ausdruck, der als sol-
cher auf einen Glauben an δαΐμο-
veg oder an ϑεοί gar nicht schlielsen
läfst.
Dafs klare Köpfe wie Sokrates
und Plato das nicht Stichhaltige
3
94 ΠΑΑΤΩΝΟΣ
οὖν δαιμόνιά γε νομίζω χατὰ τὸν σὸν λόγον, χαὶ ταῦτα
χαὶ διωμόσω ἐν τῇ ἀντιγραφῇ. εἰ δὲ δαιμόνια νομέζω,
χαὶ δαίμονας Önmov πολλὴ ἀνάγχη νομέζειν μέ ἐστιν"
οὐχ οὕτως ἔχει; ἔχει δή" τίϑημι γάρ σὲ ὁμολογοῦντα,
ἐπειδὴ οὐκ ἀτιοχρένει. τοὺς δὲ δαίμονας οὐχὶ ἤτοι
ϑεούς γε ἡγούμεϑα ἢ ϑεῶν παῖδας; φὴς ἢ οὔ; Πάνυ γε.
Οὐκοῦν εἴπερ δαίμονας ἡγοῦμαι, ὡς σὺ φής, εἰ μὲν ϑεοί
τινές εἰσιν οἱ δαίμονες, τοῦτ᾽ ἂν εἴη ὃ ἐγώ φημέ σε
αἰνέττεσϑαι καὶ χαριεντίζεσϑαι, ϑεοὺς οὐχ ἡγούμενον
φάναι ἐμὲ ϑεοὺς αἱ ἡγεῖσϑαι πάλιν, ἐπειδήπερ γε δαί-
μονας ἡγοῦμαι" εἰ δ᾽ αὖ οἱ δαίμονες ϑεῶν παῖδές εἰσι
γόϑοι τινὲς ἢ ἐκ νυμφῶν ἢ ἔχ τινων ἄλλων, ὧν δὴ xal
λέγονται, τίς ἂν ἀγϑρώπων ϑεῶν μὲν παῖδας ἡγοῖτο
εἶναι, ϑεοὺς δὲ μή; ὁμοίως γὰρ ἂν Arorıov εἴη, ὥσπερ
ἂν εἴ τις ἵσιπτων μὲν παῖδας ἡγοῖτο --- ἢ καὶ ὄνων τοὺς
ἡμιόνους ---, ἵππτους δὲ καὶ ὄνους μὴ ἡγοῖτο εἶναι. ἀλλ᾽,
auch dieses Beweises nicht sollten
erkannt haben, ist natürlich nicht
anzunehmen, und noch weniger,
dafs so edle Herzen sich eines Ad-
vokatenkniffes sollten bedient ha-
ben, um den Gegner zu schlagen.
Nein, Sokrates verfolgt hier viel-
mehr nur ein anderes Ziel, als das,
sich selbst zu ver teidigen ; er will
nur nachweisen, ὅτι “Μελήτῳ οὐ-
δὲν “μεμέληχε περὶ ὧν Σωκράτη
εἰσάγεε oder, wie er Kap. 10 sagt,
ὅτι οὐχ ἀδικῶ 'κατὰ τὴν Me-
λήτου γραφήν. Dem eigent-
lichen Wesen der Klage geht er da-
bei nicht aus dem Wege, wie der
erste Teil der Apologie und wie
der bald folgende Teil zeigt; er
bietet ihm vielmehr mit edler Über-
zeugungstreue und klarem Mannes-
mute die Stirn. Diese Art der Wi-
derlegung des Meletos hat dann für
die ganze Rede noch eine andere _
Bedeutung: sie giebt ein Beispiel
des τρόπος ἐξετάσεως, von dem
der 1. Teil der Apologie gespro-
chen hatte, Mit viel rhetorischer
Kunst wiederholt der Redner die
Aufforderung an Meletos zu ant-
worten: σὺ δὲ ἡμῖν ἀπόκριναι --
ἀποχρινέσϑω, ὦ ἄνδρες --- εἰ μὴ
σὺ βούλει ἀποχρίνασϑαι «. τ. ἑ.
— ὡς ὥνησας (d. i. was du gut
bist!), ὅτι μόγις ἀπεχρίνω und
endlich τέϑημι γάρ σε ὁμολογοῦν-
τα, ἐπειδὴ οὐκ ἀποκρίνει. So-
krates braucht aber nach jedem
Schritte vorwärts ein retardieren-
des Moment, um seinen Hohn wir-
ken zu lassen, und das bietet ihm
jede solche Anrede.
Mit Stallbaum habe Ach .die Les-
art der Handschriften ὥσπερ ἂν el
τις ἵππων μὲν παῖδας ἡγοῖτο ἢ
χαὶ ὄνων, τοὺς ἡμιόνους, beibe-
halten und weder mit Hermann
τοὺς ἡμιόνους noch mit Cron das
χαὶ eingeklammert, ‚habe aber zwi-
schen ἡγοῖτο und” ἤ einen Gedan-.
kenstrich gesetzt, weil ich mir
denke, ein "fingierter Zwischenruf:
„zul ὄνων“ veraulasse ‚den Redner
zu den Worten ἡ ἢ καὶ ὄνων 1. 6. ῇ
ἵππων zal ὄνων, τοὺς ἡμιόνους.
Ein solcher Zwischenruf ist bei der
Unruhe einer Versammlung, die ja
Ir
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 35
5 , 2 >» [4 \ - Er > ’
ὦ Μέλητε, οὐκ ἔστιν ὅπως σὺ ταῦτα οὐχὶ ἀποπειρώμε-
- ’ ’ > »
γος ἡμῶν ἐγράψω τὴν γραφὴν ταύτην ἢ ἀπορῶν ὅ τι
2 “-», 3 δ. \ 2 ἈΠ Τὰ \ ’ ,
ἐγχαλοῖς ἐμοὶ ἀληϑὲς ἀδίκημα" ὅπως δὲ σὺ τινα πείϑοις
” - ,ὔ »-» >
ἂν καὶ σμικρὸν νοῦν ἔχοντα ἀνθρώπων, ὡς οὐ τοῦ av-
τοῦ ἐστὶ καὶ δαιμόνια χαὶ ϑεῖα ἡγεῖσϑαι, χαὶ αὖ τοῦ
αὐτοῦ μήτε δαίμονας μήτε ϑεοὺς μήτε ἥρωας, οὐδεμία
μηχανή ἔστιν.
16. Alla γάρ, ὦ ἄνδρες Asmvaloı, ὡς μὲν ἐγὲ
Ἐν 3 - \ \ ’ ’ 2 -
οὐκ ἀδιχῶ χατὰ τὴν ἥελητου γραφήν, οὐ πολλῆς μοι
- , 2 - c
δοχεῖ εἶναι ἀπολογίας, ἀλλ᾽ inava χαὶ ταῦτα᾽ ὃ δὲ καὶ
2 - 2 2 a ΄, a ’
ἐν τοῖς ἔμπροσϑεν ἔλεγον, ὅτε πολλή μοι ἀπέχϑεια γέ-
yove χαὶ πρὸς πολλούς, ev ἴστε ὅτε ἀληϑές ἐστι. καὶ
IE Wi > νῶν RN ἔχ. ἃ ER; m >
τοῦτ ἔστιν ὁ ἑἕμὲ αἱρήσει, ἕανπερ αἱρῇ, οὐ Meinrog
οὐδὲ “Ἄνυτος, ἀλλ᾽ ἡ τῶν πολλῶν διαβολή τε καὶ φϑόνος.
a x \ \ » \ > \ Υ [43
ἃ δὴ πολλοὺς χαὶ ἄλλους χαὶ ἀγαϑοὺς ἄνδρας ἥρηκεν,
οἶμαι δὲ καὶ αἱρήσειν" οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν ἐμοὶ στῇ.
5 - ἅ 2 ΕἸ ’
ἔσως δ᾽ ἂν οὖν εἴποι τις" εἶτ᾽ οὐκ αἰσχύνει, ὦ Σώκχρα-
- T ’
τες, τοιοῦτον ἐπιτήδευμα ἐπιτηδεύσας, ἐξ οὗ κινδυνεύεις
ἄς a li ,
γυνὶ ἀποϑανεῖν; ἐγὼ δὲ τούτῳ ἂν δίκαιον λόγον ἀντεί-
zo, ὅτε οὐ χαλῶς λέγεις, ὦ ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν
die Rede selbst mit ihrem oft wie-
derkehrenden un ϑορυβεῖτε zuge-
steht, nicht unwahrscheinlich, zu-
mal von jemand, der des Redners
Art Pferde und Kühe und Esel zum
Vergleich heranzuziehen, kannte;
er kennzeichnet diese Unruhe
vielmehr ganz gut.
Kap. 16. Der folgende Teil der
Rede trägt eine ganz andere Fär-
bung als die bisherige Verteidigung.
Sokrates wendet sich gegen einen
ehrenwerteren oder wenigstens
würdigeren Ankläger, als es der
unreife Meletos war, dessen er nur
. noch beiläufig Erwähnung thut,
gegen den älteren Staatsmann Any-
tos. Dem würdigeren Gegner tritt
er mit der vollen Manneswürde,
mit dem edelsten Selbstgefühl ent-
gegen, dem er dabei die reinste
Bescheidenheit zu paaren versteht.
Und wie kunstvoll leitet er mit
einem Satze von der bisherigen
Ironie zum tiefen Ernst über! Er
erinnert mit kurzem Wort an die
früher von ihm in ihrem Entstehen
erklärte ἀπέχϑεια und sagt dann:
ich weils, dafs ich verloren bin;
ς - - ’
ἡ τῶν πολλῶν διαβολὴ TE καὶ
φϑόνος hat viele wackere Männer
hinweggerafft und wird auch mich
fortrafien: οὐδὲν δὲ δεινὸν μὴ ἐν
ἐμοὶ στῇ „es hat gar keine Gefahr,
dafs das bei mir halt mache!“ Dann
weist er den scheinbar verstän-
digen Vorwurf, dafs er sich einer
Lebensweise schämen müsse, wel-
che ihm eine Anklage auf Leben
und Tod eintrage, mit den herr-
lichen Worten zurück: οὐ χαλῶς
λέγεις, ὦ ἄνϑρωπε, εἰ οἴει δεῖν
χίνδυνον ὑπολογίζεσϑαι x. τ. ἕ.
Worte, welche das unumstöfsliche
3%*
36 TIAATQNOL
χένδυνον ὑπολογίζεσθαι τοῦ ζῆν ἢ τεϑνάναι ἄνδρα ὕτου
τι zal σμικρὸν ὄφελός ἐστιν, ἀλλ᾽ οὐχ ἐκεῖνο μόνον σχο-
πεῖν, ὅταν πράττῃ, πότερον δίχαια ἢ ἄδικα τιράττει, χαὶ
ἀνδρὸς ἀγαθοῦ ἔργα ἢ καχοῦ. φαῦλοι γὰρ ἂν τῷ γε σῷ
λόγῳ εἶεν τῶν ἡμιϑέων ὅσοι ἐν Τροίᾳ τετελευτήκασιν
οἵ ve ἄλλοι χαὶ ὃ τῆς Θέτιδος υἱός, ὃς τοσοῦτον τοῦ
χινδύνου κατεφρόνησε παρὰ τὸ αἰσχρόν τι ὑπομεῖναι,
ὥστε ἐπειδὴ εἶπεν ἡ μήτηρ αὐτῷ προϑυμουμένῳ Ἕχτορα
ἀπτοχτεῖναι, ϑεὸς οὖσα, οὑτωσί πως, ὡς ἐγῴμαιε" ὦ παῖ,
εἰ τιμωρήσεις Πατρόχλῳ τῷ ἑταίρῳ τὸν φόνον χαὶ Ἕχτορα
ἀποχτενεῖς, αὐτὸς ἀποϑανεῖ" αὐτίχα γάρ τοι, φησί, μεϑ᾽
Ἕχτορα πότμος ἑτοῖμος" ὃ δὲ ταῦτ᾽ ἀχούσας τοῦ μὲν
ϑανάτου καὶ τοῦ κινδύνου ὠλιγώρησε, πολὺ δὲ μᾶλλον
δείσας τὸ ζῆν καχὸς ὧν καὶ τοῖς φίλοις μὴ τιμωρεῖν,
αὐτίκα, φησέ, τεϑναίην δίκην ἐπιϑεὶς τῶ ἀδικοῦντι, ἵνα
μὴ ἐνθάδε μένω καταγέλαστος παρὰ νηυσὶ κορωνίσιν,
ἄχϑος ἀρούρης. μὴ αὐτὸν οἴει φροντέσαι ϑανάτου χαὶ
χινδύνου; οὕτω γὰρ ἔχει, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, τῇ ἀλη-
Fein‘ οὗ ἄν τις ἑαυτὸν τάξη ἢ ἡγησάμενος βέλτιστον
εἶναι ἢ ὑπ᾽ ἄρχοντος ταχϑῆῇ, ἐνταῦϑα δεῖ, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ,
μένοντα κινδυνεύειν, μηδὲν ὑπτολογιζόμενον μήτε ϑάνατον
μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ.
17. Ἐγὼ οὖν δεινὰ ἂν εἴην εἰργασμένος, ὦ ἄνδρες
Grundgesetz aller wahren Ethik ent- ihres Sohnes wieder in direkter
halten, und führt zum Beweise eine
der schönsten Stellen des grölsten
und populärsten Dichters der Grie--
chen an, deren letzte Worte den
Sokrates leiteten, als er trotz der
Einrede all seiner Freunde den Tod
der Flucht vorzog: ἵνα μὴ ἐνθάδε
μένω καταγέλαστος παρὰ
νηυσὶ χορώνισιν ἄχϑος ἀρούρης.
rt de grolsen ee ru
zeichnet das Kapitel. Zuerst führt
er seinen Satz in der Form einer
direkten Antwort (οὐ χαλῶς λέ-
γεις, ὦ ἀνϑρωπεὶ)ὶ ein, dann folgt
in einer langen Periode, die den
Rat der Thetis und die Antwort
Rede giebt, das Beispiel und zum
Schluls das Gesetz in abstrakter
Form: οὗ ἄν τις ξαυτὸν τάξῃ —
ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ. ---
In vr letzten Satze ist die Stel-
ung des ersten ἢ in ἢ ἡγησάμενος
— Tey37 auffellig τ {u etsfeper
Rede würde es heilsen: οὗ ἄν τις
ἢ ἑαυτὸν τάξῃ, ἡγησάμενος βέλ-
τιστον εἶναι Sc. ἐνταῦϑα ταττε-
σϑαι, ἢ ὑπ᾽ ἄρχοντος (von einem
Höheren) ταχϑῇ. :
Kap. 17. Der Gedankengang ist:
Ich würde schlimm handeln, wenn
ich auf dem Posten, welchen mir in
den drei Feldzügen, an denen ich
ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 37
’43 voi WER ςς ΄, ST, » a ς σὰ
ηναῖοι, εἰ, OTE μέν μὲ οἱ ἄρχοντες ἔταττον, οὺς ὑμεῖς
εἵλεσϑε ἄρχειν μου, χαὶ ἐν Ποτιδαίᾳ καὶ ἐν ᾿Αμφιπόλει
’ T -
nal ἐπὶ Ζηλίῳ, τότε μὲν οὗ Exeivor ἔταττον ἔμενον ὥσττερ
χαὶ ἄλλος τις καὶ ἐκινδύνευον ἀποϑανεῖν, τοῦ δὲ ϑεοῦ
’ c [4 ,ὔ Ev
Tarrovrog, ὡς ἐγὼ φήϑην τε καὶ ὑπέλαβον, φιλοσοφοῦντά
- “-» \ > , I \ \ Ἁ ”
μὲ δεῖν ζῆν καὶ ἐξετάζοντα ἐμαυτὸν χαὶ τοὺς ἄλλους,
5 - x ΡλῚ , « . «ἄν
ἐνταῦϑα δὲ φοβηϑεὶς ἢ ϑάνατον ἢ ἄλλο ὅτιοῦν πρᾶγμα
λέποιμε τὴν τάξιν. δεινὸν μέντ᾽ ἂν εἴη, χαὶ ὡς ἀληϑῶς
τότ᾽ ἂν με δικαίως εἰσάγοι τις εἰς δικαστήριον, ὅτι οὐ
, \ 5 2 “- - , \ x ’
νομίζω ϑεοὺς εἶναι ἀπειϑῶν τῇ μαντείᾳ καὶ δεδιὼς ϑά-
γατον χαὶ οἰόμενος σοφὸς εἶναι οὐκ ὦν. τὸ γάρ τοι
ϑάνατον δεδιέναι, ὦ ἄνδρες, οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ δοκεῖν
σοφὸν εἶναι μὴ ὄντα' δοκεῖν γὰρ εἰδέναι ἐστὶν ἃ οὐκ
οἶδεν. οἶδε μὲν γὰρ οὐδεὶς τὸν ϑάνατον οὐδ᾽ εἰ τυχχάνει
τῷ ἀνθρωώττῳ πάντων μέγιστον ὃν τῶν ἀγαϑῶν, δεδίασι
> c 5 [4 , τ - - ,
ὃ ὡς εὖ εἰδότες ὅτι μέγιστον τῶν χκαχῶν ἐστί. χαὶ
τοῦτο πῶς οὐκ ἀμαϑία ἐστὶν αὕτη ἢ ἐπονείδιστος, ἡ
teilnahm, die von euch erwählten
Oberen (οἱ ἄρχοντες sagt er mit
Rückblick auf den letzten Satz des
16. Kapitels: 7 ὑπ᾿ ἄρχοντος
ταχϑῇ) erwiesen, verharrte und da-
gegen den Posten, den mir der &o-
χων $eoganwies, verliefse. Schlimm
wäre es, wenn ich das aus Todes-
furcht thäte; denn diese ist eine
Thorheit, da niemand weils, ob der
Tod ein Übel oder ein Glück sei.
Ich versichere euch vielmehr, dafs
mich euer Urteil in keiner Weise
ändern wird: auch wenn ihr mich
freisprecht, werde ich meine Le-
bensweise beibehalten.
Das Kapitel ist ein Muster edler
Beredsamkeit durch die Reihenfolge
der Gedanken und der durch sie
wachgerufenen Empfindungen,durch
den Wechsel der Konstruktionen
und durch die Fülle des Ausdrucks.
Er stellt ihnen zuerst in voller
Periode, die wie nebenbei seiner
eigenen höchst ehrenvollen Kriegs-
thaten erwähnt, die Erbärmlichkeit
des λείπων τὴν τάξιν vor, den
nach athenischem Recht Atimie
traf, und appelliert damit an ihr
Ehrgefühl. Er wendet sich dann
mit einer logischen Deduktion, der
-die Form kurzer Sätze und das
wiederkehrende γάρ entsprechen
(τὸ γάρ τοι ϑάνατον δεδιέναι ---
δοκεῖν γὰρ εἰδέναι --- οἷδε μὲν
γὰρ οὐδείς) an den Verstand
der Richter und beruft sich dann
anihrEhrgefühl zugleich, das
in ihm den Ehrenmann schätzen,
und an ihre Überlegung,
welche ihm die Konsequenz des
Gedankens und des Handelns zuge-
stehen soll. Das, was ihm nun
Ehre und Logik als Lebensaufgabe
zu lösen vorschreiben, giebt er dann
in eindringlichster Weise durch die
verschiedensten Wendungen, ganz
wie es Demosthenes, wenn er einen
Gedanken recht sicher haften lassen
will, thut. Er bietet sein Lebens-
prinzip zuerst im logischen Ge-
gensatz und dem entsprechend in
98 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
τοῦ οἴεσθαι εἰδέναι ἃ οὐχ οἶδεν; ἐγὼ δέ, ὦ ἄνδρες,
τούτῳ χαὶ ἐνταῦϑα ἴσως διαφέρω τῶν ττολλῶν ἀνϑρώ-
πων, χαὶ εἰ δή τῳ σοφώτερός του φαίην εἶναι, τούτῳ
ἄν, ὅτι οὐχ εἰδὼς ἱχανῶς ττερὶ τῶν ἐν Ἅιδου οὕτω καὶ
οἴομαι οὐχ εἰδέναι" τὸ δὲ ἀδικεῖν καὶ ἀπειϑεῖν τῷ βελ-
τίονι, καὶ ϑεῷ χαὶ ἀνθρώπῳ, ὅτι χαχὸν χαὶ αἰσχρόν
ἐστιν οἶδα. πρὸ οὖν τῶν καχῶν, ὧν οἶδα ὅτι χαχά ἔστιν,
ἃ μὴ οἶδα εἰ ἀγαθὰ ὄντα τυγχάνει οὐδέποτε φοβήσομαι
οὐδὲ φεύξομαι' ὥστε οὐδ᾽ εἴ με νῦν ὑμεῖς ἀφίετε ᾿Ανύτῳ
ἀπιστήσαντες, ὃς ἔφη ἢ τὴν ἀρχὴν οὐ δεῖν ἐμὲ δεῦρο
εἰσελϑεῖν ἤ, ἐττειδὴ εἰσῆλϑον , οὐχ οἷόν τε εἶναι τὸ μὴ
ἀποχτεῖναί με, λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς, εἰ διαφευξοίμην,
ἤδη ἂν ὑμῶν οἱ υἱεῖς ἐπιτηδεύοντες ἃ Σωκράτης διδά-
σχει πάντες παντάπασι διαφϑαρήσονται, --- εἴ μοι 7roög
ταῦτα εἴποιτε, ὦ Σώχρατες, νῦν μὲν ᾿Ανύτῳ οὐ πεισό-
μεϑα, ἀλλ᾽ ἀφίεμέν σε, ἐπὶ τούτῳ μέντοι, ἐφ᾽ ᾧτε μη-
χέτι ἐν ταύτῃ τῇ ζητήσει διατρίβειν μηδὲ φιλοσοφεῖν"
ἐὰν δὲ ἁλῷς ἔτι τοῦτο πράττων, ἀποϑανεῖ" εἰ οὖν με,
ὅττερ εἶττον, ἐπὶ τούτοις ἀφίοιτε, εἴποιμ᾽ ἂν ὑμῖν ὅτι
ἐγὼ ὑμᾶς, ὦ ἄνδρες ᾿41ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν χαὶ φιλῶ,
πείσομαι δὲ μᾶλλον τῷ ϑεῷ ἢ ὑμῖν, nal ἕωσπερ ἂν
ἐμπινέω χαὶ οἷός τε ὦ, οὐ μὴ σεαύσωμαι φιλοσοφῶν καὶ
ὑμῖν παρακελευόμενός τε καὶ ἐνδειχνύμενος ὅτῳ ἂν ἀεὶ
ἐντυγχάνω ὑμῶν, λέγων οἷάπερ εἴωϑα, ὅτι ὦ ἄριστε ἀν-
δρῶν, ᾿4ϑηναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης χαὶ εὐδοκιμω-
kurzer Satzform: οὐχ εἰδὼς περὶ
τῶν ἐν Ἅιδου καὶ οἴομαι οὐχ εἰ-
δέναι" τὸ δὲ ἀπειϑεῖν τῷ βελτίονι
ὅτι αἰσχρόν ἐστιν οἶδα. Er giebt
es dann im psychologischen
Gegensatz (ἀσπάζομαι ὑμᾶς χαὶ
φιλῶ, πείσομαι δὲ τῷ ϑεῷ), wie-
der die vollste Satzform anwen-
dend, wie das gute Redner immer
thun, wenn sie das Gemüt mitreden
lassen, mit zweimal wieder aufge-
nommener Prodosis: el μὲ νῦν
ὑμεῖς ἀφίετε er μοι πρὸς ταῦ-
τα εἴποιτε --- el οὖν με, ὅπερ εἶ-
. πον, ἐπὶ τούτους ἀφίοιτε, mit einer
indirekten (λέγων πρὸς ὑμᾶς ὡς,
εἰ διαφευξοίμην x. τ. ξ.) und zwei
direkten Redewendungen (ὦ Σώ-
κράτες, νῦν μὲν Ἀνύτῳ οὐ πει-
σόμεϑα: x. τ. ἕξ. und ἐγὼ ὑμᾶς, ὦ
ἄνδρες ᾿ϑηναῖοι, ἀσπάζομαι μὲν
x. τ. &), d. 1. mit einer überaus
grolsen Geschicklichkeit in der
Form der Rede: die Periode ist
trotz ihrer Länge, trotz der ver-
schiedensten Redewendungen durch-
sichtig, klar, wie die einfachsten
Sätze. Er zeigt uns zuletzt seinen
ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 99
τάτης εἰς σοφίαν χαὶ ἰσχύν, χρημάτων μὲν οὐχ αἰσχύνει
ἐπιμελούμενος, ὅπως σοι ἔσται ὡς πλεῖστα, καὶ δόξης
καὶ τιμῆς, φρονήσεως δὲ καὶ ἀληϑείας καὶ τῆς ψυχῆς,
ὅπως ὡς βελτίστη ἔσται, οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ φροντίζεις;
χαὶ ἐάν τις ὑμῶν ἀμφισβητῇ καὶ φῇ ἐπιμελεῖσθαι, οὐκ
εὐθὺς ἀφήσω αὐτὸν οὐδ᾽ ἄπειμι, ἀλλ᾽ ἐρήσομαι αὐτὸν
χαὶ ἐξετάσω καὶ ἐλέγξω, χαὶ ἐάν μοι μὴ δοκῇ κεχτῆσϑαι
ἀρετήν, φάναι δέ, ὀνειδιῶ ὅτι τὰ πλείστου ἄξια περὶ
ἐλαχίστου ποιεῖται, τὰ δὲ φαυλότερα περὶ πλείονος.
ταῦτα καὶ γεωτέρῳ xal πρεσβυτέρῳ, ὅτῳ ἂν ἐντυγχάνω,
ποιήσω, καὶ ξένῳ καὶ ἀστῷ, μᾶλλον δὲ τοῖς ἀστοῖς, ὅσῳ
μου ἐγγυτέρω ἐστὲ γένει. ταῦτα rag χελεύει ὃ ϑεός, εὖ
ἔστε, καὶ ἐγὼ οἴομαι οὐδέν πω ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γε-
γέσϑαι ἐν τῇ πόλει ἢ ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπηρεσίαν. οὐδὲν
γὰρ ἄλλο πράττων ἐγὼ περιέρχομαι ἢ πείϑων ὑμῶν καὶ
γεωτέρους καὶ rgsoßvregovg μήτε σωμάτων ἐπιμελεῖσϑαι
μήτε χρημάτων πρότερον μηδὲ οὕτω σφόδρα ὡς τῆς
ψυχῆς, ὅπως ὡς ἀρίστη ἔσται, λέγων ὅτι οὐκ ἐκ χρημά-
των ἀρετὴ γίγνεται, ἀλλ᾽ ἐξ ἀρετῆς χρήματα καὶ τἀλλα
ἀγαϑὰ τοῖς ἀνθρώποις ἅπαντα χαὶ ἰδίᾳ χαὶ δημοσίᾳ.
εἰ μὲν οὖν ταῦτα λέγων διαφϑεέρω τοὺς νέους, ταῦτ᾽ ἂν
εἴη βλαβερά" εἰ δέ τίς μέ φησιν ἄλλα λέγειν ἢ ταῦτα;
οὐδὲν λέγει. πρὸς ταῦτα, φαίην ἄν, ὦ Adıyaloı, K
πείϑεσϑε ᾿Ανύτῳ ἢ un, καὶ ἢ ἀφίετε ἢ μὴ ἀφίετε, ὡς
ἐμοῦ οὐκ ἂν ποιήσοντος ἄλλα, οὐδ᾽ εἰ μέλλω πολλάκις
τεϑγαναι.
Grundsatz als den eines zielbe- φροντίζεις — οὐχ ἀφήσω αὖὐ-
wulsten Mannes: οἴομαι οὐδέν πω
ὑμῖν μεῖζον ἀγαϑὸν γενέσϑαι ἐν
τῇ πόλει ἢ ἢ τὴν ἐμὴν τῷ ϑεῷ ὑπη-
ρεσίαν, wieder mit grofser Kunst
zuerst den Stolz der Richter
. weckend: ὦ ἄριστε ἄνδρων, ϑη-
γναῖος ὦν, πόλεως τῆς μεγίστης
χαὶ εὐδοχιμωτάτης x. τ. &, und
sie so empfänglich machend für den
männlichen Stolz, der aus den fol-
genden Worten blickt. Die Fülle
des Ausdrucks: οὐκ ἐπιμελεῖ οὐδὲ
τὸν οὐδ᾽ ἄπειμι --- ἐρήσομαι αὖ-
τὸν χαὶ ἐξετάσω χαὶ ἐξελέγξω
u. 8. w. braucht blofs angedeutet
zu werden. Auch der sehr effekt-
volle Schluls einzelner Sätze fällt
leicht ins Auge: οὐδέποτε͵ ‚gopn-
σομαι οὐδὲ φεύξομαι = ἅπαντα
χαὶ ἰδίᾳ καὶ δημοσίᾳ — οὐδ᾽ εἰ
μέλλω πολλάκις τεϑνάναι.
Zu dem τούτῳ ἄν in den Worten
εἰ δὴ τῳ ᾿σοφώτερός του φαίην
εἶναι, τούτῳ ἄν, ist εἴην zu er-
40 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
18. Mn ϑορυβεῖτε, ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἀλλ᾽ ἐμμείνατέ
μοι οἷς ἐδεήϑην ὑμῶν, μὴ ϑορυβεῖν ἐφ᾽ οἷς ἂν λέγω,
ἀλλ᾽ ἀχούειν" χαὶ γάρ, ὡς ἐγὼ οἶμαι, ὀνήσεσϑε ἀκούοντες.
μέλλω γὰρ οὖν ἄττα ὑμῖν ἐρεῖν καὶ ἄλλα, ἐφ᾽ οἷς ἴσως
βοήσεσϑε' ἀλλὰ μηδαμῶς ποιεῖτε τοῦτο. εὖ γὰρ ἔστε,
ἐὰν ἐμὲ ἀποχτείνητε τοιοῦτον ὄντα, οἷον ἐγὼ λέγω, οὐχ
ἐμὲ μείζω βλάψετε ἢ ὑμᾶς αὐτούς" ἐμὲ μὲν γὰρ οὐδὲν
ἂν βλάψειεν οὔτε έλητος οὔτε ᾿Ανυτος" οὐδὲ γὰρ ἂν
δύναιτο" οὐ γὰρ οἴομαι ϑεμιτὸν εἶναι ἀμείνονι ἀνδρὶ ὑττὸ
χεέρονος βλάπτεσϑαι. ἀποχτείνειε μέντ᾽ ἂν ἴσως ἢ ἐξελά-
σειεν ἢ ἀτιμώσειεν᾽ ἀλλὰ ταῦτα οὗτος ἴσως οἴεται καὶ
ἄλλος τίς που μεγάλα καχά, ἐγὼ δ᾽ οὐκ οἴομαι, ἀλλὰ
πολὺ μᾶλλον ποιεῖν ἃ οὗτος νυνὶ ποιεῖ, ἄνδρα ἀδίκως
ἐπιχειρεῖν ἀποχτιννύναι. νῦν οὖν, ὦ ἄνδρες “41ϑηναῖοι,
πολλοῦ δέω ἐγὼ ὑπὲρ ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι, ὥς τις ἂν
οἴοιτο, ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, μή τι ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ
ϑεοῦ δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ καταψηφισάμενοι.
gänzen; andere sprachliche Schwie-
rigkeiten bietet das Kapitel nicht.
"Kap. 18. Die ersten Worte un
ϑορυβεῖτε x. τ. δ. haben das oben
a gteim Auge, die Absage, welche
der letzte Saz des vorigen Kapitels.
enthielt, und den Lärm, welchen
wegen derselben die ihm feindlich
gesinnten Geschworenen erheben
mufsten. Das ὀνήσεσϑε ἀχούοντες
leitet dann als der erste Ausdruck des .
Stolzes das Folgende ein: „es wird
euch nützen mich anzuhören“. Den
Hauptgedanken des „Kapitels ‚ent-
halten die Worte: ἐὰν ἐμὲ ἀπο-
χτείνητε, οὐχ ἐμὲ μείζω βλάψετε
ἢ ὑμᾶς αὐτούς. Der Redner spricht
zuerst über den ersten Teil der
Apodosis: οὐχ ἐμὲ βλάψετε, in der
Form logischen Beweises, in kurzen
Sätzen, mit dem wiederholten γάρ,
die volle hypothetische Periode ver-
meidend; denn der Satz anoxrel-
γξιξ μέντ᾽ ἂν --- ἐπιχειρεῖν ἀπο-
χτιννύναι ist dem Gedanken nach
eine Hypothese: εἰ ἀποχτενεῖ, αὐ-
ἐὰν γὰρ ἐμὲ
τὸς μὲν οἰήσεται ταῦτα μεγάλα
χαχά, ἐγὼ δὲ x. τ. &. Das zweite
stolze Wort ist: ἐμὲ οὐκ ἂν βλα-
ψειεν οὔτε έλητος οὔτε Ἄνυτος
„mir wird kein M. und. kein A.
schaden“, mit dem die edelste Hoch-
achtung vor dem unwandelbaren
Sittengesetz kundgebenden Aus-
drucke: οὐ γὰρ οἴομαι N δεν
τὸν εἶναι κ. τ. &,, mit diesem Hin
weis auf die ϑέμιστες, die ewigen
Satzungen der Götter. In „längerer
Rede behandelt er das anoxtel-
ναντες ἐμὲ βλάψετε ὑμᾶς αὐτούς.
Wieder mit einem stolzen Worte
geht er zum Beweise dieses zwei-
ten Satzes über: „ich halte hier
eine Verteidigungsrede nicht in mei-
nem, sondern in eurem Interesse,
zu eurem Besten“ πολλοῦ δέω ἐγὼ
ὑ πὲ 9 ἐμαυτοῦ ἀπολογεῖσϑαι,
ἀλλ᾽ ὑπὲρ ὑμῶν, und scheut sich
dann nicht, den kühnsten Gedanken
der Rede auszusprechen: m τι
ἐξαμάρτητε περὶ τὴν τοῦ ϑεοῦ
δόσιν ὑμῖν ἐμοῦ χαταψηφισάμε-
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 41
ἀποχτείνητε, οὐ ῥᾳδίως ἄλλον τοιοῦτον εὑρήσετε, ἀτε-
χνῶς, εἰ καὶ γελοιότερον εἰπεῖν, προσχείμενον τῇ πόλει
ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ, ὥσττερ ἵπττῳ μεγάλῳ μὲν καὶ γενναίῳ,
ὑπὸ μεγέϑους δὲ νωϑεστέρῳ χαὶ δεομένῳ ἐγεέρεσϑαι ὑπὸ
μύωπός τινος" οἷον δή μοι δοχεῖ ὃ ϑεὸς ἐμὲ τῇ πόλει
σπροστεϑειχέναι τοιοῦτόν τινα, ὃς ὑμᾶς ἐγείρων χαὶ πεί-
ϑων καὶ ὀνειδίζων ἕνα ἕκαστον οὐδὲν παύομαι τὴν ἡμέ-
ραν ὅλην πανταχοῦ προσκαϑίζων. τοιοῦτος οὖν ἄλλος οὐ
ῥᾳδίως ὑμῖν γενήσεται, ὦ ἄνδρες, ἀλλ᾽ ἐὰν ἐμοὶ πεί-
ϑησϑε, φείσεσϑέ μου" ὑμεῖς δ᾽ ἴσως τάχ᾽ ἂν ἀχϑόμενοι,
. ὥσπερ οἱ νυστάζοντες ἐγειρόμενοι, ὀρούσαντες ἂν με,
σπειϑόμενοι ᾿Ανύτῳ, ῥᾳδίως ἂν ἀποχτείναιτε, εἶτα τὸν
λοιττὸν βίον χαϑεύδοντες διατελοῖτ᾽ ἄν, ei un τινὰ ἄλλον
ö ϑεὸς ὑμῖν ἐπιπέμψεεξ κηδόμενος ὑμῶν. ὅτι δ᾽ ἐγὼ
τυγχάνω ὧν τοιοῦτος, οἷος ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ τῇ πόλει δε-
δόσϑαι, ἐνθένδε ἂν χατανοήσαιτε᾽ οὐ γὰρ ἀνϑρωπίένῳ
ἔοιχε τὸ ἐμὲ τῶν μὲν ἐμαυτοῦ ἁπάντων ἠμεληκχέναι καὶ
ἀνέχεσϑαι τῶν οἰχείων ἀμελουμένων τοσαῦτα ἤδη ἔτη,
γοι (ὑμῖν von δόσις abhängig), in
welchem er denen, die in ihrer
Mehrzahl ihn zu verurteilen ge-
neigt sind, sagt: „ich bin eine Got-
tesgabe für euch“, ein Gedanke,
der an die stolzesten Worte der
alten Propheten erinnert. Sobald
er nun mit dieser Wendung wieder
zu einem Appell an das Gemüt der
Athener übergegangen ist, fällt er
wieder, wie oben, in vollere Pe-
rioden, in eine gröfsere Fülle des
Ausdrucks, i in eine Häufung der Sy-
nonymen: μέγας καὶ γενναῖος, νω-
ϑέστερος χαὶ δεόμενος ἐγείρε-
σϑαι, ἐγείρων χαὶ πείϑων καὶ
ὀνειδίζων u. 5. χ. Und mit wel-
cher psychologischen Klugheit führt
. er wieder seine Warnung durch!
Er verbindet dem warnenden Tadel
das Lob in dem ersten Vergleiche:
οὐ ῥᾳδίως ἄλλον εὑρήσετε 1 προσ-
χείμενον τῇ πόλει ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ
(προσχεῖσϑαι als Passivum von
προστιϑέναε mit ὑπό verbunden),
ὥσπερ ἵππῳ μεγάλῳ καὶ γεν-
ναίω x. τ. &.; er spricht in dem
zweiten Vergleiche nicht von einem
sittlichen Fehler, sondern von einem
unbewulsten Irrtum, einem γυστά-
Gew, wo ein ἁμαρτάνειν nicht zu
viel sagen würde. Die Begründung
des ὑμᾶς αὐτοὺς βλάψετε giebt er
dann zuletzt durch eine demonstra-
tio ad oculos, durch den Hinweis
auf seine Uneigennützigkeit: „seht,
ich bin blutarm geblieben!“ und
schliefst dann mit einer Hervor-
hebung der Schamlosigkeit seiner
Ankläger, die es nicht verdienen,
dafs die Richter ihnen folgen. Auch
hier ist aufmerksam zu machen auf
den kraftvollen Schlufs einzelner
Perioden, kraftvoll deshalb, weil
die letzten Worte einen Hauptbe-
griff, einige oder ein stark, zu be-
tonendes Wort enthalten: τὴν ἡμέ-
ραν ὅλην πανταχοῦ προσχαϑί-
ζων --- χηδόμενος ὑμῶν. το πεί-
ϑοντα ἐπιμελεῖσϑαι ἀρετῆς --- τὸν
42 ΠΑΑΤΩΝΟΣ
τὸ δὲ ὑμέτερον rrgarreıv ἀεί, ἰδίᾳ ἑχάστῳ προσιόντα
ὥσπερ πατέρα ἢ ἀδελφὸν πρεσβύτερον, πείϑοντα ἐπι-
μελεῖσϑαι ἀρετῆς. χαὶ εἰ μέν τι ἀττὸ τούτων ἀττέλαυον
χαὶ μισϑὸν λαμβάνων ταῦτα πτιαρεχελευόμην, εἶχον ἄν
τινα λόγον" νῦν δὲ ὁρᾶτε δὴ χαὶ αὐτοί, ὅτε οἱ χατήγοροι
τἄλλα πάντα ἀναισχύντως οὕτω. κατηγοροῦντες τοῦτό γε
οὐχ οἷοί τε ἐγένοντο ἀπαναισχυντῆσαι παρασχόμενοι μάρ-
τυρα, ὡς ἐγώ ποτέ τινὰ ἢ ἐπραξάμην μισϑὸν ἢ ἤτησα.
ἱχανὸν γάρ, οἶμαι, ἐγὼ παρέχομαι τὸν μάρτυρα, ἀληϑῆ
ὡς λέγω, τὴν πενίαν.
19. Ἴσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτοττον εἶναι, ὅτι- δὴ ἐγὼ.
ἰδίᾳ μὲν ταῦτα ξυμβουλεύω περιιὼν χαὶ ττολυτεραγμονγῶ,
δημοσίᾳ δὲ οὐ τολμῶ ἀναβαίνων εἰς τὸ τιλῆϑος τὸ ὑμέ-
τερον ξυμβουλεύειν τῇ τιόλει. τούτου δὲ αἴτιόν ἔστιν ὃ
ὑμεῖς ἐμοῦ πολλάχις ἀχηχόατε πολλαχοῦ λέγοντος, ὅτι
μοι ϑεῖόν τι χαὶ δαιμόνιον γίγνεται [φωνή], ὃ δὴ καὶ
ἐν τῇ γραφῇ ἐπικωμῳδῶν Ιἤέλητος ἐγράψατο" ἐμοὶ δὲ
μάρτυρα, ἀληϑὴῆ ὡς λέγω; τὴν
πενίαν.
Zu ἀπαναισχυντῆσαι bemerkt
Cron: „In ἀπὸ liegt der Begriff der
Vollendung, wie „ihrer Unver-
schämtheit damit die Krone auf--
setzen“, oder der Erfüllung einer
Aufgabe, wie „etwas leisten in der
Unverschämtheit“. — Das ἀνά des
Kompositums bezeichnet die Wie-
derholung.
Kap.19. Sokrates geht zur Wür- |
digung des letzten Teiles der An-.
klage über: ἕτερα δὲ καινὰ δαιμό-
για εἰσηγούμενος. Den natürlichen
Übergang bildet ein angenommener
Einwurf: ἔσως ἂν οὖν δόξειεν ἄτο-
πον εἶναι χ. τ. ξ., der Vorwurf,
den man ihm vielleicht daraus ma-
chen könnte, dafs er nur ἐδέᾳ und
nicht δημοσίᾳ sein Ziel verfolge.
Er erklärt seine Art des Vorgehens
einmal aus einer angeborenen Ab-
neigung gegen Staatsgeschäfte und
zweitens aus einer logischen Über-
zeugung. Die angeborene Antipathie
nennt er eine ϑεία φωνή, eine
göttliche und deshalb glückliche
Stimme in seiner Brust, die ihm
öfter ein Halt! zurufe, wenn er et-
was unternehmen wolle „ ein δαι-
-uovıov, die Gabe eines glücklichen
Dämon, wie er es nenne, eine Be-
zeichnung, aus welcher dann Mele-
tos, wie ein Komödiendichter etwas
hinzudichtend (£rızwuodor») die
ἕτερα δαιμόνια χαινά gemacht
habe. Dals Sokrates von Meletos,
wie immer, so auch hier ironisch
spricht, beweist aufser dem ange-
führten Beiwort, das er ihm giebt
(ἐπικωμῳδῶν), auch der Umstand,
dafs er ihn wie beiläufig in einem
Nebensatze abfertigt. In Bezug auf
die innere Stimme, die Sokrates
sich beilegt, ist jedenfalls darauf
zu achten, dafs er ihr nicht blind-
lings folgt, sondern sich von ihr
nur zur Überlegung antreiben läfst,
dafs er mit dem δαιμόνιον (wie
hier, so im Phädrus Kapitel 20 u.
a. a. Ὁ.) nur die äufsere Veranlas-
ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 48
τοῦτ᾽ ἐστὶν ἐχ παιδὸς ἀρξάμενον φωνή τις γιγνομένη, ἢ
ὅταν γένηται, ἀεὶ ἀποτρέπει μὲ τούτου, ὃ ἂν μέλλω
πράττειν, πιροτρέτεει δὲ οὔττοτε" τοῦτ᾽ ἔστιν ὅ μοι ἔναν-
τιοῦται τὰ πολιτικὰ πιράττειν. χαὶ παγχάλως γέ μοι
u - 9 5 \ ’ = 3 ᾿Ξ
δοχεῖ ἐναντιοῦσϑαι" εὖ γὰρ ἴστε, ὦ ἄνδρες Admvaloı, εἰ
ἐγὼ πάλαι ἐπεχείρησα πράττειν τὰ πολιτικὰ πράγματα,
’ E pP) I ΄ \ Min a c - 2 ’ 2 \
πάλαι ἂν ἀτπολώλη xal οὔτ᾽ av ὑμᾶς ὠφελήχη οὐδὲν
ΡΨ, 3 [4 \ ᾽, 2 , ΡῚ m.
οὔτ᾽ ἂν ἐμαυτόν. χαὶ un μοι ἄχϑεσϑε λέγοντι τἀληϑῆ
οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνθρώπων σωϑήσεται οὔτε ὑμῖν
ΤΥ ” [4 > \ ᾽ὔὕ 2 4 \
οὔτε ἄλλῳ πλήϑει ovdevi γνησίως Evavrıovusvog xal
διαχκωλύων πολλὰ ἄδιχα καὶ παράνομα ἐν τῇ πόλει yi-
γνεσϑαι, ἀλλ᾽ ἀναγχαῖόν ἔστι τὸν τῷ ὄντι μαχούμενον
ὑπὲρ τοῦ δικαίου, καὶ εἰ μέλλει ὀλίγον χρόνον σωϑήσε-
2 ’ 3 x κ ͵
σϑαι, ἰδιωτεύειν ἀλλὰ μὴ δημοσιεύειν.
20. Meyala δ᾽ ἔγωγε ὑμῖν τεχμήρια παρέξομαι
τούτων, οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς τιμᾶτε, ἔργα. ἀχούσατε
δή μου τὰ ἐμοὶ ξυμβεβηκότα, iv’ εἰδῆτε ὅτι οὐδ᾽ ἂν Evi
ὑπεεικάϑοιμι παρὰ τὸ δίκαιον δείσας ϑάνατον, μὴ ὑτεεί-
χων δὲ ἅμ᾽ ἂν καὶ ἀπολοίμην. ἐρῶ δὲ ὑμῖν φορτικὰ μὲν
χαὶ δικανικά, ἀληϑῆ δέ. ἐγὼ γάρ, w Admvaioı, ἄλλην
sung seines Nachdenkens zu be-
gründen sucht. Das Resultat sei-
nes Nachdenkens über die Frage,
ob ein δίχαιος ἀνήρ sich den
Staatsgeschäften widmen müsse,
giebt der letzte Satz des Kapitels:
rechten Verurteilung der Feldherrn,
welche nach der Schlacht bei den
Arginusen sich um die Leichen der
umgekommenen Athener nicht soll-
ten gekümmert haben, viele der
Anwesenden teilgenommen hatten.
οὐ γὰρ ἔστιν ὅστις ἀνϑρώπων
σωϑήσεται x. τ. ἕ.
Kap. 20. Das Kapitel giebt zwei
Beispiele zu dem Satze, dafs, wer
für das Recht eintreten will, Pri-
vatmann bleiben mufs, wenn er
nicht bald verloren sein will. Iro-
nisch leitet der Redner die Bei-
spiele ein: οὐ λόγους, ἀλλ᾽ ὃ ὑμεῖς
τιμᾶτε (zu schätzen wilst), ἔργα.
Hatte man ihm doch vorgeworfen,
dals er ein Nichtsthuer sei. „Frei-
lich — sagt er — werden es für
euch lästige Prozefsgeschichten sein,
aber sie sind wahr“. Φορτιχά sind
die τεχμήρια, weil an der unge-
Bei der Verurteilung der zehn, oder
richtiger acht Feldherrn, von denen
aber zwei entkommen waren, war
man παρανόμως vorgegangen, weil
man sie nicht einem zuständigen
Gerichtshofe überwiesen, sondern
in der Volksversammlung verurteilt
hatte, und weil man über sie
ἀϑρόους͵ d. i. insgesamt, über alle
zugleich in einer Abstimmung und
nicht über jeden einzelnen in be-
sonderem Stimmgang abgestimmt
hatte (δίχα ἕχαστον "zolvew), wie
das Gesetz es vorschrieb. Aber
auch die zweite Erzählung hat ihr
φορτιχόν; es liegt in dem Satze
44 TAATQNOL
\ 2 \ 2 " , 3 b) - , > ΄
μὲν ἀρχὴν οὐδεμίαν τεώτεοτε ἤρξα ἐν τῇ πόλει, ἐβούλευσα
δέ" καὶ ἔτυχεν ἡμῶν ἡ φυλὴ ᾿Αντιοχὶς τερυτανεύουσα, ὅτε
ὑμεῖς τοὺς δέκα στρατηγοὺς τοὺς οὐχ ἀνελομένους τοὺς
ἐχ τῆς ναυμαχίας ἐβούλεσθε ἀϑρόους κρίνειν, πιααρανό-
μως, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε. τότ᾽
ἐγὼ μόνος τῶν πρυτάνεων ἠναντιώϑην ὑμῖν μηδὲν ποιεῖν
παρὰ τοὺς νόμους χαὶ ἐναντία ἐψηφισάμην, καὶ ἑτοίμων
ὄντων ἐνδειχνύναι us χαὶ ἀπάγειν τῶν ῥητόρων, καὶ
ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων, μετὰ τοῦ νόμου xal τοῦ
δικαίου ᾧμην μᾶλλόν μὲ δεῖν διαχινδυνεύειν ἢ μεϑ'
ὑμῶν γενέσϑαι μὴ δίχαια βουλευομένων, φοβηϑέντα δε-
σμὸν ἢ ϑάνατον. καὶ ταῦτα μὲν ἣν ἔτι δημοχρατουμένης
τῆς πόλεως" ἐπειδὴ δὲ ὀλιγαρχία ἐγένετο, οἱ τριάχοντα
av μεταπεμψάμενοίέ μὲ πέμπτον αὐτὸν εἰς τὴν ϑόλον
προσέταξαν ἀγαγεῖν ἐκ Σαλαμῖνος Δέοντα τὸν Σαλαμί-
ῶἰ ἈΠ 3 , ᾿: τ x Te 3:200) 4
vıov, iv ἀποϑανοι" οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι ττολλοῖς
πολλὰ προσέταττον, βουλόμενοι ὡς scheiotovg ἀναπλῆσαι
αἰτιῶν τότε μέντοι ἐγὼ οὐ λόγῳ ἀλλ᾽ ἔργῳ av ἐνεδει-
ξάμην, ὅτι ἐμοὶ ϑανάτου μὲν μέλει, el μὴ ἀγροικότερον
ἣν εἰπεῖν, οὐδ᾽ ὁτιοῦν, τοῦ δὲ μηδὲν ἄδιχον μηδ᾽ ἀνό-
2 ’ , x \ - ΄ DB. δ N 2
σιον ἐργάζεσϑαι, τούτου δὲ τὸ πᾶν μέλει. ἐμὲ γὰρ Exeivn
ΕΝ x 2 257 ᾿ a en x 5 “ ” ‚
ἢ ἀρχὴ οὐχ ἐξέπληξεν οὕτως ἰσχυρὰ οὐσα, ὥστε ἄδικόν
οἷα δὴ καὶ ἄλλοις ἐκεῖνοι πολ-
λοῖς --- ἀναπλῆσαι αἰτιῶν. Die
Dreifsig wollten möglichst viele in
ihre Schuld verwickeln, zu ihren
Mitschuldigen machen, und die Er-
innerung an dies Bestreben mag
manchen haben erröten lassen, der
sich gegen ihre Befehle nicht gleich
Sokrates aufgelehnt oder sie nicht
unberücksichtigt gelassen hatte.
Die Erzählung hat übrigens eine
sehr wohl berechnete Breite. Der
Redner hat zweierlei im Auge: er
will die Richter überzeugen, dafs
er den Tod nicht fürchte und sich
durch nichts von dem, was er für
ein δίκαιον halte, abbringen lasse,
und er will sie sodann daran erin-
nern, dafs in Athen das Recht nicht
immer auf seiten der Verurteilen-
den gewesen sei, will ihnen ihre
eigenen Sünden in das Gedächtnis
zurückrufen. Daher. die wieder-
holte Zurückweisung der . Todes-
furcht: οὐδ᾽ av ἑνὶ ὑπεικάϑοιμι
- zal ἀπολοίμην, φοβηϑέντα δε-
σμὸν ῆ ϑάνατον. ἐμοὶ ϑανάτου
μὲν μέλει οὐδ᾽ ὁτιοῦν, ‚und das
Hervorheben des ὑμεῖς: ὃ ὑμεῖς
τιμᾶτε, Ö uiv φορτιχόν, ὅτε
ὕμε ες «τοὺς δέχα στρατηγους.
χ: τ. &, ὡς ἐν τῷ ὑστέρῳ χρόνῳ
πᾶσιν ὑμῖν ἔδοξε, ἐγὼ μόνος,
Ἰναντιώϑην ὕμτν (wo Cron das
ὑμῖν mit Unrecht fallen läfst), χαὲ
ὑμῶν κελευόντων χαὶ βοώντων
u. ἃ. ἃ. St.
Zu εἰς τὴν 3040» bemerkt Stall-
ANOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 45
τι ἐργάσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐπειδὴ ἐκ τῆς ϑόλου ἐξήλϑομεν, οἱ
μὲν τέτταρες ᾧχοντο sig Σαλαμῖνα xal ἤγαγον “έοντα,
ἐγὼ δὲ ὠχόμην ἀπιὼν οἴχαδε. χαὶ ἴσως ἂν διὰ ταῦτ᾽
2 3 \ ς > \ \ ΄, \ ’
ἀπέϑανον, εἰ μὴ ἡ ἀρχὴ διὰ ταχέων χατελύϑη" nal τού-
τῶν ὑμῶν ἔσονται πολλοὶ μάρτυρες.
21. Ao’ οὖν ἄν μὲ οἴεσϑε τοσάδε ἔτη διαγενέ-
σϑαι, εἰ ἔπραττον τὰ δημόσια, καὶ πράττων ἀξίως ἀν-
δρὸς ἀγαϑοῦ ἐβοήϑουν τοῖς δικαίοις καί, ὥσττερ χρή,
τοῦτο περὶ πλείστου ἐπτοιούμην; πολλοῦ γε δεῖ, ὦ ἂν-
does ᾿Αϑηναῖοι. οὐδὲ γὰρ ἂν ἄλλος ἀνϑρώπων οὐδείο.
θ N γὰρ θ ς
ἀλλ᾽ ἐγὼ διὰ παντὸς τοῦ βίου δημοσίᾳ Te εἴ πού τι
U - - ’ EL ἧλον 2,
ἔπραξα, τοιοῦτος φανοῦμαι. χαὶ ἰδίᾳ, ὁ αὐτὸς οὗτος,
οὐδενὶ wrote ξυγχωρήσας οὐδὲν παρὰ τὸ δέκαιον οὔτε
2 Zu ΄ 2 , a ς ΄ , ,
ἄλλῳ οὔτε τούτων οὐδενί, οὺς οἱ διαβαλλοντές μέ φασιν
2 \ \ 2 2 \ \ , \ 2 \
ἐμοὺς μαϑητὰς εἶναι. ἐγὼ δὲ διδάσκαλος μὲν οὐδενὸς
πώποτ᾽ ἐγενόμην" εἰ δέ τίς uov λέγοντος καὶ τὰ ἐμαυ-
τοῦ πράττοντος ἐπιϑυμεῖ ἀκούειν, εἴτε νεώτερος εἴτε
πιρεσβύτερος, οὐδενὶ wrote ἐφϑόνησα, οὐδὲ χρήματα
μὲν’ λαμβάνων διαλέγομαι, μὴ λαμβάνων δ᾽ οὔ, ἀλλ᾽
ὁμοίως καὶ πλουσίῳ xal πένητι παρέχω ἐμαυτὸν ἐρω-
baum: fait 904.05 aedificium pu-
blieum prope τὸ βουλευτήριον
τῶν πενταχοσίων, auctore Paus.
1. 5, in quo prytanes quotidie epu-
labantur et sacrificabant, ita dic-
tum a forma et figura testudinis,
quam referebat.
Leon ist seines Vermögens wegen
von den Dreifsig verfolgt ‚worden.
Kap. 21. In den Wor ten εἰ ἔπρατ-
τον τὰ δημόσια -- ἐποιούμην ist
zu πράττων zu ergänzen τὰ δη-
μόσια und deshalb nicht mit C.
Hermann zwischen τὰ δημόσια und
χαί ein Komma zu setzen, ἀξίως
‚gehört zu ἐβοήϑουν und nicht zu
πράττων, τοῖς δικαίοις ist der dat.
gen. neutr. und das χρή ist das
ethische, „man soll“, wie oft bei
Plato und Thucydides. Auch im
folgenden Satze habe ich anders,
als es gewöhnlich geschieht, inter-
pungiert. In diesem Satze gehört
offenbar das δημοσίᾳ nicht zu φα-
νοῦμαι; wie der hinzugefügte Ao-
rist εἰ ἔπραξα beweist und wie
der zu Grunde liegende Gedanke
auch darlegt. Denn Sokrates will
ja nach dem, was er Kap. 19 zum
Schlufs gesagt hat, in Zukunft gar
nicht δημόσια πράττειν, sondern
vielmehr wie bisher ἐδιωτεύειν.
Die Worte enthalten vielmehr eine
Breviloquenz: ἐγὼ δημοσίᾳ τε ei
ποὺ τι ἔπραξα, τοιοῦτος ἐφάνην
καὶ ἰδίᾳ τοιοῦτος φανοῦμαι κ. τ. ἕ.
Der Deutsche spricht übrigens eben-
so: „nein (ἀλλά), ich für meine
Person, all mein Lebtag, bin ich
öffentlich wo aufgetreten, so will
ich auch im Privatleben ebenso er-
scheinen, derselbe Mann, der kei-
nem je nachgiebt“ u. 8. w. :
In den Worten ἀλλ᾽ ὁμοίως χαὶ
Ν
46 TAATQNOZ
τᾶν καὶ ἐάν τις βούληται ἀποχρινόμενος ἀχούειν ὧν ἂν
λέγω. καὶ τούτων ἐγὼ εἴτε τις χρηστὸς γίγνεται εἴτε
μή, οὐχ ἂν δικαίως τὴν αἰτίαν ὑπέχοιμι, ὧν μήτε ὕπε-
σχόμην μηδενὶ μηδὲν πώποτε μάϑημα μήτε ἐδίδαξα" εἰ
δέ τίς φησι παρ᾽ ἐμοῦ πώποτέ τι μαϑεῖν ἢ ἀκοῦσαι
ἰδίᾳ ὅ τι μὴ καὶ οἱ ἄλλοι πάντες, εὖ ἴστε ὕτι οὐκ ἀλη-
In λέγει.
22. ᾿Αλλὰ διὰ τί δή ποτε μετ᾽ ἐμοῦ χαίρουσέ τινες
πολὺν χρόνον διατρίβοντες; ἀχηχόατε, ὦ ἄνδρες AIM-
γαῖοι᾽ πᾶσαν ὑμῖν τὴν ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον" ὅτε ἀκούον-
τες χαίρουσιν ἐξεταζομένοις τοῖς οἰομένοις μὲν εἶναι σο-
φοῖς, οὖσι δ᾽ οὔ" ἔστι γὰρ οὐκ ἀηδές. ἐμοὶ δὲ τοῦτο,
πλουσίῳ καὶ πένητι ὧν ἂν λέγω
ist nach ἐρωτᾶν χαὶ wiederholt zu
denken παρέχω ἐμαυτόν: „ich
stelle mich zur Verfügung, mich zu
fragen, und (stelle mich zur Ver-
fügung), wenn jemand wünscht ant-
wortend (durch Rede und Antwort)
zu hören, was ich behaupte d. i.
wenn jemand sich meiner dialek-
tischen Methode fügen will“.
Der Gedanke des Kapitels ist
klar: ich habe niemand jemals eine
Wissenschaft (wie die Sophisten)
zugesagt (ὑπεσχόμην), noch auch
eine solche gelehrt (ἐδίδαξα καὶ
:$nue); deshalb trage ich auc
hd Schuld (im Griechischen
. < r 14
ist ‚auf das ὑπέχοιμε und ὑπεσχο-
>
μὴν zu achten) εἴτε τις χρηστὸς
᾿ a” r
γίγνεται εἴτε μή.
p. 22. Der Redner sagt, die
jungen Männer folgen ihm aus Lust
an den Prüfungen derer, die weise
zu sein glauben, ohne es zu sein.
Dafs sie aber von ihm nicht ver-
dorben werden, -dafür. sei der beste
Beweis, dafs einmal keiner seiner
Schüler, älter geworden und zu
selbständigem Urteil fortgeschrit-
ten, sich jemals über ihn beschwert
habe, und sodann, dafs auch keiner
ihrer Verwandten gegen ihn auf-
trete, da/s Meletos keinen von ihnen
als Zeugen gegen ihn habe gewin-
nen können.
In dem ersten Satze tritt das
Wort χαίρουσι etwas ironisch her-
vor, und wir geben es mit unse-
rem „gern“ in zu schwacher Fär-
bung wieder. Es liegt eine Ironie
darin, weil die Anklage das Wort
nicht hat gebrauchen können: die
Ankläger konnten nicht sagen: οἱ
νέοι χαίρουσι μετὰ Σωχράτους
διατρίβοντες πολὺν χρόνον --- Sie
durften sich höchstens ausdrücken :
οἱ νέοι μετὰ Σωχράτους πολὺν
χρόνον διατρίβουσιν. Es liegt also
in χαίρουσι schon ein Schlag gegen
Meletos und Genossen. In den fol-
genden Worten’ bin ich in Bezug
auf die Interpunktion Stallbaum
gefolgt, der nach πᾶσαν ὑμῖν τὴν
ἀλήϑειαν ἐγὼ εἶπον ein stärkeres
Interpunktionszeichen, ein Semiko-
lon statt eines Komma setzt, um
anzudeuten, dals ὅτι ἀχούοντες
χαίφονσεν nicht von εἶπον abhängig
zu denken, sondern als Antwort auf
das δια τί χαίρουσι zu fassen ist Ὁ
und nur von der Frage durch einen
Zwischensatz ἀχηχόατε — εἶπον,
wie ihn der Redner liebt, getrennt
ist. Neckisch ist das ἔστε γὰρ οὐχ
ἀηδές „denn es ist nicht uninteres-
sani“, wie wir mit einem Fremd-
ἈΠΟΛΟΓῚΛ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 47
ws ἐγώ φημι, προστέταχται ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ πράττειν χαὶ
ἐχ μαντείων καὶ ἐξ ἐνυτινίων χαὶ τταντὶ τρόττῳ, ᾧττἊερ
τές ποτε χαὶ ἄλλη ϑεία μοῖρα ἀνϑρώττῳ καὶ ὅτιοῦν προσ-
ἔταξε πράττειν. ταῦτα, ὦ ᾿Αϑηναῖοι, καὶ ἀληϑῆ ἔστι
καὶ εὐέλεγχτα. εἰ γὰρ δὴ ἔγωγε τῶν νέων τοὺς μὲν δια-
φϑείρω, τοὺς δὲ διέφϑαρχα, χρὴν δήττου, εἴτε τινὲς αὖ-
τῶν πρεσβύτεροι γενόμενοι ἔγνωσαν ὅτι νέοις οὐσιν. αὖ-
τοῖς ἐγὼ καχὸν στώττοτέ τε ξυνεβούλευσα, νυνὶ αὐτοὺς
ἀναβαίνοντας ἐμοῦ κατηγορεῖν καὶ τιμωρεῖσϑαι" εἰ δὲ
μὴ αὐτοὶ ἤϑελον, τῶν οἰκείων τινὰς τῶν ἐχείνων, πα-
τέρας χαὶ ἀδελφοὺς καὶ ἄλλους τοὺς προσήκοντας, εἴπερ
ὑπ ἐμοῦ τι χαχὸν ἐττεττόνϑεσαν αὐτῶν οἱ οἰκεῖοι, νῦν
μεμνῆσϑαι χαὶ τιμωρεῖσϑαι. πάντως δὲ πάρεισιν αὐτῶν
πολλοὶ ἐνταυϑοῖ, οὺς ἐγὼ ὁρῶ, πρῶτον μὲν Κρίτων οὗ-
τοσί, ἐμὸς ἡλικιώτης καὶ δημότης, Κριτοβούλου τοῦδε
πατήρ᾽ ἔπειτα Avoaviag ὃ Σφήττιος, Aloxivov τοῦδε
πατήρ᾽ ἔτι ᾿Αντιφῶν ὃ Κηφισιεὺς οὑτοσί, ᾿Ἐπιγένους
πατήρ᾽ ἄλλοι τοίνυν οὗτοι, ὧν οἱ ἀδελφοὶ ἐν ταύτῃ τῇ
διατριβῆ γεγόνασι, Νικόστρατος, ὃ Θεοζοτίδου, ἀδελφὸς
Θεοδότου --- χαὶ ὃ μὲν Θεόδοτος τετελεύτηχεν, ὥστε
οὐκ ἂν ἐχεῖνός γε αὐτοῦ χαταδεηϑείη —, χαὶ Πάραλος
ὅδε, ὃ Φημοδόκου, οὗ ἦν Θεάγης ἀδελφός" ὅδε δὲ ᾿4δεί-
μαντος, ὃ ᾿Αρίστωνος, οὗ ἀδελφὸς οὑτοσὶ Πλάτων, καὶ
«Αἰαντόδωρος, οὗ ᾿Απολλόδωρος ὅδε ἀδελφός. καὶ ἄλλους
πολλοὺς ἐγὼ ἔχω ὑμῖν εἰπεῖν, ὧν τινὰ ἐχρῆν μάλιστα
μὲν ἐν τῷ ἑαυτοῦ λόγῳ :τταρασχέσϑαι Meimtov μάρτυρα"
ei δὲ τότε ἐπελάϑετο, νῦν παρασχέσϑω, ἐγὼ παραχωρῶ,
χαὶ λεγέτω, εἴ τι ἔχει τοιοῦτον. ἀλλὰ τούτου πᾶν τοῦὐ-
worte sagen würden, wenn wir
nicht mit etwas anderer Wendung
unserer Sprache getreu bleiben wol-
len: „denn es macht Spafs“. Wei-
terhin ist das χαί in πράττειν καὶ
EX μαντείων „und zwar“; denn die
Worte ἐχ μαντείων --- προσέταξε
πράττειν zerlegen den Ausdruck
ὑπὸ τοῦ ϑεοῦ. Dem εἴτε in εἴτε
τινὲς αὐτῶν πρεσβύτεροι γενό-
μενοι ἔγνωσαν entspricht, wie öf-
ter das δέ dem τε, das εἰ δέ in εἰ
δὲ um αὐτοὶ ἤϑελον. Der Aufzäh-
lung der einzelnen Männer nimmt
der Redner das Langweilige, das
jede Aufzählung hat, durch kleine
Zusätze, durch das ἐμὸς ἡλικιώτης
καὶ δημότης „der mit mir in dem-
selben Demos aufgewachsen ist“,
und den Zwischensatz: χαὲὶ ὃ μὲν
48 ΠΑΆΤΩΝΟΣ
γαντίον εὑρήσετε, ὦ ἄνδρες, πιάντας ἐμοὶ βοηϑεῖν Eroi-
μους τῷ διαφϑείροντι, τῷ κακὰ ἐργαζομένῳ τοὺς οἰχείους
αὐτῶν, ὥς φασι Πέλητος χαὶ "Avvrog. αὐτοὶ μὲν γὰρ oi
N “Ὁ > ΄ ’ Ind x
διεφρϑαρμένοι ray ἂν λόγον ἔχοιεν βοηϑοῦντες" ol δὲ
ἀδιάφϑαρτοι, πρεσβύτεροι ἤδη ἄνδρες, οἱ τούτων προ-
᾽ N} >» » [4 αν 2 \ γ >
onxovres, tiva ἄλλον ἔχουσι λόγον βοηϑοῦντες ἐμοὶ ἀλλ
> \ > ΄ \ ΄ co ΄, ΄ Ἁ
ἢ τὸν ὀρϑόν τε καὶ δίκαιον, ὅτε ξυνίσασι ελήτῳ μὲν
[2 P} \ \ 2 4 +
ψευδομένῳ, ἐμοὶ δὲ ἀληϑεύοντι;
a , >. ἮΣ ΒΡ > \ 2 u» oe ἢ 2
23. Εἶεν δή, ὦ ἄνδρες" ἃ μὲν ἐγὼ ἔχοιμ᾽ ἂν ἀπο-
λογεῖσϑαι, σχεδόν ἐστι ταῦτα καὶ ἄλλα ἴσως τοιαῦτα.
τάχα δ᾽ ἄν τις ὑμῶν ἀγαναχτήσειεν ἀναμνησϑεὶς ἕαυ-
τοῦ, εἰ ὃ μὲν χαὶ ἐλάττω τουτουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα
ἀγωνιζόμενος ἐδεήϑη τε χαὶ ἱχέτευσε τοὺς διχαστὰς
μετὰ πολλῶν δαχρύων, παιδία τε αὑτοῦ ἀναβιβασάμενος,
[4] oc ͵ > ’ \ 2} η - > ’, x
ἵνα ὅ τι μάλιστα ἑλεηϑείη, καὶ ἄλλους τῶν οἰκείων χαὶ
φίλων πολλούς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν ἄρα τούτων ποιήσω, καὶ
- , ς ’ ’ ,
ταῦτα χινδυνεύων, ὡς ἂν δόξαιμι, τὸν ἔσχατον χένδυνον.
τάχ᾽ οὖν τις ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέστερον ἂν πρός μὲ
σχοίη, καὶ ὀργισϑεὶς αὑτοῖς τούτοις ϑεῖτο ἂν μετ᾽ ὀργῆς
τὴν ψῆφον. εἰ δή τις ὑμῶν οὕτως Ἔχει, --- οὐχ ἀξιῶ
μὲν γὰρ ἔγωγε" εἰ δ᾽ οὖν, ἐπιεικῆ ἂν wor δοχῶ πρὸς
τοῦτον λέγειν λέγων ὅτι ἐμοί, ὠ ἄριστε, . εἰσὶ μέν πού
τινὲς χαὶ οἰχεῖοι" χαὶ γὰρ τοῦτο αὐτὸ τὸ τοῦ Ὁμήρου.
οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽ ἀττὸ πέτρης πέφυχα, ἀλλ᾽ ἐξ
ἀνϑρώπων, ὥστε καὶ οἰχεῖοί μοί εἰσι χαὶ υἱεῖς, ὦ ἄνδρες
᾿ϑηναῖοι, τρεῖς, εἷς μὲ ά ἤδη, δύο δὲ παιδία"
N , τρεῖς, eig μὲν μειράχιον ἤδη, δύο δὲ ί
2 ὦ a 2 ν΄ τῷ 3 - me I ΄ ’
ἀλλ᾽ ὅμως οὐδέν᾽ αὐτῶν δέῦρο ἀναβιβασάμενος δεήσο-
μαι ὑμῶν ἀποψηφέσασϑαι. τέ δὴ οὖν οὐδὲν τούτων ποιή-
΄ 5 , = Ψ 3
σω; οὐχ αὐϑαδιζόμενος, ἰ ἄνδρες ᾿Α΄ϑηναῖοι, --- οὐ
ς m I ΄ 2459 2 \ ΄ > ΒΝ Ν
ὑμᾶς ἀτιμάζων — ἀλλ᾽ εἰ μὲν ϑαρραλέως ἐγὼ ἔχω πρὸς
Θεόδοτος τετελεύτηκεν κ. τ. ἕ. Der
bittere Sarkasmus der Worte πάν-
τας ἐμοὶ βοηϑεῖν ἑτοίμους τῷ
διαφϑείροντι, τῷ χαχὰ ἐργαζο-
μένῳ κ. τ. &. liegt zutage. Der kräf-
tige "Schlußs des Kapitels ὅτι ξυ-
νέσασι --- ἀληϑεύοντι erinnert leb-
haft an den Schlufs des 19. Kapi-
tels.
Kap. 23. Mit dem εἶεν δή, ὦ
ἄνδρες beginnt die peroratio, in
welcher der Redner die Unsitte der
Angeklagten schildert, das Mitleid
der Richter zu wecken. Er sagt,
AIOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 49
ϑάνατον ἢ μή, ἄλλος λόγος, πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν καὶ ἐμοὶ
χαὶ ὑμῖν χαὶ ὅλῃ τῇ πόλει οὔ μοι δοκεῖ καλὸν εἶναι ἐμὲ
τούτων οὐδὲν τιοιεῖν χαὶ τηλιχόνδε ὄντα χαὶ τοῦτο Tov-
γομα ἔχοντα, εἴτ᾽ οὖν ἀληϑὲς εἴτ᾽ οὖν ψεῦδος" ἀλλ᾽ οὖν
δεδογμένον γέ ἔστι τὸ Σωκράτη διαφέρειν τινὶ τῶν πιολ-
λῶν ἀνθρώπων. εἰ οὖν ὑμῶν οἱ δοχοῦντες διαφέρειν
εἴτε σοφίᾳ εἴτε ἀνδρείᾳ εἴτε ἄλλῃ ἡτινιοῦν ἀρετῇ τοιοῦ-
τοι ἔσονται, αἰσχρὸν ἂν ein‘ οἵουσπτερ ἐγὼ ττολλάχις
ἑώραχά τινας ὅταν χρίνωνται, δοχοῦντας μέν τι εἶναι,
ϑαυμάσια δὲ ἐργαζομένους,
ihm verbiete die δόξα d. i. die Ach-
tung vor dem guten Rufe, vor dem
eigenen, dem der Richter und dem
des ‚ganzen Staates, so zu handeln:
πρὸς δ᾽ οὖν δόξαν χαὶ ἐμοὶ χαὶ
ὑμῖν καὶ ὅλῃ, τῇ πόλει οὐ μοι δο-
χεῖ χαλὸν εἶναι. Es ist gewils die
schwerste Aufgabe, welche der Red-
ner sich hier stellt, wenn er, der
Angeklagte, in den letzten Worten
seiner Verteidigung als Sittenrich-
ter derer, die über ihn abzuurteilen
‚haben, auftritt. Kehrt er doch den
Spiels geradezu um. Die Aufgabe
ist schwierig, weil sie leicht den
Eindruck des Hochmutes aufkom-
men lälst.
vor dadurch, dafs er selbst sagt,
er sehe die Gefahr ein, welche er
laufe, und dadurch, dafs er den Be-
weggrund, welchen ihm niedrig
denkende Menschen unterschieben
könnten, nennt und zurückweist:
τί δὴ. οὖν οὐδὲν τούτων ποιήσω;
οὐχ αὐϑαδιζόμενος x. τ. &., „nicht
aus Trotz, sondern aus Ehrgefühl“.
Er lälst dann den Vorwurf als eitel
erscheinen durch die edlen Beweg-
gründe, die sein Ehrgefühl bestim-
men: einmal die Rücksicht auf seine
Person: τηλικόνδε ὄντα καὶ τοῦτο
τοὔνομα ἔχοντα, mit der schönen,
selbstbewulsten und doch auch be-
scheidenen Erklärung des Beina-
mens σοφός: δεδογμένον γέ ἐστι
τὸ Σωχράτη διαφέρειν τινὲ τῶν
πολλῶν ἀνθρώπων --- und sodann
Plato, Apologie. Krito.
Dem beugt der Redner.
ὡς δεινόν τι οἰομένους 7rei-
die Rücksicht auf die Richter und
mit ihnen auf das ganze Vater-
land, welches die erwähnte Unsitte
schändet.
Wieder spricht der Redner in
vollen Perioden, weil er sich an
das Gemüt der Richter und der
übrigen Zuhörer wendet, ihr Ehr-
gefühl zu wecken bestrebt ist. Er
verschmäht dabei auch die rheto-
rische Figur nicht, wie denn gleich
im ersten Satze der Chiasmus klar
herv ortritt: ὃ μὲν καὶ ἐλάττω του-
τουὶ τοῦ ἀγῶνος ἀγῶνα ἄγωνι-
ζόμενος ἐδεήϑη τε καὶ ἱχέτευσε
τοὺς δικαστάς, ἐγὼ δὲ οὐδὲν τού-
των ποιή σω, καὶ ταῦτα κινδυνεύων
τὸν ἔσχατον κίνδυνον. Und mit
wie kunstgerechter psychologischer
Kenntnis geht er vor: er lälst den
einzelnen Sich an einen groben Feh-
ler erinnern (ἀναμνησϑεὶς ἑαυτοῦ),
erweckt also in ihm die Reue; er
setzt als möglich eine ungerechte
That, die dieser Reue entspringen
könnte (ταῦτα ἐννοήσας αὐϑαδέ-
στερον ἂν πρός με σχοίη), ruft
damit also zur Überlegung auf; er
führt dann sich als Beispiel vor mit
einem Scherze, der immer zur Milde
stimmt: οὐδ᾽ ἐγὼ ἀπὸ δρυὸς οὐδ᾽
ἀπὸ πέτρης πέφυχα; er giebt nach
dem guten Beispiele dann das ‚böse:
οἵουσπερ ἐγὼ πολλάκις ξώραχάα
τινας — ἐργαζομένους („derlei
Männer habe, ich oft gesehen vor
Gericht — ἑώραχαά τινὰς ὅταν
4
δ0 ΠΑΑΤΩΝΟΣ
> > - u 3 ‚ >) y
σεσϑαι εἰ ἀττοϑανοῦνται, ὥσπερ αϑανάτων ἐσομένων,
ἐὰν ὑμεῖς αὐτοὺς μὴ ἀποχτείνητε" οἱ ἐμοὶ δοχοῦσιν αἷ-
σχύνην τῇ πόλει πτεριάτετειν, ὥστ᾽ ἄν τινα χαὶ τῶν ξένων
ς = a ς ΄ > 2 > 3 ‚ a
ὑπολαβεῖν ὅτι οἱ διαφέροντες AImvaliov εἰς ἀρετήν, οὺς
> - - - - , -
αὐτοὶ ἑαυτῶν ἔν τε ταῖς ἀρχαῖς χαὶ χαῖς ἄλλαις τιμαῖς
χεροχρίνουσιν, οὗτοι γυναιχῶν οὐδὲν διαφέρουσι. ταῦτα
’, 5 ’ ἊΨ ς - x “ .
γάρ, ὦ ἄνδρες ᾿Δϑηναῖοι, οὔτε ὑμᾶς χρὴ ποιεῖν τοὺς
ee « - 5 ΒΨ x «ὦ -
δοκοῦντας χαὶ ὁτιοῦν εἶναι, οὔτ᾽, ἂν ἡμεῖς ποιῶμεν,
ς - > ,ὕ > \ - 9 \ > ’ a
ὑμᾶς ἐπιτρέπειν, ἀλλὰ τοῦτο αὐτὸ ἐνδείχνυσθϑαι, ὅτε
πολὺ μᾶλλον καταψηφιεῖσϑε τοῦ τὰ ἐλεεινὰ ταῦτα δρά-
ματα εἰσάγοντος χαὶ καταγέλαστον τὴν τστόλιν ᾽τοεοῦντος
ἢ τοῦ ἡσυχίαν ἄγοντος. 4
24. Χωρὶς δὲ τῆς δόξης, ὠ ἄνδρες, οὐδὲ δίκαιόν
μοι δοκεῖ εἶναι δεῖσϑαι τοῦ διχαστοῦ οὐδὲ δεόμενον ἀπο-
φεύγειν, ἀλλὰ διδάσχειν καὶ reise. οὐ γὰρ ἐπὶ τούτῳ
χάϑηται ὃ διχαστής, ἐπὶ τῷ χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια,
ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ χρίνειν ταῦτα᾽ χαὶ ὀμώμοχεν οὐ χαριεῖσϑαι
"τ y - Dr \ ΄ Ἀ x ΄
οἷς ἂν δοχῆ αὐτῷ, ἀλλὰ διχάσειν χατὰ τοὺς νόμους.
’ x ς - = - -ν -
οὔκουν χρὴ οὔτε ἡμᾶς ἐϑίζειν ὑμᾶς ἐπιορκεῖν, οὐϑ᾽ ὑμᾶς
we x ἄν ἐν \ a ἐνῶ, 2 Be \ 3
ἐϑίζεσθϑαι᾽ οὐδέτεροι γὰρ ἂν ἡμῶν εὐσεβοῖεν. μὴ οὖν
5 ri > = 7 = - er N ὦ Er
ἀξιοῦτέ με, ὦ ἄνδρες .“ϑηναῖοι, τοιαῦτα δεῖν 77005 ὑμᾶς
πράττειν, ἃ μήτε ἡγοῦμαι καλὰ εἶναι μήτε δίκαια μήτε
ὅσια, ἄλλως τε μέντοι νὴ Jia πάντως χαὶ ἀσεβείας φεύ-
bietet es die δίκη, die Richter durch
χρίνωνται = ξἑώραχα ὅταν τινὲς
Bitten gewinnen zu wollen: nach er-
χρίνωνται — die schienen was
vorzustellen, hatten sich aber wun-
derlich“) und weist endlich mit einer
sehr scharfen Wendung auf des Va-
terlandes Ehre hin, wenn er einem
ξένος die Worte i in den Mund legt:
οἱ διαφέροντες ᾿᾿Αϑηναίων εἰς RE
τὴν — γυναιχῶν οὐδὲν ϑιαφέθου:
σιν.
Die Worte οὐδ᾽ ὑμᾶς ἀκίδων
in der Mitte des Kapitels habe ich
in Parenthesen geschlossen, um an-
zudeuten, dafs der Satz ἀλλ᾽ εἰ
ϑαρραλέως — ἄλλος λόγος auf
αὐϑαδιζόμενος zurückweist.
Kap. 24. Aufser der δόξα ver-
sterer ist dies kein χαλόν, ‚nach! letz-
terer istes οὔτε δίχαιον οὔτε ὅσιον.
"Das δεῖσϑαι ist kein δίχαιον, ὅτι
χάϑηται ὃ δικαστὴς οὐχ ἐπὶ τῷ
χαταχαρίζεσϑαι τὰ δίχαια „nicht
um nach Gunst das Recht zu hand-
haben“, ἀλλ᾽ ἐπὶ τῷ zolvsıw ταῦ-
τα. sondern ee ein Urteil darüber
zu fällen d. i. die Thätigkeit des
Richters darf. ‚keine Gemüts-, son-
dern soll eine Verstandesthätigkeit
sein. Es ist sodann kein ὅσιον,
weil der Richter durch seinen
Schwur dem Gotte verpflichtet ist,
weil also er ein ἀσεβής wird, wenn
ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 5l
c \ [4 hr - \ δ» > ’
γοντα ὑπὸ Meintov vovrovi. σαφῶς γὰρ ἂν, εἰ πεέϑοιμε
ὑμᾶς χαὶ τῷ δεῖσϑαι βιαζοίμην ὀμωμοχότας, ϑεοὺς ἂν
΄ ς - - 5 -
δεδάσχκοιμε μὴ ἡγεῖσϑαι ὑμᾶς εἶναι, χαὶ ἀτεχνῶς ἄπο-
λογούμενος κατηγοροέην ἂν ἐμαυτοῦ ὡς ϑεοὺς οὐ νομίζω.
MAC - ὃ ἘΞ [4] I R ΓΝ ΄, Fan
ἀλλὰ πολλοῦ δεῖ οὕτως ἔχειν" νομίζω τὲ γάρ, ὦ ἄνδρες
- 2 m - , τὰ
᾿Αϑηναῖοι, ὡς οὐδεὶς τῶν ἐμῶν χατηγόρων, χαὶ ὑμῖν
Errırgenw καὶ τῷ ϑεῷ κρῖναι περὶ ἐμοῦ ὅπτῃ μέλλει ἐμοί
τὲ ἄριστα εἶναι χαὶ ὑμῖν.
25. Τὸ μὲν μὴ ἀγαναχτεῖν, α ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, ἐπὶ
τούτῳ τῷ γεγονότι, ὅτι μου χατεψηφίσασϑε, ἄλλα τέ μοι
N ’ \ 2 2 κα [4 ΄ x
πολλὰ ξυμβαλλεται, καὶ οὐκ ἀνέλπιστον μοι γέγονε τὸ
% - 3 N \ - ΄ € [2
γεγονὸς τοῦτο, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον ϑαυμάζω Exaregwv
τῶν ψήφων τὸν γεγονότα ἀριϑμόν. οὐ γὰρ ᾧμην ἔγωγε
[4 2 295, > 2 \ \ ΄ - ξ
οὕτω παρ᾽ ὀλίγον ἔσεσϑαι, ἀλλὰ παρὰ πολύ" viv δέ, ὡς
ἔοιχεν, Ei τριάχοντα μόναι μετέπεσον τῶν ψήφων, Arto-
er nach Gunst urteilt und weil
_ ebenso der Angeklagte sich einer
ἀσέβεια schuldig macht, wenn er
versucht, durch Bitten den Richter
von seiner Pflicht abzuziehen. Der
Schlufsgedanke ist jedenfalls sehr
wirksam ; denn er stellt den der ἀσέ-
βεια Angeklagten (ἀσεβείας φεύ-
yovre) als frommer denn all seine
Gegner, Richter wie Publikum, hin.
Kap. 25. Bei der Abstimmung
sollen von den 500 oder 501 Rich-
tern 281 gegen und 220 für So-
krates sich ausgesprochen haben.
Da es sich um einen τιμητὸς ἀγών
handelte, folgte eine zweite Ver-
handlung über die festzusetzende
Strafe.
Dafs der Redner sein Todesurteil
voraussah, ist wohl selbstverstän-
lich; um so imponierender ist die
wahrhaft göttliche Ruhe, welche
die zweite, kurze Rede atmet.
Gleich das erste Wort — τὸ μὴ
ἀγαναχτεῖν — weist die Unruhe
zurück, und die Breite der Sprache
kennzeichnet die gröfste Gemüts-
ruhe. Οὐκ ἀγανακτῶ, ὅτι οὐκ
ἀνέλπιστόν μοι γέγονε τὸ γεγο-
γὸς τοῦτο --- diese Worte würden
den Gedanken vollkommen wieder-
geben; die Worte ἐπὲ τούτῳ τῷ
γεγονότι — ξυμβάλλεται sind be-
häbige Beigaben. Der Redner er-
geht” sich sodann, was auch nur
ein ruhiger Mensch thut, in einem
längeren Rechenexempel,, welches
eigentlich schon mit dem ξυμιβάλλε-
ται „beisteuern“ und mit der rech-
nenden Wendung ἄλλα τε πολλὰ
- χαὶ οὐχ ἀνέλπιστον eingeleitet
wird. Das Exempel selbst wird
auch mit der ruhigsten Breite ge-
geben: die Worte οὐ γὰρ ῴμην ---
ἀλλὰ παρὰ πολὺ sind, wenn es
blofs auf die Rechnung ankommt,
überflüssig, ebenso das” ὡς ξοικειν.
Den Meletos behandelt er in seiner
Rechnung, wie immer, als einen un-
reifen Menschen, insofern als er
dem Siegesbewulstsein des jungen _
Mannes ein Scherzexempel vorrech-
ΔῈ
52 ΠΛΑΊΤΩΝΟΣ
σιεφεύγη ἄν. ἸΠέλητον μὲν οὖν, ὡς ἐμοὶ δοχῶ, χαὶ νῦν
ἀποπέφευγα, καὶ οὐ μόνον ἀττοτεέφευγα, ἀλλὰ παντὶ
δῆλον τοῦτό γε, ὅτι, εἰ μὴ ἀνέβη "Avyvrog καὶ ““ύκων
χατηγορήσοντες ἐμοῦ, χἂν ὦφλε χιλίας δραχμάς, οὐ με-
ταλαβὼν τὸ ττέμπιτον μέρος τῶν ψήφων.
20. Τιμᾶται δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου. εἶεν"
ἐγὼ δὲ δὴ τίνος ὑμῖν ἀντιτιμήσομαι, ὠ ἄνδρες “᾿ϑηναῖοι;
ἢ δῆλον ὅτι τῆς ἀξίας; τί οὖν; τί ἄξιός εἰμι παϑεῖν ἢ
ee ὅ τι μαϑὼν ἐν τῷ βίῳ οὐχ ἡσυχίαν ἦγον, ἀλλ᾽
ἀμελήσας ὧνπτερ οἱ πολλοί, χρηματισμοῖ τε καὶ οἴἶχονο-
μίας καὶ στρατηγιῶν χαὶ δημηγοριῶν καὶ τῶν ἄλλων ἀρ-
χῶν χαὶ ξυνωμοσιῶν χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γιγνο-
μένων, ἡγησάμενος ἐμαυτὸν τῷ ὄντι ἐτπειιειχέστερον εἶναι
ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽ ἰόντα σώζεσϑαι, ἐνταῦϑα μὲν οὐχ ἦα,
net: 280 haben mich verurteilt;
3 Kläger sind es; also kamen auf
Meletos 90 Stimmen, oder, da Any-
tos und Lykon schwerer wiegen als
er, noch nicht 90 Stimmen, noch
nicht der fünfte Teil der 500. Stim-
men, ein Resultat, das ihm eigent-
lich die für so wenige Stimmen
erzielende Kläger festgesetzte Strafe
von 1000 Drachmen eintragen
mülste.
Kap. 26. In einen Scherz läuft
auch dies Kapitel aus, in einen
harmlosen Scherz, den ich nicht als
Ironie oder gar als Sarkasmus auf-
fassen möchte. Wieder mit aller
Behäbigkeit leitet er den Scherz
ein. „Es schlägt also der Mann
als Strafe für mich den Tod vor.
Gut. Aber ich, welche Strafe soll
ich euch dagegen vorschlagen? na-
türlich die verdiente? Was also?
Was verdiene ich“ u. s. w. Hieron.
Müller übersetzt die Worte τεμᾶται
δ᾽ οὖν μοι ὃ ἀνὴρ ϑανάτου wohl
nicht richtig, wenn er, den Dativ
μοι nicht als ethischen, sondern als
Dativ bei Passiven (= ὑπό c. gen.)
auffassend sagt: „Sonach acht’ ich
den Mann des Todes schuldig“ und
in der Stelle ein Citat aus des Me-
letos Rede sieht. Τιμᾶσϑαί τιν
τινος sagt ja Sokrates auch im fol-
genden Kapitel: ὡς ἄξιός εἰμί του
καχοῦ καὶ τιμήσεσϑαι τοιούτου
τινὸς. ἐμαυτῷ — ἡ μὴ πάϑω τοῖ-
το, οὗ Μέλητός μοι τιμᾶται κι τ. ξ.
Zu ὅτι μαϑών bemerkt Cron: ὅτι
μαϑὼν ist ‚eigentlich die indirekte
Form zu τί μαϑών, welches, we-
nig unterschieden von τί παϑών,
mit Verwunderung oder Mifsbilli-
gung nach dem ‘Grund einer Hand-
lung fragt, ungefähr wie im Deut-
schen „was hast du dir in den Kopf
gesetzt“ oder „was wandelte dich
an, dafs“, statt des einfachen „war-
um?“ Hier hängt der indirekte Aus-
druck nur lose mit dem Hauptsatze
zusammen, der implieite den Be-
griff der Erwägung in sich schliefst:
„was verdiene ich für eine Strafe,
insofern die Frage ist, was
ich mir in den Sinn kommen liefs*
ete. statt „dafür „dafs ich mir“. In
dem Ausdrucke ἢ ἢ ὥστε εἰς ταῦτ᾽
ἐόντα -σώζεσϑαι steht σώζεσϑαι
für σῶν εἶναι, σῶν ὄντα διάγειν.
„unversehrt bleiben“. Die lange
polysyndetische Aufzählung: χρη-
ματισμοῦ τε καὶ οἰχονομίας --
χαὶ στάσεων τῶν ἐν τῇ πόλει γι-
ἈΠΟΛΟΓῚΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59
οἱ ἐλϑὼν μήτε ὑμῖν. μήτε ἐμαυτῷ ἔμελλον μηδὲν ὄφελος
εἶναι, ἐπὶ δὲ τὸ ἰδίᾳ ἕκαστον ἰὼν εὐεργετεῖν τὴν μεγί-
ς ’ὔ - 5 3 “
στην εὐεργεσίαν, ὡς ἐγώ φημι, ἑνταῦϑα Na, ἐπιχειρῶν
ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν μὴ πρότερον μήτε τῶν ἑαυτοῦ
μηδενὸς ἐπιμελεῖσθαι, πρὶν ἑαυτοῦ ἐπιμεληϑείη, ὅπως
ὡς βέλτιστος καὶ φρονιμώτατος ἔσοιτο, μήτε τῶν τῆς
πόλεως, πρὶν αὑτῆς τῆς πόλεως, τῶν τε ἄλλων οὕτω
’ «ὦ ΜΞ ὔ 5
κατὰ τὸν αὐτὸν τρόπον ἐπιμελεῖσθαι" τί οὖν εἶμι ἄξιος
" de ” > " 5» 2 = 2
παϑεῖν τοιοῦτος ὦν; ἀγαϑίύν τι, ὦ ἄνδρες ᾿Αϑηναῖοι, εἰ
δὲ \ \ 32» --ψ 8 , - x \ ai
δεῖ γε χατὰ τὴν ἀξίαν τῇ ἀληϑείᾳ τιμᾶσϑαι" nal ταῦτά
- u > , > ᾽ὔ ’, 3 ᾽ὔ
γε ἀγαϑὸν τοιοῦτον, ὅ τι ἂν πρέποι ἐμοί. τί οὐν πρέπει
ἀνδρὶ πένητι εὐεργέτῃ, δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ τῇ
ς , > 2 3, .6Ὁ - Ξι
ὑμετέρᾳ παραχελεύσει; οὐχ ἔσϑ' 0 τι μᾶλλον, ὦ ἄνδρες
Asnveioı, πρέπει οὕτως, ὡς τὸν τοιοῦτον ἄνδρα ἐν
πρυτανείῳ σιτεῖσϑαι, πολύ γε μᾶλλον ἢ εἴ τις ὑμῶν
cr Bi N IN ΄ , 3 , ς \
ἕσσττῳ ἢ ξυνωρίδι ἡ ζεύγει vevinmaev Ολυμπίασιν. 0 μὲν
γὰρ ὑμᾶς ττοιεῖ εὐδαίμονας δοχεῖν εἶναι, ἐγὼ δὲ εἶναι"
δυν ὦ \ - 2 φὰ > SL Ὁ \ FT
xal ὁ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται, ἐγὼ δὲ δέομαι. εἰ οὖν
δεῖ μὲ χατὰ τὸ δίκαιον τῆς ἀξίας τιμᾶσϑαι, τούτου τι-
μῶμαι, ἐν πρυτανείῳ σιτήσεως.
27. Ἴσως ουν ὑμῖν χαὶ ταυτὲ λέγων παραπλησίως
» -» - > ΄
δοχῶ λέγειν ὥσπερ περὶ τοῦ οἴχτου χαὶ τῆς ἀντιβολή-
γνομένων charakterisiert scherz-
haft die Vielgeschäftigkeit der πο-
Jırıxol gegenüber der einfachen
Thätigkeit des Weisen: ἐπιχειρῶν
ἕχαστον ὑμῶν πείϑειν x. τ. ὃ.
Scherzhaft ist die Frage τί ovv
πρέπει ἀνδρὲ πένητι εὐεργέτῃ, in
welcher die Stellung der Adjektiva
bezeichnend ist: die Worte ἀνδοὶ
πένητι εὐεργέτῃ Sind wohl recht
langsam gesprochen worden; denn
ihr Sinn verlangt es: „was ziemt
einem Manne, welcher arm ist und
᾿ς ein Wohlthäter?“ Spafsend ist der
Zusatz δεομένῳ ἄγειν σχολὴν ἐπὶ
τῇ ὑυμετέρᾳ παραχελεύσει: die
Vorstellung, dafs Sokrates nach
dem, was er in seiner Verteidigungs-
rede gesagt hat, als δεόμενος ἄγειν
σχολήν auftreten sollte, litte an
einem Widerspruche in sich und
die, dafs der δεόμενος seine Ent-
schuldigung in der παραχέλευσις
τῶν ᾿Αϑηναίων suchen sollte, aus
der seine διαβολή entstanden, reizt
zum Lachen.
Das Pıytaneum lag auf der Akro-
polis; es wurden dort die Gäste
des Staates gespeist. Ἵππῳ νικᾶν
ist „mit dem Rennpferd siegen“
bei den olympischen Spielen, wäh-
rend zwei, drei und vier Rosse vor
den Wagen gespannt in den Kampf
eintreten. Die Sportsmen waren
natürlich nur reiche Leute; daher:
ὃ μὲν τροφῆς οὐδὲν δεῖται.
Kap. 27. Von dem Scherz geht
er wieder über in eine ruhige Be-
54 TAATONOE
σεως, ἀπαυϑαδιζόμενος" τὸ δὲ οὐκ ἔστιν, ὦ ᾿4ϑηναῖοι,
τοιοῦτον, ἀλλὰ τοιόνδε μᾶλλον πέπεισμαι ἐγὼ ἑχὼν
εἶναι μηδένα ἀδιχεῖν ἀνθρώπων, ἀλλὰ ὑμᾶς τοῦτο οὐ
πείϑω" ὀλίγον γὰρ χρόνον ἀλλήλοις διειλέγμεϑα" ἐπεί,
ὡς ἐγῴμαι, εἰ ἣν ὑμῖν νόμος, ὥσπερ χαὶ ἄλλοις ἀνϑρώ-
ποις, περὶ ϑανάτου μὴ μίαν ἡμέραν μόνον χρίνειν, ἀλλὰ
πολλάς, ἐπείσϑητε ἄν" νῦν δ᾽ οὐ δάδιον ἐν χρόνῳ ὀλίγῳ
μεγάλας διαβολὰς ἀπολύεσϑαι. πεπεισμένος δὴ ἐγὼ μη-
δένα ἀδικεῖν σπτολλοῦ δέω ἐμαυτόν γε ἀδικήσειν χαὶ χατ᾽
ἐμαυτοῦ ἐρεῖν αὐτός, ὡς ἄξιός εἰμί του κακοῦ, χαὶ τιμή-
σεσϑαι τοιούτου τινὸς ἐμαυτῷ, τί δείσας; ἢ μὴ πάϑω
τοῦτο, οὗ ἸΠέλητός μοι τιμᾶται; ὅ φημι οὐχ εἰδέναι οὔτ᾽
εἰ ἀγαϑὸν οὔτ᾽ εἰ κακόν ἐστιν; ἀντὶ τούτου δὴ ἕλωμαι
ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι καχῶν ὄντων, τούτου τιμησάμενος; πότε-
ρον δεσμοῦ; χαὶ τέ μὲ δεῖ ζῆν ἐν δεσμωτηρίῳ, δου-
λεύοντα τῇ ἀεὶ χαϑισταμένῃ ἀρχῇ, τοῖς ἕνδεχα; ἀλλὰ
χρημάτων, χαὶ δεδέσϑαι ἕως ἂν ἐχτίσω;
μοί ἔστιν, Orceg νῦν δὴ ἔλεγον"
rechnung. „Haltet meinen Scherz,
sagt er, nicht für einen Ausflufs
trotzigen Sinnes (ἀπαυϑαδιζόμε-
γος); das ist er so wenig, wie
meine obige Auseinandersetzung _
über die Erregung des Mitleids und.
den Wert der Fürbitte. Ich ziehe
vielmehr nur die Konsequenz ausder
Überzeugung von meiner Unschuld,
wenn ich eine ernste Strafe nicht
in ‚Vorschlag , bringe (zer ἐμαυ-
τοῦ ἐρεῖν αὐτός, τὸς ἄξιός εἰμί
του χαχοῦ „ich bin weit entfernt
gegen mich selbst zu erklären, ich
hätte etwas verdient, das ein χα-
x0v wäre“). Sodann habe ich nichts
zu fürchten; denn des Meletos „zi-
μημα ϑάνατος"“ fürchte ich nicht,
da ich den Tod für ein χαχόν nicht
halte; also kann ich statt der To-
desstrafe eine andere Strafe, die
wirklich ein z&20v meiner Ansicht
nach ist, auch nicht vorschlagen“.
Im folgenden wägt er dann andere
Strafen nach dem Werte, den sie
ἀλλὰ ταὐτόν
οὐ γὰρ ἔστε μοι χρήματα,
für ihn haben, ab. Das Leben im
Gefängnis erscheint ihm als das
eines δουλεύων, als eines Mannes,
der immer von der den Gefängnissen
vorstehenden Behörde, den Evdexe,
abhängig ist, nicht lebenswert; eine
Geldstrafe würde ihn, da er arm
ist, auch zunächst in das Gefängnis
bringen: sie gilt also für ihn das-
selbe, wie eine Gefängnisstrafe (ταὺ-
τόν μοί ἐστιν, ὅπερ γῦν δὴ ἔλε-
yo»); auf Verbannung endlich an-
᾿ zutragen widerrät ihm die vernünf-
tige Berechnung, die ihm sagt, den
Bürgern eines anderen Staates werde
er noch weniger erträglich erschei-
nen, als seinen Mitbürgern.
Mit den Worten εἰ ἦν ὑμῖν vo-
oc — un μίαν ἡμέραν μόνον
Zar I er. er die Lace-
damonier hindeuten, die ein Todes-
urteil nicht nach einmaliger Bera-
tung gefällt haben sollen. Da aber
die aus Plutarch und aus Thucy-
dides angeführten Stellen durchaus
et eh μονα
ἈΠΟΛΟΓῚᾺΑ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 55
ὁπόϑεν ἐχτίσω. ἀλλὰ δὴ φυγῆς τιμήσωμαι; ἴσως γὰρ
ἄν μοι τούτου τιμήσαιτε. πολλὴ μέντ᾽ ἄν us φιλοψυχία
ἔχοι, εἰ οὕτως ἀλόγιστός εἶμι, ὥστε μὴ δύνασϑαι λογί-
ζεσϑαι, ὅτι ὑμεῖς μὲν ὄντες πτολῖταί μου οὐχ οἷοί τε
ἐγένεσϑε ἐνεγχεῖν τὰς ἐμὰς διατριβὰς καὶ τοὺς λόγους,
ἀλλ᾽ ὑμῖν βαρύτεραι γεγόνασι χαὶ ἐτειφϑονώτεραι, ὥστε
ξητεῖτε αὐτῶν νυνὶ ἀπαλλαγῆναι, ἄλλοι δὲ ἄρα αὐτὰς
οἴσουσι ῥᾳδίως. πολλοῦ γε δεῖ, ὦ ᾿΄ϑηναῖοι. χαλὸς οὖν
ἄν μοι ὃ βίος εἴη ἐξελϑόντι τηλικῷδε ἀνϑρώπῳ ἄλλην
ἐξ ἄλλης σεόλεν πόλεως “ἀμειβομένῳ χαὶ ἐξελαυνομένῳ
ζῆν. εὖ γὰρ οἶδ᾽ ὅτι, ὅποι ἂν ἔλθω, λέγοντος ἐμοῦ
ἀκροάσονται οἱ νέοι ὥσπερ ἐνθάδε" χἂν μὲν τούτους
ἀπελαύνω, οὗτοι ἐμὲ αὐτοὶ ἐξελῶσι, πείϑοντες τοὺς
πρεσβυτέρους" ἐὰν δὲ μὴ ἀπελαύνω, οἱ τούτων πατέρες
τε χαὶ οἰκεῖοι δι᾿ αὐτοὺς τούτους.
28. Ἴσως οὖν ἄν τις εἴποι" σιγῶν δὲ καὶ ἡσυχίαν
ἄγων, ὦ Σώκχρατες, οὐχ οἷός τ᾿ ἔσει ἡμῖν ἐξελϑὼν ζῆν;
τουτὶ δή ἔστι πάντων χαλεπώτατον πεῖσαί τινας ὑμῶν.
ἐάν τὲ γὰρ λέγω ὅτι τῷ ϑεῷ ἀπειϑεῖν τοῦτ᾽ ἐστὶ καὶ
διὰ τοῦτ᾽ ἀδύνατον ἡσυχίαν ἄγειν, οὐ πείσεσϑέ μοι ὡς
εἰρωνευομένῳ᾽" ἐάν τ᾽ αὖ λέγω ὅτι καὶ τυγχάνει μέγιστον
ἀγαϑὸν ὃν ἀνθρώπῳ τοῦτο, ἑκάστης ἡμέρας περὶ ἀρετῆς
τοὺς λόγους ποιεῖσϑαι χαὶ τῶν ἄλλων, περὶ ὧν ὑμεῖς
nicht mit Sicherheit beweisen, dafs
die Spartiaten ein Todesurteil im-
mer erst nach mehrtägiger Berat-
schlagung gesprochen haben, ist
unsere Stelle vielleicht anders zu
erklären. „Wenn es bei euch Rich-
tern Sitte wäre, wie bei anderen
Leuten, z. B. bei mir und meinen
Freunden, περὲ ϑανάτου d. i. über
den Tod, über das, was der Tod
ist und zu bedeuten hat, nicht an
einem Tage schlüssig zu werden,
sondern wenn ihr, wie wir, viele
Tage auf die Betrachtung wenden
würdet“ u. s. w.
In Bezug, auf die Worte ἀντὶ
τούτου δὴ ἕλωμαι ὧν εὖ οἶδ᾽ ὅτι
καχῶν. ὄντων ist zu bemerken, dafs
εὖ οἶδ᾽ ὅτι wie δῆλον ὅτι zur ad-
verbialen Formel geworden ist. Die
Worte sind gesagt für ᾿ξλωμαί (τὴ
τῶν χαχῶν ἃ εὖ οἶδ᾽ ὅτι SC. χαχά
ἔστιν „soll ich wählen aus den
Ubeln, die, wie ich wohl weils,
wirklich Übel sind?“
Kap. 28. Noch einmal weist er
den Einwand zurück, er könne ja
σιγῶν χαὶ ἡσυχίαν ἄγων im Aus-
lande (ἐξελϑών) leben ἀ. i. als τί-
unue die Verbannung vorschlagen,
und zwar wehrt er die Einrede wie-
der mit einer gewissen Umständ-
lichkeit ab, wie sie die mit ἐάν re
— ἐάν τε eingeleiteten Sätze kenn-
56 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ
ἐμοῦ ἀχούετε διαλεγομένου χαὶ ἐμαυτὸν χαὶ ἄλλους ἐξε-
τάζοντος, ὃ δὲ ἀνεξέταστος βίος οὐ βιωτὸς ἀνϑρώπῳ,
ταῦτα δ᾽ ἔτι ἧττον πείσεσϑέ μοι λέγοντι. τὰ δὲ ἔχει μὲν
οὕτως, ὡς ἐγώ φημι, ὦ ἄνδρες, πείϑειν δὲ οὐ ῥᾷδιον.
χαὶ ἐγὼ ἅμ᾽ οὐχ εἴϑισμαι ἐμαυτὸν ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός.
el μὲν γὰρ ἣν μοι χρήματα, ἐτιμησάμην ἂν χρημάτων
ὅσα ἔμελλον ἐχτίσειν᾽ οὐδὲν γὰρ ἂν ἐβλάβην" νῦν δέ --
οὐ γὰρ ἔστιν, εἰ μὴ ἄρα ὅσον ἂν ἐγὼ δυναίμην ἐκχτῖσαι,
τοσούτου βούλεσϑέ μοι τιμῆσαι. ἴσως δ᾽ ἂν δυναίμην
ἐχτῖσαι ὑμῖν μνᾶν ἀργυρίου" τοσούτου οὖν τιμῶμαι.
Πλάτων δὲ ὅδε, ὦ ἄνδρες ᾿4ϑηναῖοι, καὶ Κρίτων rail
Κριτόβουλος καὶ “Ἵπολλόδωρος xehevovol μὲ τριάχοντα
μνῶν τιμήσασϑαι, αὐτοὶ δ᾽ ἐγγυᾶσϑαι' τιμῶμαι οὖν
τοσούτου, ἐγγυηταὶ δ᾽ ὑμῖν ἔσονται τοῦ ἀργυρίου οὗτοι
> ,
ἀξιόχρεῳ.
» 2 ΄ >
29. Οὐ πολλοῦ γ᾽ ἕνεχα χρόνου, ua ἄνδρες ᾿ϑη-
γαῖοι, ὄνομα ἕξετε xal αἰτίαν ὑπὸ τῶν βουλομένων τὴν
zeichnen; denn die Worte ὃ δὲ satzes — will ich eine Mine, etwa
> \ > .
ἀνεξέταστος loc οὐ μονάδος «v- 8 Μδιῖκ, bezahlen und wenn Krito
. ϑρώπῳ würden als egründung und Plato u. s. w. sich gar nicht
eines οὐχ οἷός τέ εἶμι σιγῶν ζῆν beruhigen, meinetwegen, auch
vollkommen genügen. Als ihn so _dreilsigmal soviel — dafür müssen
seine ‚Freunde zu einem τίμημα, sie dann aber aufkommen.
φυγή“, wie es scheint, nicht bestim- -
men können, drängen sie ihn —
wie das Πλάτων δὲ ὅδε καὶ Koi-
τῶν zul ee mr x. τ. &. deut-
lich verrät — dazu, auf eine Geld-
strafe anzutragen. Die erste Ant-
wort auf ihr Zureden ist sicherlich:
καὶ ἐγὼ οὐκ εἰϑισμαι ἐμαυτὸν
ἀξιοῦν καχοῦ οὐδενός. Da fällt
ihm wohl der von ihm oft ausge-
sprochene Satz, dafs das Geld kein
hohes Gut sei, ein, und er sagt:
Ja, wenn ich Geld hätte, würde ich
eine beliebige Summe nennen (ὅσα
ἔμελλον ἐχτίσει»); denn ich achte
das Geld nicht (οὐδὲν ἀν ἐβλά-
gun); damit ihr aber den guten
illen seht — das ist ungefähr der
Gedanke des scherzenden Schlufs-
Kap. 29. Die Schlufsrede zer-
fällt in zwei Teile: der erste Teil
wendet sich an- die Geschworenen,
welche das Todesurteil über den
‘Redner gefällt, der zweite an die
anderen, welche ihn freigesprochen
hatten. Der Grundzug der Rede ist
ebenfalls die philosophische Ruhe,
welche durch die sichere Aussicht
auf den Tod in keiner Weise ge-
stört ist. Seinen Feinden wirft
er sehr wirksam nicht das Unrecht
vor, das sie durch seine Verurtei-
lung auf sich geladen haben, son-
dern die Thorheit, in welcher
sie dem Vorwurfe eines Justizmor-
des verfallen sind. „Euer Urteil ist
ee ee. Me
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 57
σόλεν λοιδορεῖν, ὡς. ΞΣωχράτη ἀπεκτόνατε, ἄνδρα σοφόν"
φήσουσι γὰρ δή we σοφὸν εἶναι, εἰ χαὶ μὴ εἰμί, οἱ βου-
λόμενοι ὑμῖν ὀνειδίζειν. εἰ οὖν περιεμείνατε ὀλίγον χρό-
γον, ἀπὸ τοῦ αὐτομάτου ἂν ὑμῖν τοῦτο ἐγένετο" ὁρᾶτε
γὰρ δὴ τὴν ἡλικίαν, ὅτι nogew ἤδη ἐστὶ τοῦ βίου, ϑανά-
του δὲ ἐγγύς. λέγω δὲ τοῦτο οὐ πρὸς πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ
πρὸς τοὺς ἐμοῦ χαταψηφισαμένους ϑάνατον. λέγω δὲ
χαὶ τόδε πρὸς τοὺς αὐτοὺς τούτους. ἴσως μὲ οἴεσϑε, ὦ
ἄνδρες, ἀπορίᾳ λόγων ἑαλωκέναι τοιούτων, οἷς ἂν ὑμᾶς
ἔπεισα, εἰ ᾧμην δεῖν ἅπαντα ποιεῖν χαὶ λέγειν, ὥστε
ἀποφυγεῖν τὴν δίκην. πολλοῦ γε δεῖ. ἀλλ᾽ ἀπορίᾳ μὲν
δάλωχα, οὐ μέντοι λόγων, ἀλλὰ τόλμης καὶ ἀναισχυντίας
χαὶ τοῦ ἐϑέλειν λέγειν πρὸς ὑμᾶς τοιαῦτα, οἵ ἂν ὑμῖν
ἥδιστ᾽ ἦν ἀκούειν, ϑρηνοῦντός τέ μου χαὶ ὀδυρομένου
χαὶ ἄλλα ποιοῦντος χαὶ λέγοντος πολλὰ καὶ ἀνάξια ἑμοῦ,
ὡς ἐγώ φημι οἷα δὴ καὶ εἴϑισϑε ὑμεῖς τῶν ἄλλων
ἀκούειν. ἀλλ᾽ οὔτε τότε φήϑην δεῖν ἕνεχα τοῦ κινδύνου
πρᾶξαι οὐδὲν ἀνελεύϑερον, οὔτε νῦν μοι μεταμέλει oV-
τως ἀπολογησαμένῳ, ἀλλὰ πολὺ μᾶλλον αἱροῦμαι ὧδε
ἀπολογησάμενος τεϑνάναι ἢ ἐχείνως ζῆν" οὔτε γὰρ ἐν
δέκῃ οὔτ᾽
thöricht, sagt er, einmal weil ihr
damit etwas erzielt, was ihr nicht
beabsichtigt habt (φήσουσι γὰρ δή
με σοφὸν εἶναι x. τ. ξ.), und zwei-
tens, weil ihr einen so schlimmen
Vorwurf durch Übereilung euch zu-
gezogen habt; denn bei verstän-
diger Überlegung hättet ihr die
kurze Zeit abgewartet, die euren
Wunsch euch, ohne dafs ihr gehäs-
sig geworden wäret, erfüllt haben
würde“ (δρᾶτε γὰρ δὴ τὴν ἡλι-
ziav κ. τ. ἕ }» τω ip εἴθ
οΠπδηροϊπάδη Klugheit giebt er ihnen
in um so wirksamerer Form, als er
sie anfangs nicht ahnen läfst, dafs
er nur sie, die verurteilenden Rich-
ter, ins Auge fasse. Ὦ ἄνδρες
᾿ϑηναῖοι lautet die erste Anrede,
die verurteilende und freispre-
2 [2 >»
ἐν πολέμῳ οὔτ
ἐμὲ οὔτ᾽ ἄλλον οὐδένα δεῖ
chende Geschworene scheinbar zu-
sammenfafst und die erst nach aus-
gesprochenem Tadel ihre Beschrän-
kung erfährt: λέγω δὲ τοῦτο οὐ
πρὸς “πάντας ὑμᾶς, ἀλλὰ πρὸς
τοὺς ἐμοῦ καταψηφισαμένους ϑά-
νατον. Der Vorwurf selbst ist aber
um so packender, als sich jeder
sagen mufs: „Hier wird ein Moment
eingeführt, das in der ersten Rede
wirksam gewesen wäre, aber stolz
verschwiegen worden ist.“ Die sich
steigernde Wirksamkeit des näch-
sten Vorwurfes bezeichnen einzelne
Ausdrücke: „ich bin unterlegen ἀπο-
οἰᾳ τόλμης καὶ ἀναισχυν-
τίας (frecher Unverschämtheit) ;
ich bin unterlegen, weil ich mich
nicht entschliefsen konnte πρᾶξαι
οὐδὲν ἀνελεύϑερον; ich bin un-
58 TAATQONOE
τοῦτο μηχανᾶσϑαι, ὅπως ἀποφεύξεται sıav zrowv ϑάνα-
τον. χαὶ γὰρ ἐν ταῖς μάχαις ττολλάκις δῆλον γίγνεται
ὅτι τό γε ἀποϑανεῖν ῥᾷον ἂν τις ἐκφύγοι καὶ ὅπλα ἀφεὶς
χαὶ ἐφ᾽ ἱχετείαν τρατιόμενος τῶν διωχόντων᾽" χαὶ ἄλλαι
μηχαναὶ πολλαί εἰσιν ἐν ἑχάστοις τοῖς κινδύνοις, ὥστε
διαφεύγειν ϑάνατον, ἐάν τις τολμᾷ χεᾶν ττοιεῖν χαὶ λέγειν.
ἀλλὰ μὴ οὐ τοῦτ᾽ ἢ yaheııcv, ὦ ἄνδρες, ϑάνατον ἐκφυ-
γεῖν, ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονηρίαν. ϑᾶττον γὰρ
ϑανάτου ϑεῖ. καὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἅτε βραδὺς ὧν zal πτρε-
σβύτης ὑπὸ τοῦ βραδυτέρου ἑάλων, οἱ δ᾽ ἐμοὶ χατήγο-
ροι ἅτε δεινοὶ καὶ ὀξεῖς ὄντες ὑπὸ τοῦ ϑάττονος, τῆς
χαχίας. χαὶ νῦν ἐγὼ μὲν ἄπειμι ὑφ᾽ ὑμῶν ϑανάτου δίκην
ὄφλων, οὗτοι δ᾽ ὑπὸ τῆς ἀληϑείας ὠφληκότες μοχϑηρίαν
χαὶ ἀδικίαν. καὶ ἐγώ τε τῷ τιμήματι ἐμμένω χαὶ οὗτοι.
ταῦτα μέν σου ἴσως οὕτω χαὶ ἔδει σχεῖν, χαὶ οἶμαι αὐτὰ
μετρίως ἔχειν.
30. Τὸ δὲ δὴ μετὰ τοῦτο ἐπιϑυμῶ ὑμῖν χρησμῳ-
δῆσαι, ὠ καταψηφισάμενοί uov'
ἄνϑρωποι χρησμῳδοῦσιν, ὅταν
φημὶ γάρ, w ἄνδρες, οἱ ἐμὲ
ταῦϑα, ἐν ᾧ μαλιστ᾽
μέλλωσιν ἀποϑανεῖσϑαι.
terlegen, weil ich mich nicht ent-
schliefsen konnte ἀποφεύγειν.
πᾶνποιῶν θάνατον." Die Rede
steigt also von der τόλμα zum ἄγε-
λεύϑερον und zum πᾶν ποιῶν i. 6.
πανοῦργος. Die Geschworenen
trifft. der indirekte Vorwurf, dafs
sie derlei haben provozieren wollen.
Zum direkten Vorwurf gegen sie geht
er zuerst mit einer Maxime über:
οὐ χαλεπὸν ϑάνατον ἐχφυγεῖν,
ἀλλὰ πολὺ χαλεπώτερον πονη-
ρίαν. Er giebt in dem allgemeinen
Satze einen Vergleich, den er dann
in jedenfalls auch kaum erwarteter
und darum um so mehr packender
Weise spezialisiert: χαὶ νῦν ἐγὼ
μὲν ἅτε βραδὺς ὧν — οἱ δ᾽ ἐμοὶ
κατήγοροι are δεινοὶ καὶ ὀξεῖς
ὄντες 2. τ. ὃν und zwar von sei-
nen Feinden in der dritten Person
sprechend d. i. verächtlich. Die di-
χαὶ γάρ εἰμι ἤδη ἐν-
rekten Vorwürfe steigert er dann
ebenfalls, von der novngla zur χα-
κία bis zur μοχϑηρία χαὶ ἀδι-
χκία, dem schärfsten Ausdrucke für
die δικαστ αἰ, fortschreitend.
Kap. 30. Besser konnte der Red-
ner seine Gegner’ kaum züchtigen,
als dadurch dafs er ihnen unter der
Form eines Scherzes die herbsten
Wahrheiten sagt. Er beginnt mit
der Versicherung, er wolle ihnen
weissagen, und erweckt damit die.
Erwartung, als ob er in tragischem
Pathos Verwünschungen gegen sie
ausstolsen werde. Er macht sie
wie die Kinder ängstlich mit dem
in der That tragisch klingenden Aus-
spruche, er stehe jetzt auf dem
Punkte, in welchem allermeist den
Menschen ein Blick in die Zukunft
vergönnt sei, ὅταν μέλλωσιν ἀπο-
ϑανεῖσϑαι. Und welches ist nun
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 59
ἀπεχτόνατε, τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν εὐθὺς μετὰ τὸν ἐμὸν
΄ ,ὕ ,2 ΡῚ #
ϑάνατον πολὺ χαλεττωτέραν νὴ Ai ἢ οἵαν ἐμὲ ἀπτεκτό-
γατε᾽ νῦν γὰρ τοῦτο εἰργάσασϑε οἰόμενοι μὲν ἀπαλλάξε-
- / » In , N U ἣν .
σϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγχον τοῦ βίου, τὸ δὲ ὑμῖν πολὺ Evar-
τίον ἀποβήσεται, ὡς ἐγα' φημι. πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ
ἐλέγχοντες, οὺς νῦν ἐγὼ κατεῖχον, ὑμεῖς δὲ οὐκ ἠσϑάνε-
σϑε' χαὶ χαλεττώτεροι ἔσονται ὅσῳ νεώτεροί εἶσι, καὶ
ὑμεῖς μᾶλλον ἀγαναχτήσετε. εἰ γὰρ οἴεσϑε ἀποχτείνοντες
ἀνθρώπους ἐπισχήσειν τοῦ ὀνειδίζειν τινὰ ὑμῖν ὅτι οὐχ
- - - - ’ 7
ὀρϑῶς ζῆτε, οὐχ ὀρϑῶς διανοεῖσϑε" οὐ γάρ ἐσϑ᾽ αὕτη
« Ξ- \ 2 ΄ \ Ῥω ’ > ἂν Ἢ ,ὔ
ἢ ἀπαλλαγὴ οὔτε πάνυ δυνατὴ οὔτε χαλή, ἀλλ᾽ ἐχείνη
καὶ καλλίστη καὶ δάστη, μὴ τοὺς ἄλλους κολούειν, ἀλλ᾽
’, ’ ς --
ἑαυτὸν παρασχευάζειν ὅπως ἔσται ὡς βέλτιστος. ταῦτα
5 = εξ ,
μὲν οὖν ὑμῖν τοῖς χαταψηφισαμένοις μαντευσάμενος
ἀπαλλάττομαι.
31.
das Schrecknis, das er ihnen vor
Augen führt ? Πλείους ἔσονται
ὑμᾶς οἱ ἐλέγχοντες — empfindet
man nicht, wie diese flachen Ge-
müter aufatmen, da ihnen nichts
weiter als dies in Aussicht gestellt
wird? Sagen sie sich nicht ein je-
der: vor diesem Unglück werden
wir uns zu wahren wissen? Und
doch, wie scharf, wie beifsend steht
hinter der scherzenden Form_ der
ernste Gedanke! Die Anrede ὦ χα-
ταψηφισάμενοί μου klingt erst un-
verfänglich; aber sie ergänzt sich,
sie definiert sich gewissermalsen, in
der stechendsten Weise durch das
ω ἄνδρες, οἱ ἐμὲ ἀπεχτόνατε, de-
ren strenges, eigentlich prolepti-
sches Perfektum mit, den folgenden
Worten τιμωρίαν ὑμῖν ἥξειν —
οἵαν ἐμὲ ἀπεχτόνατε das erste
ἀπεχτόνατε der Anrede, sozu-
sagen, der Empfindung nur tiefer
einimpft. Es folgt dann der Vor-
wurf der Furcht — οἰόμενοι μὲν
ἀπαλλάξεσϑαι τοῦ διδόναι ἔλεγ-
χον τοῦ βίου ---, dem sich treff-
lich wieder ein Motiv der Beängsti-
Τοῖς δὲ ἀποψηφισαμένοις ἡδέως ἂν διαλε-
gung der χαταψηφισάμενοι an-
schliefst: „aber wartet nur; es ‚wird
viel schlimmer kommen (τὸ Evav-
tiov ἀποβήσεται); ihr werdet von
vielen Sokrates zu leiden haben
(πλείους ἔσονται ὑμᾶς οἱ ἐλέγχον-
tes)“; und der wieder mit dem
schrillen Anklang an das ὦ ἄνδρες,
- Oi ἀπεχτόνατε, an das „ihr Herrn
Mörder“ abschliefst: εἰ γὰρ οἴεσϑε
ἀποκτείνοντες ἀνϑρώπους
x. τ. & Mit einem milden Scherz
schliefst er dann, den χαταψηφι-
σάμενοι das ἀπαλλάττομαι ent-
gegensetzend, den Verurteilenden
das Freikommen: „Das ist's, wo-
mit ich von euch den Verurteilen-
den wie ein Seher mich löse!“
Kap. 31. Auch aus jedem Satze
der Anrede, welche er an die ihn
und sein Thun anerkennenden Ge-
schworenen richtet, spricht die
Ruhe des Philosophen, den das To-
desurteil nicht im geringsten er-
schüttert hat. Der Redner geht auch
hier gar nicht sparsam mit den
Worten um, sondern spricht, als
ob er seinen Schülern etwas genau
60 IIAATQNOZ
χϑείην ὑπὲρ τοῦ γεγονότος τουτουὶ πράγματος, ἐν ᾧ οἱ
ἄρχοντες ἀσχολίαν ἄγουσι καὶ οὔτεω ἔρχομαι ol ἐλϑόντα
μὲ δεῖ τεϑνάναι. ἀλλά μοι, ὦ ἄνδρες, παραμεένατε το-
-" ’ 3 7 -
σοῦτον χρόνον" οὐδὲν γὰρ χωλύει διαμυϑολογῆσαι πρὸς
2 ΄ 4“ » Ei x ς , 3 > ν᾿
ἀλλήλους, ἕως ἔξεστιν. υμῖν γὰρ ὡς φίλοις οὖσιν ἐπιδεῖ--
ξαι ἐϑέλω τὸ νυνέ μοι ξυμβεβηχὸς τί more νοεῖ. ἐμοὶ
γάρ, w ἄνδρες διχασταί -- ὑμᾶς γὰρ δικαστὰς χαλῶν
ὀρϑῶς ἂν xaloinv --- ϑαυμάσιόν τι γέγονεν. ἡ γὰρ
εἰωϑυῖά μοι μαντικὴ ἢ τοῦ δαιμονίου ἐν μὲν τῷ πρό-
σϑεν χρόνῳ παντὶ πάνυ πτυχνὴ ἀεὶ ἣν χαὶ ττάνυ ἐπεὶ σμι-
χροῖς ἐναντιουμένη, εἴ τι μέλλοιμι μὴ ὀρϑῶς πράξειν"
\ \ ΄ [4 ς - \ > ı ca
γυνὶ δὲ ξυμβέβηχέ μοι, αττὲερ ὁρᾶτε xal avrol, ταυτὶ &
γε δὴ οἰηϑείη ἄν τις χαὶ νομίζεται ἔσχατα καχῶν εἶναι.
2 \ \ »” 3 ΄ [dj 2} 2 4 x -"
ἐμοὶ δὲ οὔτε ἐξιόντι ἕωϑεν οἴχοϑεν ἠναντιώϑη τὸ τοῦ
ϑεοῦ σημεῖον, οὔτε ἡνίχα ἀνέβαινον ἐνταυϑοῖ ἐπὲ τὸ
δικαστήριον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ οὐδαμοῦ μέλλοντί τι ἐρεῖν"
, ΥΥ [4 - ΄ ,
χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις πολλαχοῦ δή μὲ ἐπέσχε λέγοντα
μεταξύ" νυνὶ δὲ οὐδαμοῦ περὶ ταύτην τὴν πρᾶξιν οὔτ᾽
ἐν ἔργῳ οὐδενὶ οὔτ᾽ ἐν λόγῳ ἠναντίωταί μοι. τέ οὖν
αἴτιον εἶναι ὑπολαμβάνω; &ya ὑμῖν ἐρῶ" κινδυνεύει γάρ
μοι τὸ ξυμβεβηχὸς τοῦτο ἀγαϑὸν γεγονέναι, χαὶ οὐκ
3} 3 ’ c = > PR ς ΄ “ 277
ἐσϑ᾽ ὅπως ἡμεῖς ὀρϑῶς ὑπολαμβάνομεν, ὅσοι οἰόμεϑα
auseinandersetzte. Unbeschadet des ἡνίχα ἀνέβαινον, οὔτ᾽ ἐν τῷ λόγῳ
Sinnes könnten aus dem Kapitel
die Worte ἐν ᾧ oi ἄρχοντες ΞΞΞ
ἕως ἔξεστιν, das Kompliment © ὑμᾷς
γὰρ δικαστὰς͵ ,καλῶν ὀρϑῶς av
καλοίην, das ἅπερ ρᾶτε καὶ αὖὐ-
τοί und das ἐγὼ ὑμῖν ἐρῶ. die
Worte χαίτοι ἐν ἄλλοις λόγοις ---
ἠναντίωταί μοι wegfallen. Auch
sonst zeigt der Ausdruck Fülle;
statt eines einfachen πρότερον ἀεί
sagt er ἐν τῷ πρόσϑεν χρόνῳ
παντί: er sagt πάνυ πυκνὴ ἢν
χαὶ πάνυ ἐπὶ σμικροῖς (ἐπὶ πάνυ
σμικροῖς) ἐναντιουμένη, wo nach
dem ersten Epitheton das zweite
sich von selbst versteht; er zer-
legt die Zeit des ganzen Tages
mit dem οὔτε ἐξιόντι ἔωϑεν, οὔτε
isch
οὐδαμοῦ u. 5. w. Dabei ist doch
die Breite der Rede wieder rheto-
trefflich berechnet. Weder
die frühere Darlegung über das
Wesen des Todes, noch die jetzige
'Auseinandersetzung über das daı-
uovıov lassen den so sehr über-
raschenden Satz ahnen: κινδυνεύει
μοι τὸ ξυμβεβηκὸς τοῦτο ἀγα-
ϑὸν γεγονέναι. Denn früher hatte
Sokrates ja nur behauptet, man
könne nicht wissen, ob der Tod
ein χαχόν oder ein ἀγαϑόν 56],
und die Rede vom δαιμόνιον läfst
eigentlich nur den Schlufs erwar-
fen: „die innere Stimme rief mir
heute kein halt! zu; folglich habe
ich meiner Überzeugung nach heute
AHOAOTIA ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 61
χαχὸν εἶναι τὸ τεϑνάναι. μέγα μοι τεχμήριον τούτου
γέγονεν" οὐ γὰρ ἔσϑ᾽ ὅττως οὐκ ἠναντιώϑη ἂν μοι τὸ
εἰωθὸς σημεῖον, εἰ μή τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγαϑὸν τιράξειν,
32. Ἐννοήσωμεν δὲ χαὶ τῇδε, ὡς πολλὴ ἐξλτείς
ἔστιν ἀγαθὸν αὐτὸ εἶναι᾽ δυοῖν γὰρ ϑάτερίν ἔστι τὸ
ἢ ἔα, ἦν \ ξ \ z a,
τεϑναάναι" ἢ γὰρ οἷον μηδὲν εἶναι und αἴσϑησιν unde-
, - ὉΝ x D
μίαν μηδενὸς ἔχειν τὸν τεϑνεῶτα, ἡ χατὰ τὰ λεγόμενα
μεταβολή τις τυγχάνει οὐσα χαὶ μετοίχησις τῇ ψυχῇ τοῦ
τόπου τοῦ ἐνθένδε εἰς ἄλλον τότεον. καὶ εἴ γε μηδεμία
αἴσϑησίς ἔστιν, ἀλλ᾽ οἷον ὕτενος, ἐτιειδάν τις καϑεύδων
ΑΕ. \ ς - , ΄ pP) „ ς ,
μηδ᾽ ὄναρ μηδὲν ὁρᾷ, ϑαυμάσιον κέρδος ἂν εἴη ὁ ϑανα-
recht gehandelt“. Sokrates fügt
sich dieser natürlichen Schlufsfol-
gerung auch mit den letzten Wor-
ten εἰ un τι ἔμελλον ἐγὼ ἀγα-
ϑὸν πράξειν, die auf das εἴ τι
μέλλοιμε μὴ ὀρϑῶς πράξειν
mit einem Anflug von Scherz zu-
rückblicken; denn das ἀγαϑὸν
πράττειν ist nur äufserlich dem
ὀρϑῶς πράττειν ähnlich, aber ihm
nicht synonym, da es dem εὖ πράτ-
τειν vielmehr entspricht, also ein
Leiden und nicht eine Thätigkeit
bezeichnet.
Im einzelnen ist der Gedanke der
Worte ἐν ᾧ οἱ ἄρχοντες ἀσχο-
λίαν ἄγουσι nicht klar; wir wis- Ὁ
sen weder, wer die ἄρχοντες sind,
noch womit beschäftigt sie dem
Sokrates zu einer Ansprache Zeit
lassen. Stallbaums Annahme ist
wahrscheinlich, aber doch immer
willkürlich: „dum undecimviri
occupati sunt. Widelicet judices
tradebant undecimviris eos, qui ad
supplicium damnati essent. Hos
igitur oportebat ministris διεὶς im-
perare, ut damnalum in carce-
rem abducerent et sumerent ab eo
supplicium, quod constitutum es-
set. — Zu διαμυϑολογῆσαι sagt
Cron: „verfraulicher als διαλέγε-
σϑαι, insofern das Folgende nicht
mehr zur Sache gehört und zugleich
ein Gebiet berührt, das mehr der
Vorstellung als dem Begriff anheim-
fällt.“ Im Kommentar zum Phädo
habe ich darauf hingewiesen, dafs
in dem Worte die beiden Begriffe
μῦϑος und λόγος vertreten sind.
Phädo Kap. 5.
Kap. 32. Der Redner sagt: Der
Tod kann kein Übel sein. Denn
entweder ist er ein Aufhören alles
Empfindens; dann führt er uns in
einen Zustand hinüber, welcher
dem des traumlosen, glücklichen
Schlafes gleich ist. Oder er ist der
Übergang zu dem Leben nach dem
Tode, an welches die Menschen
glauben; dann ist er eine Fort-
setzung dieses Lebens bis in alle
Ewigkeit: τά τε γὰρ ἄλλα εὐδαι-
μονέστεροί εἰσιν οἱ ἐχεῖ τῶν Ev-
ϑάδε καὶ ἤδη τὸν λοιπὸν χρόνον
ἀϑάνατοί εἰσιν. Das Kapitel ist,
wie kein anderes der Apologie, mit
feinem Sokratischem Scherz durch-
setzt. Schon das Entweder, wel-
ches er auistellt, ist ein Scherz;
Sokrates denkt gar nicht an die
Möglichkeit, dafs der Mensch mit
dem Tode in das ewige Nichts zu-
rücksinken könne; wir wissen aus
dem Phädo, wie fest er an die Un-
sterblichkeit der Seele glaubt, und
die ganze Art seiner Philosophie
weist den Ernst eines solchen Ge-
dankens zurück. Der Scherz liegt
aber auch zutage schon in dem
überschwänglichen Ausdruck ϑαυ-
μάσιον κέρδος, mit dem er den
62 ΠΑΛΤΩ͂ΝΟΣ
_
τος. ἐγὼ γὰρ ἂν οἶμαι, εἴ τινα ἐκλεξάμενον δέοι ταύτην
τὴν νύχτα, ἐν ἧ οὕτω χατέδαρϑεν, ὥστε μηδ᾽ ὄναρ ἰδεῖν,
χαὶ τὰς ἄλλας νύχτας τε καὶ ἡμέρας τὰς τοῦ βίου τοῦ
ἑαυτοῦ ἀντιπαραϑέντα ταύτῃ τῇ νυχτὶ δέοι σχεψάμενον
εἰχεεῖν, πόσας ἄμεινον καὶ ἥδιον ἡμέρας καὶ νύχτας ταύ-
της τῆς νυχτὸς βεβίωχεν ἐν τῷ ἑαυτοῦ βίῳ, οἶμαι ἂν
, [4 > x x [4
μὴ ὅτι ἰδιώτην τινά, ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέα εὐαριϑμή-
τους ἂν εὑρεῖν αὐτὸν ταύτας πρὸς τὰς ἄλλας ἡμέρας καὶ
γύχτας. εἶ οὖν τοιοῦτον ὃ ϑανατός ἔστι, χέρδος ἔγωγε
2 ᾽ ς > ’ ’,
λέγω" καὶ γὰρ οὐδὲν πλείων ὁ ττᾶς χρόνος φαίνεται οὕτω
o >) ’ ΄, 5 = r ’
δὴ εἶναι ἢ μία νύξ. εἰ δ᾽ αὖ οἷον ἀποδημῆσαέ ἔστιν ὃ
΄ ’ - ᾿
ϑάνατος ἐνθένδε εἰς ἄλλον τόπον, καὶ ἀληϑῆ ἔστι τὰ
λεγόμενα, ὡς ἄρα ἐχεῖ εἰσὶν ἅπαντες οἱ τεϑνεῶτες, τί
μεῖζον ἀγαθὸν τούτου εἴη ἄν, ὠ ἄνδρες διχασταί; εἶ
γάρ τις ἀφιχόμενος εἰς “Ἅιδου, ἀπαλλαγεὶς τούτων τῶν
φασχόντων διχαστῶν εἶναι, εὑρήσει τοὺς ἀληϑῶς δικα-
στάς, οἵπερ χαὶ λέγονται ἐχεῖ δικάζειν, Mivwg τε καὶ
Ῥαδάμανϑυς καὶ Alaros χαὶ Τριπτόλεμος καὶ ἄλλοι
ὅσοι τῶν ἡμιϑέων δίχαιοι ἐγένοντο ἐν τῷ ἑαυτῶν βέῳ,
5 , a » Εν ΄ a 23 -
ἄρα φαύλη ἂν εἴη ἢ ἀποδημία; ἢ αὖ Ὀρφεῖ ξυγγενέσϑαι
\ ‚ 5 ’ νς ’ ee \ ’ ”
χαὶ Movoaiw καὶ Ἡσιόδῳ καὶ Ὁμήρῳ ἐπὶ πόσῳ ἄν τις
δέξαιτ᾽ ἂν ὑμῶν; ἐγὼ μὲν γὰρ πολλάκις ἐϑέλω τεϑνά-
γαι, εἰ ταῦτ᾽ ἐστὶν ἀληϑῆ" ἐπεὶ ἔμοιγε καὶ αὐτῷ ϑαυ-
\ a » c \ > [4 ς ‚ 3 '
μαστὴ av εἴη ἢ διατριβὴ αὐτόϑι, οττότε ἐντύχοιμε Παλα-
μήδει χαὶ Αἴαντι τῷ Τελαμῶνος χαὶ εἴ τις ἄλλος “τῶν
empfindungslosen Tod wie den em- ten eine solche μέα νύξ für ein
pfindungslosen Schlaf bezeichnet, χέρδος gehalten haben? Ebenso
in der langen Periode, in welcher blickt der Schelm aus dem zweiten
er die süls durchschlafene Nacht Teile des Kapitels, aus der Gegen-
preist‘ mit vollen Worten, in der überstellung seiner Richter und der
Wendung um ὅτι ἰδιώτην τινά, der Unterwelt, des Minos und Rha-
ἀλλὰ τὸν μέγαν βασιλέὰ „ich rede damanthys und Aiakos und Tripto-
nicht von einem einfachen Bürgers- lemos, wie er sie alle vier nament-
mann, nein, selbst der Grofskönig“ lich aufführt; aus der Vorstellung,
u. 8. W.; endlich in der spafshaften er werde mit dem euböischen Kö-
Begründung des κέρδος: καὶ γὰ nigssohne Palamedes, den nach einer
οὐδὲν πλείων ὃ πᾶς χθόνος φαί- nachhomerischen Sage die Griechen,
νεται οὕτω δὴ εἶναι ἢ μία νύξ. bei denen ihn Odysseus des Ver-
Wie viele der Geschworenen dürf- rats anklagte, ungerechter Weise
ἈΠΟΛΟΓΙᾺ ΣΩΚΡΑΤΟΥ͂Σ. 63
- x , ’ ᾿ 3 - ᾿
παλαιῶν διὰ κρίσιν. ἄδικον τέϑνηχεν, ἀντιπαραβαάλλοντι
- ’ x N c 5
τὰ ἐμαυτοῦ πτάϑη 71005 τὰ Exreivwv, ὡς ἐγὼ οἶμαι, οὐχ
a > \ ΡῚ \ x \ , \ 3 Pre | ΄
ἂν ἀηδὲς εἴη. καὶ δὴ τὸ μέγιστον, τοὺς ἐκεῖ ἐξετάζοντα
χαὶ ἐρευνῶντα ὥσπερ τοὺς ἐνταῦϑα διάγειν, τίς αὐτῶν
σοφός ἐστι χαὶ τίς οἴεται μέν, ἔστι δ᾽ οὔ. ἐπὶ τεόσῳ δ᾽
»᾿ Ze", N , 2 ’ \ a
av τις, ὦ ἄνδρες δικασταί, δέξαιτο ἐξετάσαι τὸν ἐπὶ
N , \ N ’
Τροίαν ἀγαγόντα τὴν πολλὴν στρατιὰν ἢ Ὀδυσσέα ῇ
Σίσυφον, ἢ ἄλλους μυρίους ἄν τις εἴποι χαὶ ἄνδρας χαὶ
γυναῖχας; οἷς ἐχεῖ διαλέγεσθαι καὶ ξυνεῖναι χαὶ ἐξετά-
3 ’ N ‚ 2 ͵ 4 ’
ζειν ἀμήχανον ἂν εἴη εὐδαιμονίας. πάντως οὐ δήπου
τούτου γὲ ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι᾽ τά τε γὰρ ἄλλα
2 ‚ ’ > Er, - - 2 4 \ 2 \
εὐδαιμονέστεροί εἰσιν οἱ ἐκεῖ τῶν Evdade, καὶ ἤδη τὸν
λοιττὸν χρόνον asavaroi εἶσιν, εἴπτερ γε τὰ λεγόμενα
and ἔστιν.
. \ ς « ᾿ 3 , »
33. Alla καὶ ὑμᾶς χρή, ὦ ἄνδρες διχασταί, εὐέλ-
σειδας εἶναι πρὸς τὸν ϑάνατον, χαὶ ἕν τι τοῦτο διανοεῖ-
3 , u > > P} \ I - \ I o\
osaı ἀληϑές, ὅτε οὐκ ἔστιν ἀνδρὶ ἀγαϑῷ καχὸν οὐδὲν
οὔτε ζῶντι οὔτε τελευτήσαντι, οὐδὲ ἀμελεῖται ὑττὸ ϑεῶν
τὰ τούτου πραάγματα᾽ οὐδὲ τὰ ἐμὰ νῦν ἀπὸ τοῦ αὐτομά-
2 ’ - 2 - a » 4
τοῦ γέγονεν, ἀλλά μοι δῆλόν ἔστι τοῦτο, ὅτε ἤδη τεϑνά-
var χαὶ ἀπηλλάχϑαι πραγμάτων βέλτιον ἣν μοι. διὰ
steinigten, und mit dem Telamoni-
schen ‚Ajax über seinen Prozefs re-
den, ἀντιπαραβάλλοντα τὰ ἐμαυ-
τοῦ πάϑη πρὸς τὰ ἐχείνων, sein
Geschick mit dem ihren verglei-
chend; aus dem Gedanken, er werde
den Agamemnon und den listenrei-
chen Odysseus und den schlausten
in der Unterwelt, den Sysyphus
prüfen und auch ihnen nötigen-
falls nachweisen, dals sie zwar
glaubten, etwas zu wissen, aber
nichts wülsten; aus dem spals-
haften Schlufs endlich: πάντως οὐ
δήπου τούτου γε (τοῦ ἐξετάζειν)
ἕνεχα οἱ ἐχεῖ ἀποχτείνουσι, und
endlich aus der Begründung dieses
Satzes: sie verurteilen niemand zum
Tode; denn das hilft nichts, da es
keinen Tod mehr giebt.
'Kap. 33. Treffend hat der harm-
lose Scherz gezeigt, mit welcher
freudigen Hoffnung der Redner dem
Tode ins Auge sieht. Verwundert
mögen die Richter zu ihm auf-
blicken, staunend über die Ruhe
und Sicherheit, mit welcher er zum
letzten Gange sich anschickt. Um
so tiefer müssen sie in ihrer Ver-
wunderung die herrlichen Worte
packen: „auch ihr müfst freudiger
Hoffnung sein; denn für einen Mann,
der wacker ist, giebt es kein Übel,
sondern die Götter wachen über
sein Geschick“. Mit edlem Stolze
wendet er sich dann an seine An-
kläger und an die, welche ihn ver-
dammt haben, um ihnen zu sagen:
„Ihr wufstet nicht, was ihr thatet;
darum scheide ich von euch auch
64 HAATQONOE AIOAOTIA ZQKPATOTE.
τοῦτο zul ἐμὲ οὐδαμοῦ ἀπέτρεψψε τὸ σημεῖον, καὶ ἔγωγε
τοῖς χαταψηφισαμένοις μου χαὶ τοῖς χατηγόροις οὐ πάνυ
χαλεπαίνω. χαίτοι οὐ ταύτῃ τῇ διανοίᾳ κατεψηφέζοντό
μου χαὶ χατηγόρουν, ἀλλ᾽ οἰόμενοι βλάπιτειν" τοῦτο αὖ-
τοῖς ἄξιον μέμφεσϑαι. τοσόνδε μέντοι αὐτῶν δέομαι"
τοὺς υἱεῖς μου, ἐπειδὰν ἡβήσωσι, τιμωρήσασϑε, ὦ ἄν-
ὄρες, ταὐτὰ ταῦτα λυποῦντες, ἅπερ ἐγὼ ὑμᾶς ἐλύπουν,
ἐὰν ὑμῖν δοχῶσιν ἢ χρημάτων ἢ ἄλλου του πρότερον
ἐπιμελεῖσθαι ἢ ἀρετῆς, χαὶ ἐὰν δοχῶσί τι εἶναι μηδὲν
ὄντες, ὀνειδίζετε αὐτοῖς, ὥσττερ ἐγὼ ὑμῖν, ὅτε οὐχ ἔττι-
μελοῦνται ὧν δεῖ, zul οἴονταί τι εἶναι ὄντες οὐδενὸς
ἄξιοι. καὶ ἐὰν ταῦτα τιοιῆτε, δίκαια πιεττονϑὼς ἐγὼ
ἔσομαι ὕφ᾽ ὑμῶν αὐτός τε χαὶ οἱ υἱεῖς.
᾿Αλλὰ γὰρ ἤδη ὥρα ἀτπιιέναι, ἐμοὶ μὲν ἀτεοϑανου-
’ c τ N ΄
μένῳ, ὑμῖν δὲ βιωσομένοις"
ἐστὶ ἄμεινον τρρᾶγμα, ἄδηλον
nicht im Zorne, sondern tadele euch
nur, weil ihr schädigen wolltet
(οἰόμενοι βλάπτειν ohne Objekt)
und das soll man nicht“. Sie for-
dert er vielmehr auf zur Rache
(τιμωρήσασϑε): sie sollen seinen
Söhnen vergelten, was er ihnen
gethan; sie sollen sie vornehmen,
wenn sie auf falschem Wege sind:
örcorsgoL δὲ ἡμῶν ἔρχονται
\ - \ a - -
χυαντὶ schnv ἢ τῷ ϑεῷ.
das ist das δίκαιον, was die unge-
rechten Ankläger und Richter ihm
schulden. Das Abschiedswort end-
lich imponiert durch seine klassische
Einfachheit: „Es ist Zeit zu gehen,
für mich zum Tode, für euch in
das Leben: wer von uns zum bes-
- seren Ziele kommt, das weils nie-
mand aulser der Gottheit!“
x
Pe
= Ἰ 3 A .
΄
- =
re
) εν
Ἰ
BA.
ἊΨ
-
Pia ’
»
.
.
[I 5 ι
ν᾿,
πε".
k -
= - 2
| a
KPIT2N
[ἢ περὶ πραχτέου, 7Yı20c.]
TA ΤΟΥ͂ AIAAOTOY ΠΡΟΣΩΠᾺ
ΣΩΚΡΑΤΗΣ, ΚΡΙΤ ΩΝ.
Ν , A > , 2 r
1. Ti τηνιχάδε ἀφῖξαι, ὦ Κρίτων; ἢ οὐ row ἔτι
ἐστίν;
ΚΡ. Hoavv μὲν οὗν.
ΣΩ. Πηνίχα μάλιστα;
Kap. 1. Die Frage, ob unserem
Dialoge ein historischer Vorgang
zu grunde liege oder nicht, wird
sich kaum entscheiden lassen; je-
denfalls trägt er gleich dem Phädo
eine sehr lebensfrische Farbe. Die
Persönlichkeit des Krito schildert
Plato mit tiefer Verehrung aulser
in unserem Dialoge besonders im
Phädo. Dort erscheint uns der ἥλε-
κιώτης καὶ δημότης des Sokrates,
wie ihn die Apologie nennt, als der
reiche alte Herr, welcher nicht nur
seinem Freunde alle äufsere Sorge
abnimmt, — Plato läfst deutlich
durchblicken, dafs Krito nach des
Sokrates Tode für die Frau und
die Kinder des Weisen sorgen wird
— nicht nur sein und seiner Fa-
milie Patron ist, sondern auch durch
die tiefste Herzensfreundschaft mit
ihm verbunden ist. Der Phädo ver-
rät das mit wenigen Meisterstri-
chen: Krito allein ist zugegen, als
Sokrates von Weib und Kind Ab-
schied nimmt; Krito bittet den
Freund, als dieser den Giftbecher
nehmen will, die kurze Spanne Zeit,
die ihm gestattet sei, zu zögern, zu
warten, bis der letzte Strahl der
untergehenden Sonne geschieden
sei; zu ihm spricht Sokrates sein
letztes Wort, und er ist es, der dem
toten Weisen die Augen zudrückt.
Will man ihn kurz charakterisieren,
so kann man vielleicht sagen: er
ist des Sokrates praktischer Bruder.
Den Sokrates macht die Philoso-
phie, die Gottesgabe, unbefangen
und konsequent denken zu können,
zum edlen Menschen, den Krito das
mit dieser Gabe korrespondierende
Geschenk der Götter, der natürliche
Hang zum Guten, das gute Herz.
Die philosophische Erörterung des
Dialogs knüpft an die ernste Frage:
darf der verurteilte Sokrates, der
unschuldig ist, entfliehen oder nicht?
Diesem Ernste entsprechend hat
Plato den Dialog eingeleitet. Er
verlegt ihn in das Dunkel der Nacht,
in die tiefe Dämmerung vor Sonnen-
aufgang. Zwei Greise sind die han-
delnden Personen; der eine, ob-
wohl zum Tode verurteilt, liegt in
ruhigem Schlafe auf seinem Lager;
der andere, der ihn so gern retten
möchte, sitzt tief betrübt da und
5*
68 IIAATQONOZ
ΚΡ. Ὄρϑρος Bass.
ΣΩ. Θαυμάζω, ὅπως ἠϑέλησέ σοι ὃ τοῦ δεσμωτη-
ρέου φύλαξ ὑπακοῦσαι. ö
ΚΡ. ΞἘυνήϑης ἤδη μοί ἔστιν, ὦ Σώχρατες, διὰ τὸ
πολλάκις δεῦοο φοιτᾶν, καί τι καὶ εὐεργέτηται ὑπ᾿ ἐμοῦ.
ΣΩ. Aorı δὲ ἥκεις ἢ πάλαι;
ΚΡ. Ἐπιειχῶς πάλαι.
ΣΩ, Εἶτα πῶς οὐκ εὐθὺς ἐπήγειράς με, ἀλλὰ σιγῇ
σπιαραχάϑησαι;
ΚΡ. Οὐ μὰ τὸν 44, ὦ Σώκρατες, οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς
ἤϑελον ἐν τοσαύτῃ τε ἀγρυπνίᾳ χαὶ λύπῃ εἶναι, ἀλλὰ καὶ
σοῦ πάλαι ϑαυμάζω αἰσϑανόμενος ὡς ἡδέως καϑεύδεις"
χαὶ ἐπίτηδές σε οὐχ ἤγειρον, ἵνα ὡς ἥδιστα διάγῃς. καὶ
schaut verwundert auf den süls
schlummernden Freund: ihn selbst
hat die Sorge nicht schlafen lassen.
Da erwacht Sokrates und fragt ganz
wie ein Erwachender, der sich den
Schlaf noch aus den Augen reibt:
„warum kommst du um diese Zeit?
oder irre ich mich in meiner Schläf-
rigkeit und ist es nicht mehr früh ?*
Dann entwickelt sich das Gespräch
allmählich, mit kurzer Frage und
kurzer Antwort, bis Krito sich in
längerer, bewundernder Rede er-
geht. Schwierig sind in dieser Rede
die Worte οὐδ᾽ ἂν αὐτὸς ἤϑελον
— λύπῃ εἶναι. „Möcht’ ich doch
selbst nicht so schlaflose Nächte
und so betrübte Stunden haben!“
übersetzt Hieron. Müller, und Stall-
baum sagt: Ne ipse quidem vellem
in tanta insomnia tantoque moe-
rore versari propter curam ac sol-
licitudinem, qua tua causa disceru-
cior; atque adeo te dudum ad-
miror (hie assidens) sentiens et
animadvertens, quam suaviter dor-
mias etc. Müllers Übersetzung ist
gewils nicht richtig: wir fragen
vergeblich nach dem Vergleich zu
dem τοσαύτῃ, wo ist ein ὅσος,
das dem τοσοῦτος entspräche?
Denn dafs Sokrates ruhig schläft,
weils Krito, weils, dafs die Verur-
teilung seine Gemütsruhe nicht im
geringsten gestört hat. Stailbaum
andrerseits giebt zwar einen den
vorhergehenden und den folgenden
vermittelnden Gedanken, übersetzt
aber zu dem Zwecke Worte, die
Plato nicht geschrieben hat (pro-
pter curam ac sollieitudinem, qua
tua causa diserueior) und die man
kaum ergänzen darf. Ich möchte
die Worte οὐδ᾽ ἂν ἤϑελον εἶναι
für nicht viel mehr ansehen, als ein
οὐδ᾽ ἂν ἦν, und übersetzen: „auch
ich würde nicht wollen, würde mich
nicht dazu verstehen (ἐθέλειν eig.
entschlossen sein, gegenüber Bov-
λεσϑαι wünschen) in einer so
grolsen Schlaflosigkeit und Trauer
zu leben (nämlich wie sonst die
zum Tode Verurteilten in ihr leben
sollen), aber doch bewundere ich
dich lange, wenn ich sah, wie süls
du schläfst“. Dieser Auffassung
nach habe ich das stärkere Inter-
punktionszeichen, welches die Aus- .
gaben hinter εἶναι haben, in ein
Komma verändert. Im übrigen ist
darauf zu achten, wie Krito mit sei-
ner, wie er meint, bösen Botschaft
nicht recht wagt hervorzytreten,
wenn er auch von der Ruhe, mit
ΚΡΙΤΩΝ. 69
πολλάκις μὲν δή σε καὶ πρότερον ἐν παντὶ τῷ βίῳ εὐδαι-
μόνισα τοῦ τρόπου, πολὺ δὲ μάλιστα ἐν τῇ νῦν παρε-
στώσῃ ξυμφορᾷ, ὡς ῥᾳδίως αὐτὴν χαὶ πράως φέρεις.
ΣΩ, Καὶ γὰρ ἄν, ὦ Κρίτων, πλημμελὲς εἴη ἀγα-
ναχτεῖν τηλικοῦτον ὄντα, εἰ δεῖ ἤδη τελευτᾶν.
ΚΡ. Καὶ ἄλλοι, ὦ Σώχρατες, τηλικοῦτοι ἐν τοιαύ-
ταις ξυμφοραῖς ἁλίσκονται, ἀλλ᾽ οὐδὲν αὐτοὺς ἐπιλύεται
ἡ ἡλικία τὸ μὴ οὐχὶ ἀγαναχτεῖν τῇ παρούσῃ τύχῃ.
ΣΩ. Ἔστι ταῦτα. ἀλλὰ τέ δὴ οὕτω πρῷ ἀφῖξαι;
ΚΡ. ᾿Δγγελίαν, ὦ Σώκρατες, φέρων χαλεπήν, οἱ
σοί, ὡς ἐμοὶ φαίνεται, ἀλλ᾽ ἐμοὶ χαὶ τοῖς σοῖς ἐπιτη-
δείοις πᾶσι καὶ χαλεττὴν nal βαρεῖαν, ἣν ἐγώ, ὡς ἐμοὶ
δοκῶ, ἐν τοῖς βαρύτατ᾽ ἂν ἐνέγχκαιμι.
ΣΩ. Τίνα ταύτην; ἢ τὸ πλοῖον ἀφῖχται Er Ankov,
οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνάναι με;
ΚΡ. Οὔ τοι δὴ ἀφῖχται, ἀλλὰ δοχεῖ μέν μοι ἥξειν
τήμερον ἐξ ὧν ἀπαγγέλλουσιν ἥκοντές τινες ἀπὸ Σουνίου
χαὶ καταλιπόντες ἐχεῖ αὐτό. δῆλον οὖν ἐκ τούτων τῶν
ἀγγέλων ὅτι ἥξει τήμερον, καὶ ἀνάγχη δὴ εἰς αὔριον
ἔσται, ὦ Σώχρατες, τὸν βίον σε τελευτᾶν.
2. 22. AM, ὦ Κρίτων, τύχῃ ἀγαϑῇ. εἰ ταύτῃ
- - ,ὕ A „
τοῖς ϑεοῖς φίλον, ταύτῃ ἕστω.
αὐτὸ τήμερον.
welcher der Freund sie aufnehmen
wird, überzeugt ist. Auf des So-
krates Frage: τέ οὕτω πρῷ ἀφῖ-
ξαι; kann er sich nicht überwinden,
die klare Antwort zu geben; Sokra-
tes selbst muls die χαλεπὴ zal βα-
ρεῖα ἀγγελία aussprechen, und die
Ruhe, mit welcher er sie erwartet,
zeigt sich in seinen Worten. Ein
anderer würde mit den Worten τὸ
πλοῖον ἀφῖχται ἐχ Δήλου sich be-
gnügt und sich gescheut haben,
die folgenden selbstverständlichen
Worte οὗ δεῖ ἀφικομένου τεϑνά-
ναι oe hinzuzufügen. Sokrates
selbst spricht die kalten Worte ruhig
“ aus, geradeso wie er auch im Phädo
gar nicht zögert sich ähnlich zu
οὐ μέντοι οἶμαι ἥξειν
äufsern und das in Worte zu fas-
sen, was seine Freunde nur anzu-
deuten wagen. Auch in seiner Ant-
wort vermeidet Krito das τεϑνά-
ναι und gebraucht dafür das mil-
dere τὸν βίον τελευτᾶν.
Kap. 2. Sokrates erwidert die
Nachricht von seinem nahe bevor-
stehenden Ende zunächst mit einem
Worte der Ergebung in den gött-
lichen Willen. Weit mehr als dies
kennzeichnet aber seine Seelenruhe
die kleinere Episode, welche folgt.
Schon die Worte οὐ μέντοι οἶμαι
ἥξειν αὐτὸ τήμερον klingen, als
ob der Redende von einem Ereig-
nisse spräche, das ihn wenig oder
gar nicht angehe. Dann erzählt er
70 HAATQONOE
ΚΡ, Πόϑεν τοῦτο τεχμαίρει;
ΣΩ.
>
ἀ:τοϑνήσχειν ἢ
Ἐγώ σοι ἐρῶ.
τῇ γάρ που ὑστεραίᾳ δεῖ μὲ
ἀν δ » x -
ἡ ἂν ἔλθῃ τὸ πλοῖον.
ΚΡ. Φασί γέ τοι δὴ οἱ τούτων χύριοι.
Yo,
ἥξειν, ἀλλὰ τῆς ἑτέρας.
Οὐ τοίνυν τῆς ἐπιούσης ἡμέρας οἶμαι αὐτὸ
τεχμαίρομαι δὲ ἔχ τινος ἐνυ-
seviov, ὃ ἑώραχα ὀλίγον πρότερον ταύτης τῆς νυχτός"
χαὶ χινδυνεύεις ἐν χαιρῷ τινε οὐχ ἐγεῖραί με.
ΚΡ. Ἦν δὲ δὴ τί τὸ ἐνύτινιον;
ΣΩ. Ἐδόχει τίς μοι γυνὴ τροσελϑοῦσα καλὴ καὶ
εὐειδής, λευχὰ ἱματια ἔχουσα, χαλέσαι μὲ χαὶ εἰπεῖν"
3
w Σώχρατες, ἤματί AEV τριτάτῳ Φϑίην ἐρίβωλον ἵὕκοιο.
KP. Ὡς ἄτοπον τὸ ἐνύπνιον, ὠ ΞΣώχρατες.
ΣΩ. Ἐναργὲς μὲν οὖν, ὥς γέ μοι δοχεῖ, ὦ Κρίτων.
3. KP.
seinen Traum mit einer Art Be-
quemlichkeit; erst die dritte Frage
des Krito lockt aus ihm die Erzäh-
lung des Traumbildes heraus. Der
Vers, welchen ihm die Traumer-
scheinung zuruft, ist eine Remini-
scenz an llias IX 363. Dort droht
Achilleus dem Odysseus, welcher
ihn mit dem Atriden versöhnen will,
er werde nach Hause zurückkehren
und sagt: ἡματί ze τριτάτῳ φϑίην
ἐρίβωλον ἱκοίμην. Will man aber
hier den Vers verstehen, so muls
man den ihm in der Dias vorher-
gehenden anziehen: εἰ δέ χεν εὐ-.
πλοίην δώῃ κλυτὸς ἐννοσίγαιος,
ἤματί χε τριτάτῳ κ. τ. δ. Die εὖ-
πλοία des ersten Verses, die glück-
liche Fahrt in den Hades, auf die
Sokrates hofft, späht hinter dem
zweiten Verse hervor.
Kap. 3. Der Anfang der Aus-
einandersetzung beider Männer weist
in dem ἔτε χαὶ νῦν nei$ov, in dem
„auch jetzt noch“ auf frühere Un-
terredungen zurück. Wahrschein-
lich ist der Dialog von Plato erst
nach dem Tode des Krito heraus-
΄ ς r
Aiav γε, ὡς ἔοιχεν.͵
π΄. ar x - 2 \ / Re. 4 .
Σωχρατες, ἔτι χαὶ γῦν Euol zreidov χαὶ σωϑητι
ἀλλ᾽, w δαιμόνιε
ὡς
gegeben worden; wäre es doch
sonst eigentümlich gewesen, ihm
die Rolle eines Mannes zuzuweisen,
der zur Auflehnung gegen die
Staatsgesetze auffordert. Nennt
doch auch im folgenden Plato keinen
einzigen der athenischen Freunde
des Meisters, wenn er den Krito
erklären läfst, dafs die Geldsumme,
welche die Thüren des Gefängnis-
ses öffnen würde, leicht aufzubrin-
gen sei, sondern nur den Simmias
und den Kebes, die beiden theba-
nischen Verehrer des Sokrates, mit
denen er an seinem letzten Lebens-
tage das Gespräch über die Un-
sterblichkeit der Seele führte, wel-
ches den Namen des Phädo trägt.
Krito führt zwei Gründe an, die
ihm die Erhaltung des Sokrates er-
sehnen lassen, den Verlust eines so -
wackeren Freundes, der ihm droht,
und den Schaden, den er durch den
Tod des Sokrates an seinem guten
Rufe nehmen kann. Auf den erste-
ren Grund geht er als auf einen
sich von selbst verstehenden nur
kurz ein; in Bezug auf den zweiten
ΚΡΙΤΩΝ, 71
ἐμοί, ἐὰν σὺ ἀποϑάνῃς, οὐ μία ξυμφορά. ἐστιν, ἀλλὰ
χωρὶς μὲν σοῦ ἐστερῆσϑαι τοιούτου ἐπιιτηδείου, οἷον
ἐγὼ οὐδένα μή score εὑρήσω, ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω,
oi ἐμὲ καὶ σὲ μὴ σαφῶς ἴσασιν, ὡς οἷός τ᾽ ὧν σε σώζειν,
εἰ ἤϑελον ἀναλίσκειν χρήματα, ἀμελῆσαι. καίτοι τίς ἂν
αἰσχίων εἴη ταύτης δόξα ἢ δοχεῖν χρήματα τιερὶ τυλείο-
γος ποιεῖσϑαι ἢ φίλους; οὐ γὰρ τιείσονται οἱ πολλοί,
ὡς σὺ αὐτὸς οὐχ ἠϑέλησας ἀτιιέναι ἐνθένδε ἡμῶν τπιρο-
ϑυμουμένων.
ΣΩ. ᾿Αλλὰ τί ἡμῖν, ὦ μαχάριε Κρίτων, οὕτω τῆς
τῶν πολλῶν δόξης μέλει; οἱ γὰρ ἐπιεικέστατοι, ὧν μᾶλ-
λον ἄξιον φροντίζειν, ἡγήσονται αὐτὰ οὕτω τιετερᾶχϑαι,
ὥσττερ ἂν πραχϑῇ.
ΚΡ. ᾿Αλλ ὁρᾷς δὴ ὅτι ἀνάγκη, ὦ Σώχρατες, χαὶ
τῆς τῶν πολλῶν δόξης μέλειν. αὐτὰ δὲ δῆλα τὰ παρόντα
γυνέ, ὅτι οἷοί τ᾽ εἰσὶν οἱ πολλοὶ οὐ τὰ σμιχρότατα τῶν
χκαχῶν ἐξεργάζεσϑαι, ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν, ἐάν τις
ἐν αὐτοῖς διαβεβλημένος ἢ.
ΣΩ. Ei γὰρ ὥφελον, ω Κρίτων, οἷοί ve εἶναι οἱ
πολλοὶ τὰ μέγιστα χαχὰ ἐξεργάζεσϑαι, iva οἷοί τε ἦσαν
αὖ καὶ ἀγαϑὰ τὰ μέγιστα, χαὶ χαλῶς ἂν εἶχε᾽ γῦν δὲ
οὐδέτερα οἷοί τε" οὔτε γὰρ φρόνιμον οὔτε ἄφρονα δυ-
» - - - a ’
varoi ποιῆσαι, ποιοῦσι δὲ τοῦτο ὅ τι ἂν τύχωσιν.
ist darauf hinzuweisen, dals er den
Ausdruck οἱ πολλοί vermeidet und
nur sagt: ἔτι δὲ χαὶ πολλοῖς δόξω;
in Bezug auf den zweiten führt er
treffend einen von Sokrates oft be-
sprochenen Satz an, die Lehre, dafs
man materielle Güter 1x0 ρήματα)
nicht höher als ideelle (7 φίλους)
schätzen dürfe. Sokrates macht aus
den πολλοί des Freundes das, was
sie sind, die οἱ πολλοί, und stellt
ihnen die ἐπιειχέστατοι entgegen,
zu welchem als ergänzendes Ver-
bum aus dem vorhergehenden δό-
ξης ‚ein δοχεῖν zu nehmen ist: ἔπι-
εἰκέστατοι SC. δοχεῖν i. 6. die tüch-
tigsten zu meinen, zu urteilen. Der
nächste Einwurf des Krito (ἀλλ᾽
δρᾷς δὴ ὅτι x. τ: δ.) ist der des
eifrigen Freundes, der seine Worte
nicht abwägt; sonst würde er das
ἀλλὰ τὰ μέγιστα σχεδόν nicht,ge-
sagt haben. Sokrates knüpft in
seiner Antwort an das ὅτε οἷοί
τέ εἰσιν οἱ πολλοί des Krito an,
den Ausdruck dreimal wiederholend
und ihn zum viertenmal mit dem
δυνατοί wieder aufnehmend. „Die
Macht der grofsen Menge ist nichts
wert, sagt er; denn sie vermag
nicht zum Thoren zu machen d. i.
sie vermag mich nicht zu einer un-
überlegten That zu bewegen, weil
die grofse Menge selbst unüberlegt
handelt: ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύ-
wor“.
72 TAAT2NOE
4. ΚΡ, Ταῦτα μὲν δὴ οὕτως ἐχέτω" τάδε δέ,
Σώκρατες, εἶχιέ μοι. ἀρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ καὶ τῶν
ἄλλων ἐπιτηδείων, μή, ἐὰν σὺ ἐνθένδε ἐξέλϑης, οἱ συχο-
φάνται ἡμῖν πράγματα παρέχωσιν ὡς σὲ ἐνθένδε ἐκκλέ-
ψασι, καὶ ἀναγχασϑῶμεν ἢ xal πᾶσαν τὴν οὐσίαν ἀπο-
βαλεῖν ἢ συχνὰ χρήματα, ἢ καὶ ἄλλο τι πρὸς τούτοις
παϑεῖν; εἰ γάρ τι τοιοῦτον φοβεῖ, ἔασον αὐτὸ χαίρειν"
ἡμεῖς γάρ που δίκαιοί ἐσμεν σώσαντές σε χινδυνεύειν
τοῦτον τὸν κίνδυνον χαὶ ἐὰν δέῃ Erı τούτου μείζω. ἀλλ᾽
ἐμοὶ τιείϑου καὶ μὴ ἄλλως ττοίει.
ΣΩ. Καὶ ταῦτα προμηϑοῦμαι, ὦ Κρίτων, καὶ ἄλλα
σολλα.
ΚΡ. More τοίνυν ταῦτα φοβοῦ" καὶ γὰρ οὐδὲ πολὺ
τἀργύριόν ἐστιν, ὃ ϑέλουσι λαβόντες τινὲς σῶσαί σε καὶ
ἐξαγαγεῖν ἐνϑένδε. ἔπειτα οὐχ ὁρᾷς τούτους τοὺς συχο-
φάντας ὡς εὐτελεῖς, καὶ οὐδὲν ἂν δέσι ἐπ᾽ αὐτοὺς πολ-
λοῦ ἀργυρίου; σοὶ δὲ ὑπάρχει μὲν τὰ ἐμὰ χρήματα, ὡς
ἐγῴμαι, ἵχανά" ἔπειτα καὶ εἴ τι ἐμοῦ κηδόμενος οὐχ
οἴει δεῖν ἀναλίσχειν τἀμά, ξένοι οὗτοι ἐνϑάδε ἕτοιμοι
ἀναλίσκειν" εἷς δὲ χεχόμικεν Er’ αὐτὸ τοῦτο ἀργύριον
. inavov, Σιμμίας ὃ Θηβαῖος" ἕτοιμος δὲ καὶ Κέβης καὶ
ἄλλοι πολλοὶ ττάνυ. ὥστε, ὅστερ λέγω, μήτε ταῦτα φο-
βούμενος ἀποχάμῃς σαυτὸν σῶσαι, μήτε ὃ ἔλεγες ἐν τῷ
sein ‚und um seine anderen Freunde
Kap. 4. Krito kennt seines Freun-
(ὧρά γε μὴ ἐμοῦ προμηϑεῖ du
des Ansichten über das berührte
Thema, weils, dafs er ihn nicht
widerlegen kann, und bricht des-
halb mit dem zevza δὴ οὕτως
ἐχέτω, mit dem Zugeständnis, dafs
Sokrates recht habe, ab und geht
zu einer neuen Begründung über.
Die Gründe, mit denen er seinen
Freund zu bestimmen sucht, sind
die eines schlicht verständigen Man-
nes, die aber natürlich einer höhe-
ren Auffassung der Lebensaufgabe
gegenüber, wie sie Sokrates ver-
tritt, nicht standhalten. Die Be-
deutung, die Kraft der Gründe stei-
gert sich. Zuerst bittet Krito, der
Freund möge nicht um ihn besorgt
bist doch nicht um mich besorgt?
Das um also abwehrend), dafs ihnen,
wenn sie den Sokrates befreien, un-
angenehme Folgen erwachsen mö-
gen. Dann sucht er ihn darüber
zu beruhigen, dafs seine Befreiung
zuviel Geld kosten könne, und end-
lich stellt er ihm das Leben im
Auslande, etwa in Thessalien, als
nicht so abstofsend hin, wie es So-
krates sich in- der Apologie ausge-
malt hatte. Das μήτε in μήτε τοί-
νυν ταῦτα φοβοῦ wird später wie-
der aufgenommen in ὥστε, ὅπερ
λέγω μήτε. ταῦτα φοβούμενος
x. ar &. εὐνῇ findet in a eolgen-
ΚΡΙΤΩΝ. 73
διχαστηρίῳ δυσχερές σοι γενέσϑω, ὅτι οὐχ ἂν ἔχοις
ἐξελϑὼν ὅ τι χρῷο σαυτῷ" πολλαχοῦ μὲν γὰρ χαὶ ἄλλοσε
ὅποι ἂν ἀφίκῃ ἀγατιήσουσέ σε" ἐὰν δὲ βούλῃ εἰς Θετ-
ταλίαν ἰέναι, εἰσὶν ἐμοὶ ἐκεῖ ξένοι, οἵ σε πτερὶ πολλοῦ
ποιήσονται καὶ ἀσφάλειάν σοι παρέξονται, ὥστε σε μη-
δένα λυπεῖν τῶν κατὰ Θετταλίαν.
5. Ἔτι δέ, ὦ Σώχρατες, οὐδὲ δίχαιόν μοι δοχεῖς
ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν σωθῆναι"
χαὶ τοιαῦτα σπεύδεις περὶ σεαυτὸν γενέσϑαι, ἅπερ ἂν
καὶ ol ἐχϑροί σου σπεύσαιέν τε καὶ ἔστεευσάν σε διαφϑεῖ-
ραι βουλόμενοι. πρὸς δὲ τούτοις καὶ τοὺς υἱεῖς τοὺς
σαυτοῦ ἔμοιγε δοκεῖς προδιδόναι, οὕς σοι ἐξὸν χαὶ ἐχ-
ϑρένψαι χαὶ ἐχπαιδεῦσαι οἰχήσει καταλιττών, χαὶ τὸ σὸν
μέρος, ὅ τι ἂν τύχωσι, τοῦτο πράξουσι" τεύξονται δέ,
6 τὸ εἰχός, τοιούτων οἵἷάττερ εἴωϑε γίγνεσϑαι ἐν ταῖς
ὀρφανίαις περὶ τοὺς ὀρφανούς. ἢ γὰρ οὐ χρὴ ποιεῖσϑαι
den μήτε in μήτε 6 ἔλεγες sein
ice. Die Eon, die I über-
redende Freund anwendet, ist die
der herzlichen Bitte. Er erklärt
sich bereit, sein ganzes Vermögen
reiszugeben (πᾶσαν τὴν οὐσίαν
ἀποβαλεῖν) und mehr als das zu
wagen (ἄλλο τι πρὸς τούτοις);
er bittet dringend: ἀλλ᾽ Zuol πεί-
$ov χαὶ un ἄλλως ποίει; er giebt
mit aller Herzlichkeit blinder Freun-
desliebe Versicherungen, die er
nicht beweist: ὅποι ἂν ἀφίχῃ ἀγα-
πήσουσί σε und οἵ σε περὶ πολ-
λοῦ ποιήσονται zul ἀσφάλειάν
σοι παρέξονται, ὥστε σε μηδένα
λυπεῖν „sie werden für dich ein-
treten, sodafs dich niemand betrü-
ben darf“.
Kap. 5. Das vorige Kapitel ver-
langte von Sokrates, un προμη-
ϑεῖσϑαι τῶν φίλων, suchte et-
waige Rücksichten auf die Freunde
als unberechtigt hinzustellen; das
vorliegende Kapitel wird dringen-
der mit dem Hauptsatze: οὐδὲ δί-
χαιον δοχεῖς ἐπιχειρεῖν πρᾶγμα.
Das vorige wandte sich an das Herz,
das jetzige an die sittliche Über-
zeugung des Sokrates. Das οὐ di-
zauov wird als solches dreifach be-
gründet: es ist kein δίχαιον πρᾶ-
γμα, σαυτὸν προδοῦναι, ἐξὸν
σωϑῆναι; es ist kein δίκαιον πρᾶ-
yue, die Kinder dem Zufall zu über-
lassen — die Worte ὅτε ἂν w-
4001, τοῦτο πράξουσι weisen zu-
rück auf den Schlufs des Kap. 3:
ποιοῦσι τοῦτο ὅτι ἂν τύχωσιν
und bedeuten: „du sagtest, dals das
ποιεῖν nach dem Zufall nichts wert
sei, das πράττειν (intrans. τοῦτο
πράττειν --οι χαχῶς πράττειν) nach
dem Zufall taugt aber erst recht
nicht* —; es ist endlich kein d/-
χαιον πρᾶγμα, Sich und die Freunde
dem Vorwurfe der Feigheit und
Unmännlichkeit und dem Spotte
preiszugeben. Den Krito als prak-
tischen Mann charakterisiert Plato
trefflich durch einzelne Begründun-
gen, die er ihn geben lälst; so
durch das σπεύδεις περὲ σαυτὸν
γενέσϑαι, ἅπερ οἱ ἐχϑροὶ ἔσπευ-
σάν σε διαφϑείρειν βουλόμενοι
und durch das derbere ἢ οὐ χρῇ
74 ΠΑΑΤΩΝΟΣ
; ξυνδιαταλαιττωρεῖν χαὶ τρέφοντα χαὶ σιαιδεύ-
ovra' σὺ δέ μοι δοχεῖς τὰ ῥᾳϑυμότατα αἱρεῖσϑαε" χρὴ
δέ, ἅπερ ἂν ἀνὴρ ἀγαϑὸς καὶ ἀνδρεῖος ἕλοιτο, ταῦτα
αἱρεῖσϑαι, φάσχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ τιαντὸς τοῦ βίου
ἐπειμελεῖσθϑαι" ὡς ἔγωγε χαὶ ὑπὲρ σοῦ καὶ ὑπὲρ ἡμῶν τῶν
σῶν ἐπιτηδείων αἰσχύνομαι, μὴ δόξη ἅτταν τὸ τπιορᾶγμα
τὸ zregi σὲ ἀνανδρίᾳ τινὶ τῇ ἡμετέρᾳ πεπρᾶχϑαι, καὶ ἡ
εἴσοδος τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον ὡς εἰσῆλθες, ἐξὸν
μὴ εἰσελϑεῖν, χαὶ αὐτὸς ὃ ἀγὼν τῆς δίχης ὡς ἐγένετο,
χαὶ τὸ τελευταῖον δὴ τουτί, ὥσττερ κατάγελως τῆς πρά-
ξεως, χκαχίᾳ τινὶ χαὶ ἀνανδρίᾳ τῇ ἡμετέρᾳ διαπεφευ-
γέναι ἡμᾶς δοχεῖν, οἵτινές σε οὐχὶ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ
σαυτόν, οἷόν A ὃν καὶ δυνατόν, εἴ τι χαὶ σμικρὸν ἡμῶν
ὄφελος ἦν. ταῦτ᾽ οὖν, ὦ Σώχρατες, ὅρα μὴ ἅμα τῷ χαχῷ
χαὶ αἰσχρὰ 7 σοί τε καὶ ἡμῖν. ἀλλὰ βουλεύου, μᾶλλον δὲ
οὐδὲ βουλεύεσϑαι ἔτε ὥρα, ἀλλὰ βεβουλεῦσϑαι. μία δὲ
βουλή τῆς γὰρ ἐπιούσης νυχτὸς πάντα ταῦτα δεῖ πι-
πρᾶχϑαι. εἰ δέ τι περιμενοῦμεν, ἀδύνατον καὶ οὐχέτι
οἷόν τε. ἀλλὰ παντὶ τρόπῳ, ὦ Σώχρατες, πεείϑου μοι καὶ
κεαῖδας, ἢ
μηδαμῶς το: σοέει.
Se
ποιεῖσϑαι παῖδας, ἢ ξυ ξυνδιαταλαι-
πωρεῖν z. τ. &, durch das φά-
σχοντά γε δὴ ἀρετῆς διὰ παντὸς
τοῦ βίου ἐπιμελεῖσϑαι und .end-
lich durch den zur That, drängen-
den Schlufs der Rede: ἀλλὰ βου-
λεύου κ. τ. £&.
Zu den Worten καὶ ἢ εἴσοδος
τῆς δίχης εἰς τὸ δικαστήριον κ. τ. ἑ.
ist zu bemerken, dafs dem Krito
der Vergleich mit einem Drama vor-
schwebt, dessen Teile er angiebt
als die εἴσοδος. den ἀγών und das
τελευταῖον. Letzteres nennt er
„gleichsam einen χατάγελως τῆς
πράξεως d. i. einen Hohn auf die
Handlung des Dramas“. Wir haben
hier, sagt er, eine Art Tragödie
aufgeführt, die aber nicht ernsten
Eindruck hinterlassend ausläuft in
2 φίλε Κρίτων, ἢ
einer χαταστροφή,
προϑυμία σου πολλοῦ
sondern zum
Schlusse den Schauspielern einen
χατάγελως, Verhöhnung einträgt.
Diese Schauspieler aber sind wir
(ἡμᾶς δοχεῖν) d. i. deine Freunde
“und du selbst. mit ihnen (οἵτινές
σε οὐχὲ ἐσώσαμεν οὐδὲ σὺ σαυ-
- τόν).
Es sind ernste, teilweise selbst
bittere Worte, die Krito gesprochen .
hat. Darum wiederholt er aus Kap. 4
das bittende ἐμοὶ πείϑου καὶ μὴ
ἄλλως ποίει hier mit fordernder
Entschiedenheit: παντὶ τρόπῳ πεί-
$ov μοι καὶ μηδαμῶς ἄλλως ποίει.
Kap. 6. Den ersten Satz der
Erwiderung des Sokrates übersetzt
Stallbaum: studium Tuum mei ser-
vandi magni faciendum est et lau-
dandum, si cum recta ratione con-
ΚΡΙΤΏΝ. 18
ἀξία, εἰ μετὰ τινὸς ὀρϑότητος εἴη" εἰ δὲ μή, ὅσῳ μεί-
ζων, τοσούτῳ χαλετιωτέρα. σκοτιεῖσϑαι οὖν χρὴ ἡμᾶς,
εἴτε ταῦτα τιραχτέον εἴτε μή" ὡς ἐγὼ οὐ μόνον νῦν ἀλλὰ
'χαὶ ἀεὶ τοιοῦτος, οἷος τῶν ἐμῶν μηδενὶ ἄλλῳ πεέϑεσϑαι
ἢ τῷ λόγῳ, ὃς ἄν μοι λογιζομένῳ βέλτιστος φαίνηται.
τοὺς δὲ λόγους, οὕς ἐν τῷ ἔμτιροσϑεν ἔλεγον, οὐ δύνα-
μαι γῦν ἐχβαλεῖν, ἐπειδή μοι ἥδε ἣ τύχη γέγονεν, ἀλλὰ
σχεδόν τι ὅμοιοι φαίνονταί μοι, χαὶ τοὺς αὐτοὺς τιρε-
σβεύω xal τιμῶ, οὕστεερ καὶ τιρότερον" ὧν ἐὰν μὴ βελ-
tim ἔχωμεν λέγειν ἐν τῷ παρόντι, εὖ ἴσϑι ὅτι οὐ μή σοι
ξυγχωρήσω, οὐδ᾽ ἂν πλείω τῶν νῦν παρόντων ἡ τῶν
πολλῶν δύναμις ὥσττερ παῖδας ἡμᾶς μορμολύττηται, δε-
σμοὺς καὶ ϑανάτους ἐτπειττέμπτουσα καὶ χρημάτων ἄφαι-
ρέσεις. πῶς οὖν ἂν μετριώτατα σχοποέμεϑα αὐτά; εἰ
τερῶτον μὲν τοῦτον τὸν λόγον ἀναλάβοιμεν, ὃν σὺ λέγεις
περὶ τῶν δοξῶν, scoregov χαλῶς ἐλέγετο ἑκάστοτε ἢ οὔ,
iunetum sit; Schleiermacher: „Deine
Sorge um mich ist viel wert, wenn
sie nur irgend mit dem Richtigen
bestehen könnte; wo aber nicht,
so ist sie je dringender um desto
peinlieher*; und Hieron. Müller:
„Dein Eifer wäre viel wert, wenn
er einigermalsen die rechte Rich-
tung hätte; wo aber nicht, dann
wird er um so peinlicher, je grölser
er ist“. Müller nimmt offenbar An-
stols an der Übersetzung des Wortes
προϑυμία, das er denn auch rich-
tiger als Stallbaum und Schleier-
macher wiedergiebt; ich würde es
mit „Zuversichtlichkeit“ übersetzen.
Das τινὸς habe ich accentuiert,
weil mir seine Stellung dafür zu
sprechen scheint, dafs der Redner
es betont und in der Bedeutung
des lateinischen aliquid gebraucht
hat, wo dasselbe „etwas Bedeuten-
des“ bezeichnet. Dafs aber Sokra-
tes sagen sollte, die προϑυμία des
Freundes sei ihm peinlich,
scheint mir der ganzen Art des
Philosophen wenig zu entsprechen.
Ich übersetze also: „Mein lieber
Krito, deine Zuversichtlichkeit
dürfte viel wert sein (zu ἀξία ist
nicht mit Stallbaum ἐστί, sondern,
dem sin des Vordersatzes entspre-
chend, ἂν εἴ zu ergänzen), wenn
ihr eine nennenswerte Richtigkeit
zur Seite stände; wo nicht, je grölser
sie ist, um so schlimmer“ ἃ, i.
wenn sie nicht auf richtigem Grunde
ruht, dann wird es ihr schlimm er-
gehen, insofern sie als nichtig er-
wiesen werden wird. Dem Gedan-
ken nach fährt Sokrates dann fort:
Nicht προϑύμως ἔχειν heilst es
hier, sondern σχοπεῖσϑαι und dann
πείϑεσϑαι nicht der προϑυμία,
sondern τῷ λόγῳ, ὃς av βέλτι-
στος φαίνηται; unter den λόγοι
welche du vorbrachtest, war auch
der περὶ τῶν δοξῶν; mit Bezug
auf ihn wollen wir nun fragen:
muls man jeder δόξα τῶν πολλῶν
folgen, oder nur der δόξα τῶν
φρονίμων 3 ᾿
"In den Worten «ei τοιοῦτος.
οἷος (= ὥστε) τῶν ἐμῶν μηδενὶ
ἄλλῳ πείϑεσθαι ἡ τῷ Aoyo ist
die erste Antwort auf die zuver-
76 ΠΛΆΤΩΝΟΣ
ὅτι ταῖς μὲν δεῖ τῶν δοξῶν προσέχειν τὸν νοῦν, ταῖς δὲ
οὔ: ἢ πρὶν μὲν ἐμὲ δεῖν ἀποϑνήσκειν καλῶς ἐλέγετο,
γῦν δὲ κατάδηλος ἄρα ἐγένετο, ὅτι ἄλλως ἕνεχα λόγου
ἐλέγετο, ἣν δὲ παιδιὰ χαὶ φλυαρία ὡς ἀληϑῶς; ἐπιϑυμῶ
δ᾽ ἔγωγε ἐπισχέψασθϑαι, w Κρίτων, κοινῇ μετὰ σοῦ, εἴ
τί μοι ἀλλοιότερος φανεῖται, ἐπειδὴ ὧδε ἔχω, ἢ ὃ αὐτός,
zul ἐάσομεν χαίρειν ἢ πεισόμεϑα αὐτῷ. ἐλέγετο δέ πως,
ὡς ἐγῴμαι, ἑκάστοτε ὧδε Uno τῶν οἰομένων τί λέγειν,
ὥσττερ νῦν δὴ ἐγὼ ἔλεγον, ὅτι τῶν δοξῶν, ἃς οἱ ἄνϑρω-
στοι δοξάζουσι, δέοι τὰς μὲν περὶ πολλοῦ ποιεῖσϑαι, τὰς
δὲ μή. τοῦτο πρὸς ϑεῶν, ὠ Κρίτων, οὐ δοκεῖ χαλῶς
σοι λέγεσϑαι; σὺ γάρ, Ἢ: γε τἀνϑρώπεια, ἐχτὸς εἶ τοῦ
μέλλειν ἀποϑνήσχειν αὔριον, χαὶ οὐχ ἄν σε παραχρούοι
ἡ παροῦσα ξυμφορά" σκχόττει δή" οὐχ ἱχανῶς δοχεῖ σοι
λέγεσθαι, ὅτι οὐ πάσας χρὴ τὰς δόξας τῶν ἀνϑρώπων
τιμᾶν, ἀλλὰ τὰς μέν, τὰς δ᾽ οὔ; οὐδὲ πάντων, ἀλλὰ τῶν
μέν, τῶν δ᾽ οὔ; τί φής; ταῦτα οὐχὶ καλῶς λέγεται;
ΚΡ. Καλῶς.
ΣΩ. Οὐκχοῦν τὰς μὲν χρηστὰς τιμᾶν, τὰς δὲ πο-
γηρὰς μή;
ΚΡ. Ναί.
sichtliche Aufforderung Kritos:
παντὶ τρόπῳ. πείϑου μοι enthal-
ten. Τῶν ἐμῶν fasse ich gegen-
über Stallbaum und Cron als Ge-
netiv von οὗ ἐμοί, nicht von τὰ
ἐμά. Zu den οἱ ἐμοί zählt So-
krates auch den Krito und, was er
hier sagt, wiederholt er bald mit
deutlicheren Worten: οὐ μή σοι
ξυγχωρήσω. Die Worte begegnen
dem Ernst des Krito mit einem
Scherze, dem ein Anflug von Ironie
beigegeben ist.
In der Stelle ὅτι. ἄλλως ἕνεχα
λόγου ἐλέγετο weist ἄλλως ZU-
rück auf die Worte πρὲν μὲν ---
χαλῶς “ἐλέγετο und wird durch
ἕνεχα λόγου erklärt:
die Behauptung, ehe mein Tod be-
schlossen war, richtig (χαλῶς ἐλέ-
γετο), erwies sich jetzt aber offen-
„oder war
bar anders, als eine die nur eben
ἕνεχα λόγου, eines Grundes halber,
um einen Grund vorbringen zu kön-
nen, gemacht und nichts als ein
Scherz und ein Gesch wätz war?“
Neckend sind die Worte. σὲ γάρ,
ὅσα γε ἀνϑρώπέια (nach mensch-
lichen Verhältnissen - und mensch-
licher Beurteilung) — N παροῦσα
ξυμφορά gesprochen; denn ihr Sinn
ist: „du, alter Freund, tratst so
sicher mit deinen Behauptungen
auf; nun zeige einmal, ob du dem
besten λό; γος auch so Sicher stand-
halten kannst; brauchst du doch
morgen nicht zu sterben, und es
dürfte dich also das gegenwärtige
Milsgeschick nicht irre leiten“. So-
krates meint mit den letzten Wor-
ten das Gegenteil dessen, was er
sagt; er meint gerade, dafs Krito
ΚΡΙΤΩΝ. 77
ΣΩ. Χρησταὶ δὲ οὐχ ai τῶν φρονίμων, πονηραὶ δὲ
αἱ τῶν ἀφρόνων;
ΚΡ. Πῶς δ᾽ οὔ;
7. ΣΩ. Φέρε δή, πῶς αὖ τὰ τοιαῦτα ἐλέγετο,
γυμναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράττων πότερον παντὸς
ἀνδρὸς ἐπαίνῳ καὶ ψόγῳ καὶ δόξῃ τὸν νοῦν προσέχει,
ἢ ἑνὸς μόνου ἐκείνου, ὃς ἂν τυγχάνῃ ἰατρὸς ἢ παιδοτρί-
βης ὦν;
ΚΡ, ἙἝνὸς μόνου.
- - 3 [4 TA: ’
ΣΩ. Οὐχοῦν φοβεῖσϑαι χρὴ τοὺς ψόγους χαὶ ἀστια-
. N x = \ , 2 \ \
ζεσϑαι τοὺς ἐπαίνους τοὺς τοῦ ἑνὸς Exeivov, ἀλλὰ μὴ
τοὺς τῶν ττολλῶν.
ΚΡ. 4ῆλα δή.
ΣΩ. Ταύτῃ ἄρα αὐτῷ πραχτέον, --- καὶ γυμναστέον
0
= ἐπ \ ΄ [4
al ἐδεστέον γε χαὶ ποτέον — N
3 , MR. > ν᾿» - ἈἌ K =
ἐπιστάτῃ χαὶ ἐπαΐοντι, μᾶλλον ἢ
ΚΡ. Ἔστι ταῦτα.
BP) - Γ᾿ - -
ἂν τῷ ἕνὶ δοκῇ τῷ
ξύμπασι τοῖς ἄλλοις.
5 > ΄ “ , 7
ΣΏΩ. Εἶεν. ἀπειϑήσας δὲ τῷ ἑνὶ χαὶ ἀτιμάσας av-
τοῦ τὴν δόξαν καὶ τοὺς ἐπαίνους, τιμήσας δὲ τοὺς τῶν
πολλῶν λόγους καὶ μηδὲν ἐπαϊόντων, ἀρα οὐδὲν χαχὸν
πείσεται;
sich in seinen Behauptungen durch
des Freundes παροῦσα ξυμφορά
habe beirren lassen.
Kap.?7. Das Kapitel führt einen
Vergleich durch. Wie ein yvure-
ζόμενος ἀνὴρ καὶ τοῦτο πράτ-
τῶν, ein Mann, welcher Gymnastik
treibt und hierin d. i. in dem yvu-
νάζεσϑαι seine πρᾶξις, seine Le-
bensbeschäftigung sucht, nur denen,
welche von der Gymnastik etwas
verstehen, dem Arzt und dem παι-
δοτρίβης d. i. dem Turnlehrer fol-
gen darf, wenn er nicht seinen
Körper zu grunde richten will, so
mufs derjenige, welcher durch Phi-
losophie seine Seele veredlen, also
gewissermafsen geistige Gymnastik
treiben will, nur dem folgen, wel-
cher Verständnis hat von dem di-
xcıov und dem ἄδικον, dem «i-
Pr
σχρόν und dem χακόν, nicht aber
. der grofsen Menge, die offenbar
davon nichts begreift, sondern eben
nur, ‚wie es oben hiels, ποιοῦσιν
ὁτι ἂν τυχωσιν.
Sokrates zerlegt den Begriff δόξα
in die Unterabteilungen ἔπαινος
und ψόγος und den Begriff τὸν
γοῦν προσέχειν τῇ δόξῃ in die
beiden φοβεῖσϑαι τοὺς ψόγους und
ἀσπάζεσϑαι (eigentlich freudig be-
grüfsen) τοὺς ἐπαίνους, und wei-
terhin das πραχτέον des Gymnas-
tikers in die drei dasselbe ausma-
chenden Thätigkeiten des γυμνα-
στέον und ἐδεστέον und ποτέον;
denn die Praxis des Gymnastikers
war nicht einseitig auf das γυμνά-
ζεσϑαι gerichtet; sonst hätte er ja
nur den παιδοτρίβης, aber nicht
den ἐατρός nötig gehabt; er mulste
78 ΠΑΑΤΩ͂ΝΟΣ
- x ”
ΚΡ. Πῶς γὰρ οὔ;
ΣΩ. Ti δ᾽ ἔστι τὸ χακὸν τοῦτο; χαὶ sroi τείνει, καὶ
εἰς τέ τῶν τοῦ ἀπειϑοῖντος;
ΚΡ. 4ῆλον ὅτι εἰς τὸ σῶμα" τοῦτο re δεόλλυσι.
ΣΩ. Καλῶς λέγεις. οὐχοῦν χαὶ τάλλα, ὦ Κρίτων,
a 4 “ἤν -
οὕτως, ἵνα μὴ πάντα διΐωμεν, καὶ δὴ zal er τῶν Öt-
χαίων χαὶ ἀδίχων καὶ αἰσχρῶν χαὶ καλῶν xal ἀγαϑῶν
Ἁ “0 4 - ς x - ,᾿ ΄ -
χαὶ καχῶν, περὶ ὧν νῦν ἡ βουλὴ ἡμῖν ἐστί, πότερον τῇ
- - ᾽ « ς - -
τῶν πολλῶν δόξῃ δεῖ ἡμᾶς ἕπεσϑαι καὶ φοβεῖσϑαι αὐ-
[2 ᾽Ὰ » - ς ΄ ’ ’ .h N - x
τὴν, ἢ τῇ τοῦ ἕνός, εἴ τίς ἐστιν ἐπαΐων, ὃν δεῖ zai ai-
σχύνεσϑει χαὶ φοβεῖσϑαι μᾶλλον ἢ ξύμτιαντες τοὶς ἄλ-
ν᾽ T > x > - ‚ - τ
λους; ᾧ εἰ μὴ ἀχολουϑήσομεν, διαφϑεροῦμεν ἐχεῖνο χαὶ
λωβησόμεϑα, ὃ τῷ μέν δικαίῳ βέλτιον ἐγίγνετο, τῷ δὲ
2 ᾽ 2 ’ r
ἀδίκῳ ἀπώλλυτο. ἢ οὐδέν ἔστι τοῦτο;
ΚΡ. Οἶμαι ἔγωγε, ὦ Σώκρατες.
8. 202. Φέρε δύ, ἐὰν τὸ ὑπὸ .τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν
βέλτιον γιγνόμενον, ὑπτὸ τοῦ νοσώδους δὲ διαφϑειρόμε-
γον διολέσωμεν πειϑόμενοι μὴ τῇ τῶν ἐπταϊόντων δόξῃ,
53 \ κ΄. Ὁ , - ,
ἄρα βιωτὸν ἡμῖν ἐστὶ διεφρϑαρμένου αὐτοῦ; ἔστι δέ ττου
τοῦτο τὸ σῶμα᾽ ἢ οὐχί;
ΚΡ. Ναί.
ΣΩ, Ao’ οὖν βιωτὸν ἡμῖν ἐστι μετὰ μοχιϑηθοῦ χαὶ
διεφϑαρμένου σώματος:
ΚΡ. Οὐδαμῶς.
22. Alla μετ᾽ ἐχείνου ἄρα ἡμῖν βιωτὸν διερϑαρ-
μένου, ᾧ τὸ ἄδιχον μὲν λωβᾶται, τὸ δὲ δίκαιον ὀνίνησιν;
vielmehr auch auf die verständige, σῶδες verdorbene Körper das Leben
planmälsige Ernährung des Körpers nicht mehr lebenswert erscheinen
seine Sorge richten. läfst, ebenso nimmt die durch das
Kap. 8. Der Gedanke, auf wel- ἑ ἄδικον herbeigeführte Verderbnis
chen Sokrates zielt, ist am Schlusse der Seele dem Leben den Wert.
des Kapitels ausgesprochen: οὐ to Das tertium comparationis liegt
ζῆν περὶ πλείστου: ποιητέον, ἀλλὰ einerseits in den Worten τὸ ὑπὸ
τὸ εὖ ζῆν. Wieder spricht er in τοῦ ὑγιεινοῦ μὲν βέλτιον γιγνό-
einem Vergleiche. DasLebensglück, μενον, ὑπὸ τοῦ νοσώδους ὃὲ δια-
sagt er nach griechischer An- φϑειρόμενον. und andrerseits in
schauung, ist bedingt durch die Ge- dem ᾧ τὸ ἄδικον μὲν λωβᾶται,
sundheit des Körpers und die der τὸ ὁὲ δίχαιον ὀνίνησιν, Worte, in
Seele. Wie nun der durch das vo- denen das ᾧ selbstverständlich nicht
ΚΡΙΤΩΝ. 79
3
[4 € ’ 5 - ’ - ,
ἢ φαυλότερον ἡγούμεϑα εἶναι τοῦ σώματος ἐκεῖνο, ὅ τί
> - ’ 4 {πε
or ἐστὶ τῶν ἡμετέρων, τειερὶ ὃ ἵ΄ τε ἀδικία καὶ ἡ δικχαιο-
σύνη ἐστίν;
ΚΡ. Οὐδαμῶς.
ER. ᾿Αλλὰ τιμιώτερον;
ΚΡ. Πολὺ γε.
ΣΩ. Οὐκ ἄρα, ὦ βέλτιστε, πάνυ ἡμῖν οὕτω φρον-
τιστέον, τί ἐροῦσιν οἱ ττολλοὶ ἡμᾶς, ἀλλ᾽ ὅ τι ὃ ἐπαΐων
\ - N \ 0, ‚ c T \ 24 πα. ἢ ,
σπεερὶ τῶν δικαίων χαὶ ἀδίχων, ὁ εἷς, χαὶ αὐτὴ ı, ἀλήϑεια.
-» 2 - «- [4
ὥστε πρῶτον μὲν ταύτῃ οὐχ ὀρϑῶς εἰσηγεῖ, εἰσηγούμενος
τῆς τῶν ττολλῶν δόξης δεῖν ἡμᾶς φροντίζειν τιερὶ τῶν δι-
- 2 »-» x as N n
χαέων χαὶ καλῶν καὶ ἀγαϑῶν καὶ τῶν ἐναντίων. ἀλλὰ μὲν
[έ ΄, πὶ 2 τ Ἂν 2 ς »
δή, φαίη γ᾽ @v τις, οἷοί τ᾽ εἰσὶν ἡμᾶς οἱ στολλοὶ ἀπτο-
χτινγύναι;
ΚΡ. 4]ῆλα δὴ καὶ ταῦτα" φαίη γὰρ ἄν, ὦ Σώκρατες.
2 - , 3 2 > ΄ ΩΣ
ΣΩ. ᾿4ληϑῆ λέγεις. ἀλλ᾽, ὦ ϑαυμάσιε, οὗτός τε ὃ
͵ a ͵ Υ ; δι ὦ 3 -
λόγος, ὃν διεληλύϑαμεν, ἔμοιγε δοχεῖ ὑμοξοφιλδέναινεῷ
\ ᾽ 3 \ [4 > 14 ' ’, -
καὶ πρότερον" χαὶ τόνδε av σχόττξι, εἰ ἔτε μένει ἡμῖν
ΒᾺῚ » ca 9 N m | \ , ΄, 2.5 x \
ἢ οὔ, ὅτι οὗ τὸ ζῆν περὶ πλείστου ποιητέον, ἀλλὰ τὸ
ev ζῆν.
2 ,
ΚΡ, Alla μένει.
ΣΩ. Τὸ δὲ εὖ χαὶ χαλῶς χαὶ δικαίως ὅτι ταὐτόν
᾿ ᾽Χ
ἔστι. μένει ἢ οὐ μένει;
ΚΡ. Mevaı.
9. ΣΩ, Οὐκοῦν ἐκ τῶν ὁμολογουμένων τοῦτο σχε-
χυτέον, πότερον δίχαιον ἐμὲ ἐνθένδε πειρᾶσϑαι ξξιέναι
> , ΄ὔ \ ’ ,
μὴ ἀφιέντων AInvalwv, ἢ οὐ δίκαιον" καὶ ἐὰν μὲν φαί-
γηται δίκαιον, πειρώμεϑα, εἰ δὲ μή, ἐῶμεν. ἃς δὲ σὺ
zu dem den Akkusativ regierenden
Verbum ὀνενάναι zu wiederholen
ist, die vielmehr nach echt grie-
chischer Redeweise, wie sie schon
im Homer sich findet, gesagt sind,
wie das deutsche (s. Luther): „dem
das Ungerechte Schaden bringt, das
Gerechte aber nützt ihm“.
Das zal in ὃ εἷς καὶ αὐτὴ ἡ
Int .
αἀληϑεια ist „und zwar“, das χαί
in δοχεῖ ὅμοιος εἶναι τῷ χαὶ πρό-
τερον das zei des Vergleiches, das
der Grieche nach ὥσπερ So häufig
setzt.
Kap. 9. Sokrates fixiert nach dem
bisher Gesagten das Thema der wei-
teren Auseinandersetzung dahin:
adıznaousv ἐξάγοντες zul ἐξαγό-
μενοι ἢ οὔ; ἀ. 1. begehen wir ein
ἄδικον, schaden also unserer Seele
80 ΠΛΑΤΩΝΟΣ
λέγεις τὰς σχέψεις περί TE ἀναλώσεως χρημάτων χαὶ
δόξης καὶ παίδων τροφῆς, μὴ ὡς ἀληϑῶς ταῦτα, W Κρί-
των, σκέμματα 7 τῶν ῥᾳδίως ἀποχτιννύντων καὶ ἀνα-
βιωσχομένων γ᾽ ἄν, εἰ οἷοί τε ἦσαν, οὐδενὶ ξὺν νῷ, τού-
- - - ὕ x ’ =
των τῶν πολλῶν. ἡμῖν δ᾽, ἐτιειδὴ ὁ λόγος οὕτως αἱρεῖ,
μὴ οὐδὲν ἄλλο σχετιτέον ἡ ἢ ὅτεερ νῦν δὴ ἐλέγομεν, τεό-
τερον δίχαια πράξομεν χαὶ χρήματα τελοῦντες τούτοις
τοῖς ἐμὲ ἐνθένδε ἐξάξουσι χαὶ χάριτας, χαὶ αὐτοὶ ἐξα-
γοντές τε καὶ ἐξαγόμενοι, ἢ τῇ ἀληϑείᾳ ἀδικήσομεν ταῦτα
χεάντα πιοιοῦντες᾽" χἂν φαινώμεϑα ἄδιχα αὐτὰ ἐργαζό-
\ 2 ΄ ς ,ὔ wu... > 2 ‘
μενοι, μὴ οὐ δέῃ ὑπολογίζεσθαι οὔτ΄ εἰ AnodVnoKEıV
- , \ , ἂς να -
δεῖ παραμένοντας καὶ ἡσυχίαν ἄγοντας, οὔτε ἄλλο ὁτιοῦν
σπιάσχειν τιρὸ τοῦ ἀδικεῖν.
ΚΡ. Καλῶς μέν μοι δοχεῖς λέγειν, ὦ Σώχρατες,
ὅρα δὲ τί δρῶμεν.
x << - 3.3 , " - - \ » "
IR. Σχοπῶμεν, ὦ ᾿᾽γαϑέ, κοινῇ, καὶ εἴ zum ἔχεις
ἀντιλέγειν ἐμοῦ λέγοντος, ἀντίλεγε, καί 001 πείσομαι"
εἰ δὲ μή, παῦσαι ἤδη, ὦ μαχάριε, ττολλάχις μοι λέγων
\ I \ Rd ς \ 2 ΄ 2 ΄ 2 ΄
τὸν αὐτὸν λόγον, ὡς χρὴ ἐνϑένδε ἀκόντων “ϑηναίων
ἐμὲ ἀπιέναι" ὡς ἐγὼ τιερὶ πολλοῦ τιοιοῦμαι τιείσας σὲ
wendet er sich mit voller Herzlich-
keit an den Freund und bittet ihn,
seiner Darlegung .zu folgen (oxo-
ihr, wenn ihr die Sykophanten
und die Wachen bestecht, und ich,
wenn ich dem zustimme und gegen- °
den Willen der Athener von hier
entweiche. Er giebt dies Thema
mit jener Breite, mit welcher Plato
ihn immer reden läfst, wenn er
einen für den Gang des Dialogs be-
sonders wichtigen Satz aufstellt.
Er falst den Satz zuerst in die
Worte πότερον δίκαιον — ἢ οὐ
δίκαιον; er stellt dagegen die Ge-
fahr auf, welche man läuft, wenn
man sich gleich seinem Freunde
durch äuflsere Rücksichten, wie die
ἀνάλωσις χρημάτων, die δόξα und
die παίδων τροφή, leiten lälst; er
wiederholt dann den Satz, ihn ge-
nauer auf den vorliegenden kon-
kreten Fall anwendend: πότερον
δίχαια πράξομεν - ταῦτα πάντα
ποιοῦντες χκ. τ. ξ. Zuletzt endlich
πῶμεν 207, weil es ihn glück-
lich mache, mit Zustimmung des
treuen Alters sgenossen so zu handeln,
wie es ihm das δίχαιον und die
᾿ ἀλήϑεια vorzuschreiben scheinen).
Das ist, glaube ich, der Sinn der
‚vielfach besprochenen Worte ὡς
ἐγὼ περὶ πολλοῦ ποιοῦμαι --
ἄκοντα, und dieser Sinn stimmt zu
der Lesart einer Handschrift, die
ἄκοντα statt ἄχοντος bietet. Tev-
τα πράττειν ist in diesem Satze
zu erklären nach Analogie deszovro
πράττων im ‚Anfange "des 7. Kapi-
tels: γυμναζόμενος ἀνὴρ καὶ τοὺ-
To πράττων x. τ. &.; ZU ἄχοντα
liegt aber der Gegensatz in πεῖσαι,
sodafs, mit grammatischer Genauig-
keit gesprochen, Sokrates gesagt
ΚΡΙΤΩΝ. 81
ταῦτα τιράττειν, ἀλλὰ un ἄκοντα. ὅρα δὲ δὴ τῆς σχέψεως
τὴν ἀρχήν, ἐάν σοι ἱχανῶς λέγηται, χαὶ στειρῶ ἀποχρί-
γεσϑαι τὸ ἐρωτώμενον, ἧ ἂν μάλιστα οἴῃ.
ΚΡ, ᾿Αλλὰ πειράσομαι.
10. ΣΩ. Οὐδενὶ τρόπῳ φαμὲν Exovrag ἀδικητέον
εἶναι, ἢ τινὶ μὲν ἀδικητέον τρόπῳ, τινὶ δὲ 00; ἢ οὐδα-
μῶς τό γε ἀδικεῖν οὔτε ἀγαϑὸν οὔτε χαλόν, ὡς ποολλά-
zus ἡμῖν χαὶ ἐν τῷ ἔμπιροσϑεν χρόνῳ ὡμολογήϑη᾽ ὕπερ
χαὶ ἄρτι ἐλέγετο" ἢ τιᾶσαι ἡμῖν. ἐκεῖναι al τερόσϑεν öuo-
λογίαι ἐν ταῖσδε ταῖς ὀλίγαις ἡμέραις ἐχχεχυμέναι εἰσί,
χαὶ πάλαι, ὦ Κρίτων, ἄρα τηλιχοίδε γέροντες ἄνδρες
πρὸς ἀλλήλους στιουδῇ διαλεγόμενοι ἐλάϑομεν ἡμᾶς αὖ-
τοὺς παίδων οὐδὲν διαφέροντες; ἢ παντὸς μᾶλλον οὕ-
τως ἔχει, ὥσττερ τότε ἐλέγετο ἡμῖν, εἴτε φασὶν οἱ πολ-
λοὶ εἴτε μή, καὶ εἴτε δεῖ ἡμᾶς ἔτι τῶνδε χαλεπώτερα
πάσχειν εἴτε χαὶ πιραότερα, ὅμως τό γε ἀδιχεῖν τῷ adı-
haben würde: περὶ πολλοῦ ποιοῦ-
μαι πεισϑέντα σε ταῦτα πρός
τειν, ἀλλὰ μὴ ἄκοντα scil.
ταῦτα πράττειν. Die Worte hei BAR:
„Ich gebe viel darum, wenn ich
dich zu einer solchen. Praxis be-
reden kann (nämlich ῇ ἀντιλέγειν
εἴ πῃ ἔχεις ἢ παῦσαι πολλάκις
μοι λέγοντα τὸν αὐτὸν λόγον),
wünsche aber nicht, dafs du sie mit
Widerstreben befolgst“.
Kap. 10. Der Gedankengang ist:
Unrecht thun ist unter allen Um-
ständen unerlaubt; folglich ist es
auch nicht gestattet, Unrecht mit
Unrecht zu vergelten; zwischen
ἀδικεῖν und χαχῶς ποιεῖν ist aber
kein Unterschied; folglich ist auch
dem χαχῶς πάσχων ein χαχῶς
᾿ἀντιδρᾶν unter allen Verhältnissen
untersagt.
Krito ist während der ganzen
Beweisführung des Freundes ein-
silbig in seinen Antworten, und
wir müssen uns denken, dafs er
einzelne Fragen des Sokrates ‚nur
mit einem Kopfnicken beantwortet.
Plato führt uns ja eben in ihm
Plato, Apologie. Krito.
einen alten verständigen Mann
vor, der zudem im Umgange mit
seinem weisen Altersgenossen einer
Auseinandersetzung mit Verständ-
nis zu folgen gelernt hat. Plato
erinnert wohl absichtlich, wie auch
in unserem Kapitel wieder (τηλι-
χοίδε γέροντες ἄνδρες), daran, dals
wir uns nicht in der Gesellschaft
eines sophistischen Schwätzers be-
finden, sondern eines Mannes, der
die Entwicklung des Gedankens
nicht aufhält, vielmehr sie mit Wen-
dungen, wie ὅρα δὲ τί δρῶμεν
(Kap. 9) oder mit einem ἀλλὰ λέγε
(wie im vorliegenden Kapitel) zu
fördern bestrebt ist.
Die Worte ὅπερ καὶ ἄρτι ἐλέ-
yero halte ich nicht (wie Cron) für
einen Zusatz von späterer Hand;
sie erscheinen mir vielmehr, da sie
einen wenige Minuten zuvor aus-
gesprochenen Gedanken (Kap. 6
τοὺς δὲ λόγους; οὺς ἐν τῷ ἔμ-
προσϑεν ἔλεγον, οὐ δύναμαι νῦν
ἐχβαλεῖν), der sich so schnell wie-
derholt, einleiten, ihre volle Berech-
tigung zu haben. Charakteristisch
6
89 | ΠΑΛΤΏΝΟΣ
χοῦντι χαὶ χαχὸν χαὶ αἰσχρὸν τυγχάνει ὃν παντὶ τρύπῳ;
᾽Ὰ
φαμὲν n οὔ;
ΚΡ. Φαμέν.
ΣΩ, Οὐδαμῶς ἄρα δεῖ ἀδιχεῖν.
ΚΡ. Οὐ δῆτα.
22. Οὐδὲ ἀδικούμενον ἄρα ανταδιχεῖν, ὡς οἱ πολ-
Lot οἴονται, ἐτεειδή γε οὐδαμῶς δεῖ ἀδιχεῖν.
ΚΡ. Οὐ φαίνεται.
- - > , δ.)
ΣΩ, Τί δὲ δή; καχουργεῖν δεῖ, ὦ Κρίτων, ἢ οὔ;
> =” ’ > ’
ΚΡ. Ov dei δή που, ὦ Σώχρατες.
ΣΩ. Τί δέ; ἀντιχαχουργεῖν χαχῶς πάσχοντα, ὡς
οἱ πολλοί φασι, δίκαιον ἢ οὐ δίκαιον;
ΚΡ. Οὐδαμῶς.
ΣΩ, To γάρ που χαχῶς ποιεῖν ἀνϑρώτιους τοῦ
ἀδικεῖν οὐδὲν διαφέρει.
ΚΡ. ᾿«ληϑῆ λέγεις.
ΣΩ, Οὔτε ἄρα ἀνταδιχεῖν δεῖ οὔτε χαχῶς ποιεῖν
2 ΄ 0) ΡΒ} ς - ΄ ς 2 3 -
οὐδένα ἀνϑρώτιων, οὐδ᾽ ἂν ὁτιοῦν πάσχῃ ὑπ αὐτῶν.
χαὶ ὅρα, ὦ Κρίτων, ταῦτα χαϑομολογῶν, ὅττως μὴ παρὰ
ς m je x , -
δόξαν ὁμολογῆς. οἶδα γὰρ ὅτι ὀλίγοις τισὶ ταῦτα χαὶ
δοχεῖ χαὶ δόξει. οἷς οὖν οὕτω δέδοχται καὶ οἷς μή,
΄ b) ΡΥ) \ ΄ 2 3 2 ΄ Υ ἐ:5 2
τούτοις οὐχ ἔστι χοινὴ βουλή, ἀλλ᾽ ἀνάγχη τούτους ἀλ-
[4 ᾿- c - x > mn. : 4
λήλων καταφρονεῖν, ὁρῶντας τὰ ἀλλήλων βουλεύματα.
ἢ \ 3 \ \ 3 ’ r ΤῊ ι
σχόπει δὴ οὖν χαὶ σὺ εὖ μαλα, πότερον χοινωγεῖς χαὶ
- x 2 ’ - G
ξυνδοχεῖ σοι χαὶ ἀρχώμεϑα ἐντεῦϑεν βουλευόμενος, ὡς
οὐδέποτε ὀρϑῶς ἔχοντος οὔτε τοῦ ἀδιχεῖν οὔτε τοῦ ἂντ-
αδιχεῖν οὔτε χαχῶς τιάσχοντα ἀμύνεσϑαι ἀντιδρῶντα
χαχῶς" ἢ ἀφίστασαι χαὶ οὐ χοινωνεῖς τῆς ἀρχῆς; ἐμοὶ
ist in den von ihnen eingeleiteten deiner. Meinung Widersprechendes
Worten der Ausdruck ἐχχεχυμένοι zugiebst“. Von einem „dein“ steht
εἰσί, den wir vielleicht mit „über aber in den Worten nichts, und
Bord werfen“ „übersetzen dürften. die Stelle muls wohl übersetzt wer-
Die Worte ὅπως un παρὰ do- den: „sieh, dafs du nichts Seltsames
ξαν ὁμολογῇς übersetzt Schleier- zugestehst“. Denn Sokrates erklärt
macher: „siehe wohl zu, dafs. du das παρὰ δόξαν im folgenden Satze,
es nicht gegen deine Meinung ein- wie ich glaube: τοῦτο παρὰ δό-
gestehest“ und Hieronymus Müller: ξαν ἐστίν, 6 ὀλίγοις τισὶ χαὶ do-
„sieh dich vor, ob du nicht etwas ze χαὶ δόξει.
ΚΡΙΤΩΝ, 89
μὲν γὰρ καὶ τιάλαι οὕτω καὶ νῦν ἔτι δοχεῖ, σοὶ ὃ εἴ en
ἄλλῃ δέδοχται, λέγε καὶ δίδασχε. εἰ δὲ ἐμμένεις τοῖς
σχιρόσϑεν, τὸ μετὰ τοῦτο ἄχουε.
ΚΡ. Al) ἐμμένω ve καὶ ξυνδοχεῖ wor‘ ἀλλὰ λέγε.
ΣΩ. Ayo δὴ αὐ τὸ μετὰ τοῦτο, μᾶλλον δ᾽ ἐρωτῶ"
76078009 ἃ ἄν τις ὁμολογήσῃ τῳ δίκαια ὄντα σιοιητέον ἢ
ἐξαπατητέον:;
KP. Ποιητέον.
11. ΣΩ, Ex τούτων δὴ ἄϑρει᾽ ἀπιόντες ἐνϑένδε
m , [4 » x
ἡμεῖς μὴ zreioavres τὴν oliv ττότερον καχῶς τινὰς ποι-
οὔμεν, χαὶ ταῦτα οὺς ἥκιστα δεῖ, ἢ οὔ; χαὶ ἐμμένομεν
x " 5 \
οἷς ὡμολογήσαμεν δικαίοις ovow ἢ οὔ;
ΚΡ, Οὐκ ἔχω, ὦ Σώχρατες, δαοχοθᾶσϑαι σιρὸς
ὃ ἐρωτᾷς" οὐ γὰρ ἐννοῶ.
ΣΩ. ᾿Αλλ ὧδε σχόπει" εἰ μέλλουσιν ἡμῖν ἐνϑένδε
32 2 , 2} Be ZrPER | ΄ - 3
εἴτε ἀποδιδράσχειν, ELF ὅπως δεῖ ὀνομάσαι τοῦτο, ἐλ--
ϑόντες οἱ νόμοι χαὶ τὸ χοινὸν τῆς ττόλξως ἐτπιιστάντες
ἔροιντο᾽ εἶσχτέ μοι. ὦ Σώχρατες, τέ ἐν νῷ ἔχεις ποιεῖν ;
a - {τ - -
ἄλλο τι ἢ τούτῳ τῷ ἔργῳ, ᾧ ἐπιχειρεῖς, διανοεῖ τούς
’ ς - > ’ x
τὸ νόμους ἡμᾶς ἀπολέσαι χαὶ ξύμπασιν τὴν πόλιν τὸ
a - Eu ΄ 53
σὸν μέρος; ἢ δοχεῖ σοι οἷόν τε ἔτι ἐχείνην τὴν πτόλιν εἶ-
\ > ΄ € ΄
var χαὶ μὴ ἀνατετράφϑαι, ἐν n αἱ γενόμεναι δίκαι μη-
δὲν ἰσχύουσιν, ἀλλ᾽ ὑπὸ ἰδιωτῶν ἄχυροί Te γίγνονται
καὶ διαφϑείρονται; τί ἐροῦμεν, ὦ Κρίτων, πρὸς ταῦτα
wm -“ ὴ x x 2 BU ΥΥ͂ \
χαὶ ἄλλα τοιαῦτα; ττολλὰ γὰρ ἂν τις ἔχοι, ἄλλως TE καὶ
= ς ’ m ,
δήτωρ, Eirtelv ὑττὲρ τούτου τοῦ νόμου ἀπολλυμένου, ὃς
„wer sind die τίνες,
Ζυ ἢ | ἐξαπατητέον bemerkt Cron:
„S. sagt ῇ ἐξαπατητέον statt ein-
fach ἢ ἢ οὐ ποιητέον in Rücksicht
auf das vorhergehende & ἂν τις
ὁμολογήσῃ τῳ, da ein solches Zu-
geständnis die Verpflichtung danach
zu handeln einschliefst.
Kap. 11. Da die ersten Fragen
des Sokrates ganz allgemein gehal-
ten sind, läfst sie Plato den "prak-
tischen Kopf Krito nicht verstehen;
die Antwort desselben ist unter an-
derer Form nichts weiter, als eine
Gegenfrage:
denen wir unrecht thun? und wel-
ches ist das δίκαιον, dem wir nicht
getreu bleiben? (Die Dative οἷς δι-
χαίοις οὐσιε sind von ἐμμένειν ab-
hängig.) In dem folgenden werden
diese letzten Fragen beantwortet:
die zıveg, denen Sokrates durch
eine Flucht unrecht thun würde,
sind seine Mitbürger, seine Vater-
stadt, τὸ χοινὸν τῆς πόλεως, und
das δίκαιον, das er verletzen würde,
ist in den Satz gefalst: ὃ νόμος
ΘῈ
84 | ΠΛΆΤΩΝΟΣ
τὰς δίχας τὰς διχασϑείσας τιροστάττει χυρίας εἶναι. ἢ
ἐροῦμεν τιρὸς αὐτοὺς ὅτε ἠδίκει γὰρ ἡμᾶς ἡ πόλις καὶ
οὐχ ὀρϑῶς τὴν δίχην ἔχρινε; ταῦτα ἢ τί ἐροῦμεν;
ΚΡ, Ταῦτα νὴ I, ὦ Σώκρατες.
12. ΣΩ. Ti ow, av einwow oi γόμοι" ὦ Σώχρα-
τὲς, ἡ χαὶ ταῖτα ὡμολόγητο ἡμῖν τε χαὶ σοί, ἢ ἐμμένειν
ταῖς δίχαις αἷς ἂν ἢ πόλις δικάζῃ; εἰ οὖν αὐτῶν ϑαυ-
μάζοιμεν λεγόντων, ἴσως ἂν εἴποιεν ὅτε ὦ Σώχρατες, μὴ
ϑαύμαζε τὰ λεγόμενα, ἀλλ᾽ ἀποχρίνου, ἐπειδὴ χαὶ εἴω-
ϑὰς χρῆσϑαι τῷ ἐρωτᾶν τε χαὶ ἀτεοχρίνεσϑαι. φέρε γάρ,
τί ἐγχαλῶν ἡμῖν καὶ τῇ πόλει ἐτιιχειρεῖς ἡμᾶς ἀπτολλύ-
γαι; οὐ πρῶτον μέν σε ἐγεννήσαμεν ἡμεῖς, καὶ δι᾿ ἡμῶν
ἐλάμβανε τὴν μητέρα σου ὃ πατὴρ καὶ ἐφύτευσέ σε;
φράσον οὖν, τούτοις ἡμῶν, τοῖς νόμοις τοῖς περὶ τοὺς
γάμους, μέμφει τι ὡς οἱ καλῶς ἔχουσιν; οὐ μέμφομαι,
φαίην av.
ἀλλὰ τοῖς περὶ τὴν τοῦ γενομένου τροφήν τὲ
χαὶ γαιδείαν, ἐν N χαὶ σὺ ἐτταιδεύϑης; ἡ οὐ χαλῶς
τὰς δίχας τὰς δικασϑείσας προ-
στάττει κυρίας εἶναι. Charakte-
ristische Ausdrücke sind das ἀποϑι-
δράσκειν, welches einem ἀποφεύ-
γειν gegenüber verächtlich klingt,
und die Perfektiorm ἀνατετρά-
φϑαι, welche wir nicht übersetzen ἡ
dürfen: „glaubst du, dafs derjenige
Staat nicht umgestürzt werde“
(Hieron. Müller), sondern: „glaubst
du, dafs der Staat nicht verloren
sel“.
Sokrates dem Freunde eine Ant-
wort,
Flucht aus dem Munde, die Ant-
wort des weniger philosophise h ge-
schulten Mannes: ἀλλ᾽ ἠδίκει ἡμᾶς
ἡ πόλις d.i. „einem gerechten Ur-
teile soll man sich wohl unterwer-
fen, nimmermehr aber einem un-
gerechten“.
Kap. 12. Den Gedanken, auf
welchen Sokrates ausgeht, enthal-
ten am Schlusse des Kapitels die
Worte βιάζεσθαι οὐχ ὅσιον οὔτε
μητέρα οὔτε πατέρα, πολὺ δὲ
Mit der letzten Frage nimmt ἡ
eine Entschuldigung für die -
τούτων ἔτι ἧττον τὴν πατρίδα.
Er läfst die Gesetze, die er weiter-
hin personifiziert, anknüpfend an
die letzten Worte des vorigen Ka-
pitels, fragen: ἡ ταῦτα i. 6. δΔλέγειν
ὅτι ἀδιχεῖ ἡμᾶς 7 πόλις; ὦμολό-
γητο ἡμῖν τ τε χαὶ σοί, ἢ ἐμμένειν
χ τ᾿ & 4 1 u du als Bürger
gelobt, den Gesetzen und ihren Ent-
scheidungen dich zu unterwerfen
oder dich gelegentlich gegen sie
aufzulehnen, wenn du glaubst, sie
thäten dir unrecht?“ Er läßt sie
dann gerade ihn, den Sokrates,
scharf aufs Korn nehmen, mit dem
ἀποκρίνου, ἐπειδὴ χαὶ εἴωϑας --.
ἀποκρίνεσϑαι d. i. „stehe uns Rede
und Antwort, da du gerade dir auf
deine Dialektik etwas zu gute thust;
folge also dialektischen und keinen
andern Gründen“, und weiter unten
mit dem sarkastischen ὁ τῇ ἀλη-
ϑείᾳ τῆς ἀρετῆς ἐπιμελόμενος und
der folgenden jronischen Frage ἡ
οὕτως εἶ 00905 x. τ. ξ. Sie legen
sodann dar, dafs vermöge der Ord-
KPITQN. 85
χεροσέταττον ἡμῶν oi ἐπὶ τούτοις τεταγμένοι vouoı,
παραγγέλλοντες τῷ πατρὶ τῷ σῷ σὲ ἐν μουσιχῇ καὶ γυ-
μναστιχῇ τταιδεύειν; καλῶς, φαίην ἄν. εἶεν. ἐτπιειδὴ δὲ
ἐγένου χαὶ ἐξετράφης χαὶ ἐπαιδεύϑης, ἔχοις ἂν eirceiv
πρῶτον μὲν ὡς οὐχὶ ἡμέτερος ἦσϑα χαὶ ἔχγονος χαὶ
δοῦλος, αὐτός τε χαὶ οἱ σοὶ πιρόγονοι; nal εἰ τοὖϑ᾽ οὕ-
τως ἔχει, ἀρ᾽ ἐξ ἴσου οἴει εἶναι σοὶ τὸ δίκαιον χαὶ ἡμῖν,
χαὶ ἅττ᾽ ἂν ἡμεῖς σε ἐτειιχειρῶμεν σπιοιεῖν, χαὶ σοὶ ταῦτα
ἀντιτιοιεῖν οἴει δίχαιον εἶναι; ἢ πρὸς μὲν ἄρα σοι τὸν
πατέρα οὐκ ἐξ ἴσου ἦν τὸ δίχαιον καὶ πρὸς τὸν δεσπό-
τὴν, εἴ 001 ὧν ἐτύγχανεν, ὥστε, ἅττερ πάσχοις, ταῦτα χαὶ
ἀντιτιοιεῖν, οὔτε χαχῶς ἀχούοντα ἀντιλέγειν οὔτε τυτιτό-
μενον ἀντιτύπτειν οὔτε ἄλλα τοιαῦτα πολλά" πρὸς δὲ
τὴν πατρίδα ἄρα χαὶ τοὺς νόμους ἐξέσται σοι, ὥστε,
ἐάν σε ἐπιχειρῶμεν ἡμεῖς ἀττολλύναι δίχαιον ἡγούμενοι
εἶναι, καὶ σὺ δὲ ἡμᾶς τοὺς νόμους χαὶ τὴν πατρίδα καϑ'
ὅσον δύνασαι ἐιιχειρήσεις ἀνταπιολλύναι, χαὶ φήσεις
ταῦτα ποιῶν δίχαια τιράττειν, ὃ τῇ ἀληϑείᾳ τῆς ἀρετῆς
ἐπιμελόμενος; ἢ οὕτως εἶ σοφός, ὥστε λέληϑέ σε ὅτι
μητρός Te καὶ πατρὸς καὶ τῶν ἄλλων προγόνων ἅτταν-
των τιμιώτερόν ἐστιν ἡ πατρὶς καὶ σεμνότερον χαὶ ἁγιώ-
τερον χαὶ ἐν μείζονι μοίρᾳ καὶ παρὰ ϑεοῖς καὶ παρ᾽ ἂν-
nung des Staates der Mensch ent-
steht, erzogen und geistig wie kör-
perlich (ἐν μουσικῇ καὶ γυμναστι-
x7) herangebildet wird, dafs er also
dem χοινόν seine ganze Existenz
verdankt. Deshalb darf der Bürger
sich dem Vaterlande nicht gleich-
berechtigt gegenüberstellen (οὐχ ἐξ
ἰσου σοὶ τὸ δίκαιον καὶ ἡμῖν) und,
wenn die Gesetze ihn verderben
wollen, sie nicht wieder zu ver-
derben bestrebt sein, so wenig er
dem Vater oder einem Herrn Glei-
ches mit Gleichem, einen Schlag
mit einem Schlage vergelten dürfe.
Im Gegenteil stehe das Vaterland
viel höher als Vater und Mutter
nach göttlichem Recht und nach
dem vernünftiger Menschen (παρὰ
ϑεοῖς καὶ παρ᾽ ἀνϑρώποις τοῖς
γοῦν ξχουσι) U. 8. W.
Die Darstellung ist ungleich
schwungvoller als die bisherige. Sie
bietet eine Menge rhetorischer Fra-
gen, eine Steigerung im Ausdruck,
wie in dem &xyovos χαὶ δοῦλος,
αὐτός TE καὶ οἱ σοὶ πρόγονοι „du
bist unser Sprofs und unser Knecht,
du und deine Ahnen“ oder in dem
τιμιώτερον καὶ σεμνότερον καὶ
ἁγιώτερον χαὶ ἕν μείζονι μοίρᾳ
(„Ev μείζονε μοίρᾳ εἶναι dieitur
quod pluris aestimatur, quod in
maiore pretio est et honore“. Fi-
scher; wogegen Gron sagt: „aus
dem Homerischen Sprachgebrauch
zu erklären, wie Il. XV, 195 Posei-
don von Zeus sagt: ueverw τρι-
86 | ΠΛΑΤΏΝΟΣ
ϑρώτστοις τοῖς νοῦν ἔχουσι, χαὶ σέβεσϑαι δεῖ καὶ μᾶλλον
ὑχιείχειν χαὶ ϑωττεύειν πατρίδα χαλεπαίνουσαν ἢ πατέρα,
χαὶ ἢ πείϑειν ἢ ποιεῖν ἃ ἂν κελεύῃ, καὶ σπιάσχειν, ἐάν
τι προστάττῃ παϑεῖν, ἡσυχίαν ἄγοντα, Eav TE τύπτεσϑαι
ἐάν ve δεῖσϑαι, ἐάν τε εἰς ττόλεμον ἄγῃ τρωϑησόμενον
ἢ ἀποϑανούμενον, τιοιητέον ταῦτα, χαὶ τὸ δίκαιον οὕτως
ἔχει, καὶ οὐχὶ ὑτιειχτέον οὐδὲ ἀναχωρητέον οὐδὲ heırreov
τὴν τάξιν, ἀλλὰ χαὶ ἐν πολέμῳ χαὶ ἐν διχαστηρίῳ χαὶ
σταγταχοῦ ποιητέον ἃ ἂν χελεύῃ ἡ πόλις χαὶ ἡ πατρίς,
ἢ τεείϑειν αὐτὴν ἡ τὸ δίκαιον σπιέφυχε, βιάζεσϑαι δ᾽ οὐχ
ὅσιον οὔτε μητέρα οὔτε ττατέρα, πολὺ δὲ τούτων ἔτι ἧτ-
τον τὴν πατρίδα; τέ φήσομεν πρὸς ταῦτα, ὦ Κρίτων;
ἀληϑῆ λέγειν τοὺς νόμους ἢ οὔ;
ΚΡ. Ἔμοιγε δοκεῖ.
13. ΣΩ, Σχόπει τοίνυν, ὦ Σώχρατες, φαῖεν ἂν
ἔσως οἱ νόμοι, εἰ ἡμεῖς ταῦτα ἀληϑῆ λέγομεν, ὅτε οὗ
δέκαια ἡμᾶς ἐπιχειρεῖς δρᾶν ἃ νῦν ἐπιχειρεῖς. ἡμεῖς γάρ
σὲ γεννήσαντες, ἐκϑρέψαντες, παιδεύσαντες, μεταδόντες
ἁπάντων ὧν οἷοί τ΄ ἦμεν καλῶν σοὶ καὶ τοῖς ἄλλοις πᾶσι
γολέταις, ὅμως προαγορεύομεν τῷ ἐξουσίαν τεεττοιηκέναι
᾿ϑηναίων τῷ βουλομένῳ, ἐπειδὰν δοκιμασϑῆ καὶ ἴδη τὰ
τάτῃ ἐνὶ μοίρῃ, als dem Anteil der
Welt, welcher von den drei Söhnen
des Kronos dem Zeus zugefallen
ist“); sie bieiet ferner eine sehr
grolse Fülle des Ausdrucks: zai
σέβεσϑαι δεῖ καὶ ὑπείχειν καὶ
ϑωπεύειν. οὐχὲ ὑπειχτέον οὐδὲ
ἀναχωρητέον οὐδὲ λειπτέον τὴν
τάξιν ἃ. 8. W.
Zur ἢ πείϑειν αὐτὴν y τὸ δίκαιον
πέφυχε sagt Stallbaum: infinitivus
σπείϑειν positus est ac si praeces-
sisset ποιεῖν del, quae ratio est
longe [requentissima. Die Worte
πείϑειν ἡ τὸ δίχαιον πέφυχε
heifsen deutsch wohl: „von der Na-
tur, dem Wesen des Gerechten über-
zeugen“.
Kap.13. „Wer sich uns von den
Bürgern widersetzt, sagen die Ge-
setze, vergeht sich in dreifacher
Beziehung: er verletzt in uns, wie
dargelegt, seine γενγρηταί, seine
τροφεῖς, und er bricht drittens
einen mit uns eingegangenen Ver-
trag. Denn weil wir Freiheit ins
Land gebracht haben (τῷ ἐξουσίαν
- πεποιηχέναι dadurch dafs wir Frei-
heit geschaffen haben, statt der
früheren Despotie, welche dem ein- .
zelnen die freie Bewegung, das
Auswanderungsrecht nicht zuge-
stand), lassen wir jeden wissen, er
dürfe auswandern, wenn wir ihm
nicht behagen, mit Hab und Gut,
ja bieten ihm in unseren Kolonien
eine sichere Stätte oder nehmen
uns selbst seiner noch an, wenn er
als Metöke anderswo leben will.
Bleibt er aber, so unterwirft er sich
ΚΡΙΤΩΝ. 87
ἐν τῇ πόλει γιράγματα χαὶ ἡμᾶς τοὺς vöuous, ᾧ ἂν μὴ
ἀρέσχωμεν ἡμεῖς, ἐξεῖναι λαβόντα τὰ αὑτοῦ ἀτιιέναι ὅττοι
ἂν βούληται. χαὶ οὐδεὶς ἡμῶν τῶν νόμων ἐμττοδών ἐστιν
οὐδ᾽ ἀπαγορεύει, ἐάν τέ τις βούληται ὑμῶν εἰς ἀποικίαν
ἰέναι, εἶ μὴ ἀρέσχοιμεν ἡμεῖς ve καὶ ἣ πόλις, ἐάν Te
μετοικεῖν ἄλλοσέ ποι ἐλϑών, ἰέναι ἐκεῖσε ὅττοι ἂν βού-
ληται, ἔχοντα τὰ αὑτοῦ. ὃς δ᾽ ἂν ὑμῶν τιαραμεένῃ,
ὁρῶν ὃν τρόπον ἡμεῖς τάς τε δίχας δικάζομεν χαὶ τάλλα
τὴν πόλιν διοιχοῦμεν, ἤδη φαμὲν τοῦτον ὡμολογηχέναι
ἔργῳ ἡμῖν ἃ ἂν ἡμεῖς κελεύωμεν ποιήσειν ταῦτα, χαὶ
τὸν μὴ πειϑόμενον τριχῇ φαμὲν ἀδικεῖν, ὅτι TE γεννη-
ταῖς οὐσιν ἡμῖν οὐ πείϑεται, χαὶ ὅτι τροφεῦσι, χαὶ ὅτι
ὅμολογήσας ἡμῖν τιείϑεσϑαι οὔτε πείϑεται οὔτε τιείϑει
ἡμᾶς, εἰ μὴ καλῶς τι ποιοῦμεν, προτιϑέντων ἡμῶν χαὶ
οὐκ ἀγρίως ἐπιταττόντων τιοιεῖν ἃ ἂν χελεύωμεν, ἀλλὰ
ἐφιέντων δυοῖν ϑάτερα, ἢ τιείϑειν ἡμᾶς ἢ ποιεῖν, τού-
των οὐδέτερα ποιεῖ.
14. Ταύταις δή φαμεν χαὶ σέ, ὦ Σώχρατες, ταῖς
2; ee: » ΄, a
αἰτίαις ἐνέξεσθαι, εἴστερ “οιήσεις ἃ
uns thatsächlich (φαμὲν τοῦτον
ὡμολογηκέναι ἔργῳ), und dann
sind wir berechtigt von ihm Gehor-
sam zu verlangen. Aber selbst dann
treten wir nicht ἀγρίως (sondern
πράως, wie der Gegensatz lauten
würde) gegen ihn auf, sondern stel-
len ihm immer noch die Wahl zwi-
schen ‚dem πείϑεσϑαι oder πείϑειν
ἡμᾶς."
Mit ἐπειδὰν δοχιμασϑῇ weist
Sokrates auf die Prüfung hin, wel-
che der mündig Werdende in Bezug
auf seine Abkunft zu bestehen
hatte, wenn er seinen Namen in
die Bürger-Stammrolle eingetragen
wissen wollte.
Kap. 14. Ganz besonders So-
Krater hat thatsächlich die Gesetze
anerkannt; denn er hat seltener als
fast alle anderen Bürger die Stadt
verlassen; er hat in ihr Kinder ge-
zeugt; er hat die Strafe der Ver-
2
- >
ἐπινοεῖς, χαὶ οὐχ
bannung in seiner Verteidigungsrede
für schlimmer erachtet als selbst
die ihm drohende Todesstrafe; er
würde deshalb, wie ein erbärm-
licher Sklav handeln, wenn er jetzt
entlaufen wollte; er ist endlich den
Gesetzen in hervorragender Weise
verpflichtet, weil er sie längere
Zeit, als die meisten seiner Mit-
bürger, 70 Jahre lang anerkannt hat.
In den Worten ταύταις δή φα-
μεν — ἐνέξεσϑαι heilst Heer wohl
nicht die Verschuldung (Schleier-
macher) oder der Vorwurf (H. Mül-
ler), sondern der Grund; denn in
der vorhergehenden Rede haben ja
die Gesetze dem Sokrates nicht so-
wohl Vorwürfe gemacht, als viel-
mehr das Recht, welches sie an
ihm zu haben glauben, begründet.
„Mit diesen Gründen wirst auch du
gefalst werden können, wenn du
deinen Plan ausführen wirst u.s. w.“
88 ΠΑΛΤΏΝΟΣ
ἥχιστα Adyvalwv σέ, ἀλλ᾽ ἐν τοῖς μάλιστα. εἰ οὖν ἐγὼ
εἰστοιμε" διὰ τί δή; ἴσως ἄν μου δικαίως καϑάτσττοιντο
λέγοντες, ὅτι ἐν τοῖς μάλιστα Asmvalov ἐγὼ αὐτοῖς ὧμο-
λογηχὼς τυγχάνω ταύτην τὴν ὁμολογίαν. φαῖεν γὰρ ἂν
ὅτι ὦ Σώχρατες, μεγάλα ἡμῖν τούτων τεχμήριά ἔστιν,
u \ ς - 2 ΄, ΄
ὅτι σοι χαὶ ἡμεῖς ἠρέσχομεν χαὶ ἡ πόλις" οὐ γὰρ ἄν
- »” > , c ΄ ΄ > 7
rote τῶν ἄλλων «.ϑηναίων ἀττάντων διαφερόντως ἐν αὖ-
τῇ ἐπεδήμεις, εἰ μή σοι διαφερόντως ἤρεσχε, καὶ οὔτ᾽
> \ ’ ΄ 3 - ΄ > - a x
ἐπὶ ϑεωρίαν πώποτε En τῆς πόλεως ἐξῆλϑες, ὅτι μὴ
co 5 2 ’ B]} » > ΄ 7 ’ “
ἅπαξ εἰς ᾿Ισϑμόν, οὔτε ἄλλοσε οὐδαμόσε, εἰ un τοι στρα-
τευσόμενος, οὔτε ἄλλην ἀποδημίαν ἐττοιήσω τεώστοτε,
΄“ ει » 2 2 > , »” [4
ὥστεερ οἱ ἄλλοι ἄνϑρωποι, οὐδ᾽ ἐπιϑυμία σε ἄλλης σιό--
λεως οὐδ᾽ ἄλλων γόμων ἔλαβεν εἰδέναι, ἀλλὰ ἡμεῖς σοι
ἱχανοὶ ἦμεν χαὶ ἡ ἡμετέρα ιόλις" οὕτω σφόδρα ἡμᾶς
ἡροῦ, καὶ ὡμολόγεις χαϑ᾽ ἡμᾶς πολιτεύεσϑαι, τά τε ἄλλα
χαὶ παῖδας ἐν αὐτῇ ἐποιήσω, ὡς ἀρεσχούσης σοι τῆς
πόλεως. ἔτι τοίνυν ἐν αὐτῇ τῇ δίχῃ ἐξῆν σοι φυγῆς
τιμήσασϑαι, εἰ ἐβούλου, χαὶ ὅπερ νῦν ἀχούσης τῆς πό-
λεως ἐπιχειρεῖς, τότε ἑχούσης ποιῆσαι. σὺ δὲ τότε μὲν
ἐχαλλωτοίζου ὡς οὐχ ἀγαναχτῶν, εἰ δέοι τεϑνάναι σε,
> ) ς - ς „ x - » G 7 - Α
ἀλλ᾽ ἡροῦ, ὡς ἔφησϑα, πρὸ τῆς φυγῆς ϑανατον᾽" νῦν δὲ
μ'Ψ , ὃ ’ὔ = - -
οὔτ᾽ ἐκείνους τοὺς λόγους αἰσχύνει, οὔτε ἡμῶν τῶν νό-
μων ἐντρέτιει, ἐτιιχειρῶν διαφϑεῖραι, πράττεις TE ἅττερ
N - ’
ἂν δοῦλος φαυλότατος πράξειεν, ἀττοδιδράσκειν ἐπιχει-
Sokrates’ Absicht ist, wie die
Darstellung beweist, nicht nur sei-
nen Freund durch logische Gründe
zu überzeugen; er will ihn auch
durch ethische Gründe gewinnen
und verrät ihm deshalb, wie er em-
pfindet. Er sagt, dafs ihn, wenn
er fliehe, gerechter Tadel treffe (dı-
καίως χαϑάπτοιντο), dafs er sich
also in der schlimmen Lage befin-
den werde, den über ihn ausge-
einen andern an die Heimat fes-
selte, ihn, den keine ‚erudvula ἀλ-
λης πόλεως οὐδ᾽ ἄλλων νόμων
ἔλαβεν 801}. εἰδέναι ἄλλην πόλιν
χαὶ ἄλλους νόμους. Er fürchtet
sich als Prahler (ἐκαλλωπίζου)
blofszustellen durch eine Flucht,
weil er die Strafe der Verbannung
zurückgewiesen habe. Ihm bangt
ferner vor der gröfsten Schande,
die er kennt, vor dem gerechten
sprochenen Tadel nicht zurückwei-
sen zu können, Er giebt dann der
gerade ihm eigentümlichen Anhäng-
lichkeit an seine Vaterstadt Aus-
druck, die ihn mehr als irgend-
Vorwurfe des ἀνελεύϑερον, davor
dafs man sagen werde, er sei wie
ein δοῦλος φαυλότατος entlaufen
(ἀποδιδράσκειν). -Er weist endlich
im letzten Absehnitte die Entschul-
ΚΡΙΤΩ͂Ν, | 89
ρῶν παρὰ τὰς ξυνϑήχας re nal τὰς ὁμολογίας, χαϑ᾽ ἃς
ἡμῖν ξυνέϑου τιολιτεύεσϑαι. πρῶτον μὲν οὖν ἡμῖν τοῦτ᾽
αὐτὸ ἀπόχριναι, εἰ ἀληϑῆ λέγομεν φάσχοντές σε ὧμολο-
)ηκένοι πολιτεύεσθαι χαϑ'᾽ ἡμᾶς ἔργῳ, ἀλλ᾽ οὐ λόγῳ, ἢ
οὐχ ἀληϑῆ. τί φῶμεν τιρὸς ταῦτα, ὠ Κρίτων; ἄλλο τι
ἢ ὁμολογῶμεν;
ΚΡ. ᾿Ανάγκη, ὦ Σώκρατες.
ΣΩ. ᾿.1λλο τι οὖν, ἂν φαῖεν, ἢ ξυγϑήχας τὰς πρὸς
ἡμᾶς αὐτοὺς καὶ ὁμολογίας παραβαίνεις, οὐχ ὑτι᾽ ἀνάγ-
χης δμολογήσας οὐδὲ ἀπατηϑεὶς οὐδὲ ἐν ὀλίγῳ χρόνῳ
ἀναγχασϑεὶς βοιλεύσασϑαι, ἀλλ᾽ ἐν ἔτεσιν ἑβδομήχοντα,
ἐν οἷς ἐξῆν σοι ἀπιέναι, εἰ μὴ ἠρέσχομεν ἡμεῖς μηδὲ
δίκαιαι ἐφαίνοντό σοι ai δμολογίαι εἶναι. σὺ δὲ οὔτε
Aarsdaluova τιροηροῦ οὔτε Κρήτην, ἃς δὴ ἑκάστοτε φὴς
εὐνομεῖσθαι, οὔτε ἄλλην οὐδεμίαν τῶν “Ἑλληνίδων πό-
λεων οὐδὲ τῶν βαρβαρικῶν, ἀλλ᾽ ἐλάττω ἐξ αὐτῆς ἄπε-
δήμησας ἢ οἱ χωλοί re χαὶ τυφλοὶ χαὶ οἱ ἄλλοι ἀνάπηροι"
οὕτω σοι διαφερόντως τῶν ἄλλων AInvalwv ἤρεσχεν ἡ
χώλις τε χαὶ οἱ νόμοι ἡμεῖς δῆλον ὅτι" τίνι γὰρ ἂν τιόλις
ἀρέσχοι ἄνευ νόμων; νῦν δὲ δὴ οὐκ ἐμμένεις τοῖς ὧμο-
λογημένοις; ἐὰν ἡμῖν γε τιείϑῃ, ὦ Σώχρατες" χαὶ οὐ κα-
ταγέλαστός γε ἔσει ἐχ τῆς πόλεως ἐξελϑών.
15. Σχόπει γὰρ δή, ταῦτα παραβὰς χαὶ ἐξαμαρ-
τάνων τι τούτων τί ἀγαϑὸν ἐργάσει σαυτὸν ἢ τοὺς ἔπι-
τηδείους τοὺς σαυτοῦ. ὅτι μὲν γὰρ κινδυνεύσουσί γέ σου
οἱ ἐπιτήδειοι χαὶ αὐτοὶ φεύγειν χαὶ στερηϑῆναι τῆς πό-
λεως ἢ τὴν οὐσίαν αἀτιολέσαι, σχεδόν τι δῆλον" αὐτὸς δὲ
digungen, die vielleicht für einen
anderen gelten könnten, als für ihn
ungiltig zurück: er kann weder
einen Zwang, der gegen ihn aus-
geübt, noch eine Täuschung, die
ihm widerfahren, noch endlich bei
seinen 70 Jahren Mangel an Er-
fahrung vorschützen. Sehr drastisch
schliefst er: „Und nach alledem (γῦν
δὲ δή) bleibst du nicht getreu dem
Vertrage? Ὁ doch (γε), wenn du
uns folgen wirst, o Sokrates; wirst
dich doch nicht lächerlich machen
durch den Abschied von deiner Hei-
mat?“
Kap. 15. Die Gesetze behaupten
weiter, dals Sokrates durch eine
Flucht weder sich noch seinen
Freunden ein ἀγαϑόν͵ verschaffen
werde (τί ἀγαϑὸν ἐργάσει x. τ. &.).
Seine Freunde werde Verbannung
und Vermögenseinbufse treffen,
90 IIAATQNOZ
πρῶτον μὲν ἐὰν εἰς τῶν Eyyvrara τινα πόλεων ἔλθῃς,
ἢ Θήβαζε ἢ Meyagade — εὐνομοῦνται γὰρ ἀμφότεραι ---
πολέμιος ἥξεις, ὦ Σώκρατες, τῇ τούτων τιολιτείᾳ, καὶ
ὅσοιτεερ κήδονται τῶν αὑτῶν τιόλεων, ὑτιοβλέψονταί σε
διαφϑορέα ἡγούμενοι τῶν νόμων, καὶ βεβαιώσεις τοῖς
διχασταῖς τὴν δόξαν, ὥστε δοκεῖν ὀρϑῶώς τὴν δίκην ὃδὲ-
χάσαι᾽ ὅστις γὰρ νόμων διαφϑορεύς ἐστι, σφόδρα που
ὁόξειεν ἂν νέων γε καὶ ἀνοήτων ἀνϑρώτιωων διαφϑορεὺς
εἶναι. 71078009 οὖν φεύξει τάς τε εὐνομουμένας πόλεις
χαὶ τῶν ἀνὸρῶν τοὺς χοσμιωτάτους ; χαὶ τοῦτο τιοιοῦντι
ἀρα ἄξιόν σοι ζῆν ἔσται; ἢ τιλησιάσεις τούτοις καὶ avar-
σχυντήσεις διαλεγόμενος — τένας λόγους, ὦ Σώχρατες,
ἢ οὕσττερ ἐνθάδε, ὡς ἡ ἀρετὴ καὶ ἡ δικαιοσύνη τιλείστου
ἄξιον τοῖς ἀνϑρώποις καὶ τὰ νόμιμα χαὶ οἱ νόμοι; καὶ
οὐχ οἴει ἄσχημον ἂν φανεῖσϑαι τὸ τοῦ Σωχράτους πρᾶ-
γμα; οἴεσθαί γε χρή. ἀλλ᾽ ἐκ
ἀτταρεῖς,
μὲν “τούτων τῶν τόπων
ἕξεις δὲ εἰς Θετταλίαν πιαρὰ τοὺς ξένους τοὺς
Ἴξεις ς ρ vg ξένους g
᾿ «ν x Φὰ. ” s 2 , x P) ” ΄
Κρίτωνος" ἐχεῖ γὰρ δὴ πλείστη ἀταξία καὶ ἀκολασία,
x ’ ςς, ’ “ ᾿, “-
χαὶ ἴσως ἂν ἡδέως σου ἀκούοιεν ὡς γελοίως ἐκ τοῦ de-
weil sie ihm geholfen hätten. Er salien, könne er sie nicht mitneh-
selbst werde in einen gesitteten
Staat (das εὐνομεῖται πόλις erklärt
Plato in den Worten τῶν &vdowv .
τους χοσμιωτατους), wie Theben.
oder Megara nicht ziehen kön-
nen; denn dort werde man in ihm
einen διαφϑορεὺς τῶν νόμων er-
kennen und ihn deshalb auch für
einen διαφϑορεὺς τῶν νέων hal-
ten ; Philosophie werde er auch dort
nicht mehr treiben können,
dem er selbst seinen Lehren untreu
geworden. Aber auch in einem
Staate, wie Thessalien, wo neben
der ἀταξία (welcher er sich durch
die Flucht schuldig mache) auch die
grölste ἀχολασία herrsche, werde
er nur das Leben eines δουλεύων
führen können. Endlich gewinne
er auch damit keinen Nutzen, dafs
er sich durch die Rücksicht auf
seine Kinder zur Flucht bewegen
lasse. Denn in ein Land, wie Thes-
nach- ᾿
men; liefse er sie aber zurück, so
würden seine Freunde ebensogul
für sie sorgen, wenn er in den Ha-
des, wie wenn er in das Ausland
gehe.
Der ethischen Gründe hat auch
dies Kapitel viele aufzuweisen: So-
krates wird in. einem gesitteten
Staate scheel - angesehen werden
(ὑποβλ ἐψονται); erwird den Spruch
seiner Richter als einen gerechten
hinstellen; er wird schamlos auf-
treten müssen, wenn er ferner will
Dialektik treiben (ἀναισχυντήσεις
διαλεγόμενος _ τίνας λόγους):
ἄσχημον φανεῖται τὸ τοῦ Σωκχρά-
τους πρᾶγμα (in φανεῖσθαι Περί
natürlich ein optat. fut., wie ἄν
beweist), wo wir wohl sagen wür-
den: „die ganze Geschichte mit
Sokrates hat offenbar keine Hal-
tung“; man wird ihn als lustige
Person ansehen: ὡς γελοίως ἀπε-
ΚΡΙΤΩΝ, 91
σμωτηρίου ἀτιεδίδρασκες σκευήν τέ τινα πιεριϑέμενος, ἢ
διφϑέραν λαβὼν ἢ ἄλλα οἷα δὴ εἰώϑασιν ἐνσκευάζεσϑαι
οἱ ἀτιοδιδράσκοντες, χαὶ τὸ σχῆμα τὸ σαυτοῦ μεταλλα-
ξας᾽ ὅτι δὲ γέρων ἀνὴρ σμιχροῦ χρόνου τῷ βίῳ λοιτιοῦ
ὄντος, ὡς τὸ εἰκός, ἐτόλμησας οὕτω γλίσχρως ἐτιιϑυμεῖν
ζῆν, νόμους τοὺς μεγίστους τιαραβάς, οὐδεὶς ὃς ἐρεῖ;
ἴσως, ἂν μή τινα kung‘ εἰ δὲ μή, ἀκούσει, ὦ Σώκρατες,
πολλὰ καὶ ἀνάξια σαυτοῦ. ὑτιερχόμενος δὴ βιώσει τιάν-
τας ἀνϑρώπους καὶ δουλεύων" τί τιοιῶν 1) εὐωχούμενος
ἐν Θετταλίᾳ, ὥστιερ ἐτιὶ δεῖτεινον ατιοδεδημηκὼς εἰς Θετ-
ταλίαν; λόγοι δὲ ἐκεῖνοι οἱ τιερὶ δικαιοσύνης τὲ καὶ τῆς
ἄλλης ἀρετῆς ποῦ ἡμῖν ἔσονται; ἀλλὰ δὴ τῶν παίδων
ἕνεχα βούλει ζῆν, ἵνα αὐτοὺς ἐχκϑρέψης Hal παιδεύσης;
τί δαί; εἰς Θετταλίαν αὐτοὺς ἀγαγὼν ϑρέψεις TE καὶ
παιδεύσεις, ξένους ποιήσας, ἵνα καὶ τοῦτό σου ἀπολαύ-
σωσιν; ἢ τοῦτο μὲν οὐ, αὐτοῦ δὲ τρεφόμενοι σοῦ ζῶν-
τος βέλτιον ϑρέψονται χαὶ παιδεύσονται, μὴ ξυνόντος
σοῦ αὐτοῖς; οἱ γὰρ ἐπιτήδειοι οἱ σοὶ ἐττιμελήσονται αὐ-
τῶν. τιότερον ἐὰν εἰς Θετταλίαν ἀποδημήσῃς, ἐπιμελή-
σονται, ἐὰν δὲ εἰς Audov ἀποδημήσῃς; οὐχὶ ἐπιμελήσον-
ται; εἴπερ γέ τι ὄφελος αὐτῶν ἐστὶ τῶν σοι φασκόντων
ἐπιτηδείων εἶναι, οἴεσϑαί γε χρή.
61. All’, ὦ Σώχρατες, πειϑόμενος ἡμῖν τοῖς σοὶς
τροφεῦσι μήτε παῖδας περὶ πλείονος ποιοῦ μήτε τὸ ζῆν
μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ δικαίου, ἵνα εἰς “Audov ἐλϑὼν
ἔχῃς ταῦτα πάντα ἀτιολογήσασϑαι τοῖς ἐχεῖ ἄρχουσιν"
οὔτε γὰρ ἐνϑάδε σοι φαίνεται ταῦτα τεράττοντι ἄμεινον
εἶναι οὐδὲ δικαιότερον οὐδὲ ὁσιώτερον, οὐδὲ ἄλλῳ τῶν
δίδρασχες; er wird kriechen müs- Mannes allein die Rücksicht auf das
sen, wie eine Bedientenseele: ὑπερ-
χόμενος βιώσει χαὶ δουλεύων; er
wird nach Thessalien, wie zu einem
langen Schmause ziehen u. s. w.
Kap. 16. Die Gesetze schliefsen
ihre Rede, indem sie auf den von
Sokrates im 9. Kapitel aufgestellten
Hauptsatz zurückweisen, dafs für
die Handlungsweise eines weisen
δίκαιον malsgebend sein könne. Sie
bieten als letztes ethisches Moment
die nötige Rücksicht auf die Rich-
ter im Jenseits, vor denen ihm eine
Apologie sehr schwer fallen werde;
denn was ihm hier als ein ἄμεινον
καὶ δικαιότερον χαὶ ὁσιώτερον
für ihn erscheine, das werde dort
ein ἄμεινον sein für ihn. Wenu
99 τ ΠΛΑΛΑΤΏΝΟΣ ΚΡΙΤΩΝ,
- )ς ΄ W 3 - 3 ΄, ” 5 > x
σῶν οὐδενί, οὔτε ἐκεῖσε ἀφιχομένῳ ἄμεινον ἔσται. ἀλλὰ
νῦν μὲν ἡδιχημένος ἄπει, ἐὰν Areing, οὐχ ὑφ᾽ ἡμῶν τῶν
γόμων ἀλλ᾽ vr ἀνθρώπων" ἐὰν δὲ ἐξέλϑῃς οὕτως αἷ-
σχρῶς ἀνταδιχήσας τὲ χαὶ ἀντιχαχουργήσας, τὰς σαυτοῦ
ὁμολογίας re χαὶ ξυνϑήχας τὰς τιρὸς ἡμᾶς παραβὰς χαὶ
χοαχὰ ἐργασάμενος τούτους ος ἥκιστα ἔδει, σαυτόν TE
, δ τό - , ;
καὶ φίλους καὶ πατρίδα χαὶ ἡμᾶς, ἡμεῖς τέ σοι yahenıa-
- - \ 2 - ς ς ’ὔ 2 x ΕἼΣ δὲ
γοῦμεν ζῶντι, χαὶ ἐκεῖ οἱ ἡμέτεροι ἀδελφοὶ οἱ ἐν Audov
[4 - ς ,ὔ 4 -
vouoı οὐκ εὐμενῶς σε ὑτιοδέξονται, εἰδότες ὅτι χαὶ ἡμᾶς
ἐπιεχείρησας ἀπολέσαι τὸ σὸν μέρος. ἀλλὰ μή σε πείσῃ
Κρίτων ποιεῖν ἃ λέγει μᾶλλον ἢ ἡμεῖς. .
17. Ταῦτα, w φίλε ἑταῖρε Κρίτων, εὖ ἔσϑι ὅτε ἐγὼ
δοχῶ ἀχούει», ὥσπερ οἵ χορυβαντιῶντες τῶν αὐλῶν δο-
χοῦσιν ἀχούειν, χαὶ ἐν ἐμοὶ αὕτη ἡ ἠχὴ τούτων τῶν λό-
- \ - Ἁ ’ - » > ᾿ .
γων βομβεῖ χαὶ τιοιεῖ μὴ δύνασϑαι τῶν ἄλλων ἀχούειν
> x » or \ - ᾿ Ἀ - = N «
alla ἴσϑι, ὅσα γε τὰ νῦν ἐμοὶ δοχοῦντα, Eav τι λέγης
παρὰ ταῦτα, μάτην ἐρεῖς. ὅμως μέντοι εἴ τι οἴει τιλέον
ποιήσειν, λέγε.
ΚΡ. ᾿Αλλ᾽, ὦ Σώχρατες, οὐκ ἔχω λέγειν.
ΣΩ, Ἔα τοίνυν, ὦ Κρίτων, χαὶ πράττωμεν ταύτῃ,
2 δὴ ’ ; c 9 x c pr
Erteiön ταύτῃ ὁ ϑεὸς ὑφηγεῖται.
-
er sich aber des ἀνταδιχεῖν und -haft überreizten und die rauschende
y > ” . . δ. -
αντιχαχουργεῖν hier gegen seine - Musik noch zu hören wähnten,
Überzeugung schuldig mache, wür- nachdem sie längst verstummt war.
den ihn die Gesetze des Hades nicht
freundlich empfangen.
Kap. 17. Es ist wohl ein Scherz,
wenn sich Sokrates mit den Kory-
banten, mit den Priestern der phry-
gischen magna mater, der Kybele,
vergleicht, die bei den Festen ihrer
Göttin die Schwärmerei bis zur
Mafslosigkeit trieben, sich krank-
Wie vor ihren Ohren die Flöten-
musik, so braust in die seinigen die
laute Stimme der Gesetze. Der
Scherz nimmt dem entschiedenen
Schlufswort: ἐὰν λέγῃς παρὰ ταῦ-
t« das Verletzende; die letzten
Worte aber sind vollends versöh-
nender Art: πράττωμεν ταύτῃ,
ἐπειδὴ ταύτῃ ὃ ϑεὸς ὑφηγεῖται.
Druck von J. B. Hirschfeld in Leipzig.
Μ.
, ausgew. Reden. VonR. Rauchenstein u.K. Fuhr. 1. Bd. 8. Aufl.
BEER nee einen ως a τα
8 ausg. RER, VonH, κὸν ϑα 2.Bd.: STE 8. Auf. Kia de
ch, zusgew. Biographien. VonC.Sintenis,R.Hercheru.K.Fuhr.
Bd.: Aristides und Cato maior. 3. Auf... . 2». 2.2... WERE
Bd.: Agis und Kleomenes. Tiberius und G.Graechus. 4. Aufl, ... .
Bd.: Themistokles und Perikles. 4. Auf. ......
kles. Von F. W.Schneidewin u. A.Nauck. 1.Bd. Aias, 8. ᾿Δαβ.
-2.Bd.: Oedipus Tyrannos. 8. Aufl. .. ... 22 ποῖον Ὁ.
Bd.: Oedipus auf Kolonos. 7. Aufl. M. 1. 50. — 4. Bd.: Antigone.
Aufl. Μ. 1.20. — 5.Bd.: Elektra. 8, Aufl, M. 1.50. — 6. Bd.:
schinierinnen. 5. Aufl, M. 1.50. — 7. Bd.: Philoktet, 8. Aufl. .
lides. Von J. Classen. 1. Bd. Buch 1. 3. Aufl. . .. 2...
Bd. Buch 2. 3. Aufl. M. 1.80. — 3.Bd. Buch 3. 2. Aufl. ....
Bd. Buch 4. 2. Aufl. M. 2.25. — 5. Bd. Buch 5. 2. Aufl. ..
Bd. Buch6. 2. Aufl. M.2.25.—7.Bd. Buch. fehlt.—8.Bd. Buch .
ΙΑ ΚΕ μεν, VonC.Rehdantz.1.Bd. Buch1—3, 5.Aufl. .. .
2. Bd. Buch 4—7, 4.Aufl. . . .
zropädie. . VonF. E.Hertlein. 1. Bd. 8. Aufl. M. 1,50. — 2. Bd. ὃ. Aufl.
emorabilien. Von L. Breitenbach. GA ee RS
ines, Rede gegen Ktesiphon. Von A. Weidner .. 2.2...
ylos, Agamemnon. VonF.W.8Schneidewin. 2. Aufl.v.O.Hense.. .
ΟΣ „u „ie: ae ee eis welehe
9, Bede gegen Leokratee. Von A. Nicolai .... 2.2.2.0.
; ausgew. Dialoge. Von C. Schmelzer.
ie ee
Ct meine sein nen. naher
ER Nele
BO ei
hs Demosthenes und Cicero. Von B. Büchsenschütz ....
ons Hellenika. VonL. Breitenbach. 1. Bd.: Buchlu.2 ...
Bd.: Buch 3 u, d, M. 2.25. — ὃ. Βά.: Buch 5—7 « wi ς ὁ
B. Lateinische Schriftsteller.
Von Fr. Kraner. De bello εἰμ δῦ, 13. Aufl. Von
ΜΝ Ἢ οι ρον BE RER ER Be ae
yello eivili. ὃ. Aufl. Won: Er. ER ER Te a RR ἘΣ ἡ
tathia Pliniana.. Von L. Urlichs ......2..% a ττν
3rutus. Von Ὁ. Jahn u. A. Eberhard. 4 Auf. .....
ἘΞ ahn δ᾽ Auf. en er
ratore. Von . Sorof. 1. Bd.: 1. Buch 2. Aufl. M. 1.80. — 2. Bd.:
ch M. 1.80. — 8. Bd.: 8. Buch ..... BE τῳ Ἔτι FE
maior. Von J. Sommerbrodt. 9. Aufl. ..... er Ὑ ΓΤ χ"
εκ. νὸν ΟὟ Nuuck 8; Δυὴῖ τς ee
το aan. Disput. Von αι, Tischer u. α. Sorof. 1. Bd. Buch 1--2,
τ, M.1.20. IL Bd. Buch 3—5. 1. Aufl. . .... DR
stura deorum. Von G. Εἰ. Schoemann. 4. Auf. .....
fieiis. Von O. Heine. 5. Aufl... ... ER ἀξ λα ή καὶ
rs \
ΠΥ ΟΣ
eros ausgewählte Briefe. Von Fr. Hofmann α. Οὶ Antchn ΒΝ
I. BAG ΔΝ. 9.26. "2 ἘΔ ἀπ Fe ΔΝ ες ΕΝ
ausgewählte ik=den. VonK.Halm. 1. Bd.: für Sex. Roscius und für d ᾿
Imperium des Cn. Pompeius. 9.Aufl.. .. 222.2.
2. Bd.: gegen Q. Caecilius und gegen Verres IV und V. 8. λα" ἢ ΠΗ
8. Bd.: gegen Catilina und für Archiss. 11, Αὐϑ... . , .., a |
4. Bd.: für Publius Sestius. 5. All. . 2.2 2 2.. De.
5. Bd.: für Milo, für Ligarius und für Deiotarus, 8. Aufl... . .
6. Bd.: 1. w.-2, Philippische Rede. ΜΈΡΗ
— 1. Bd.: für L. Murena und für P. Sulla. 3. Aufl... Ὄπ.
] Cornelius Nepos. Von K. Nipperdey und Β. Lupus. 8. Aufl, „
Livius. Von W.Weissenbornu.H,.J. Müller. 1. Bd. 1.Heft: Buc
7. Aufl. M. 2.10. 1. Bd. 2. Heft: Buch 2. 7. Aufl. Μ, 1.20. — 2.1
1. Heft: Buch 3. 5. Aufl. M. 1.50. 2. Bd. 2. Heft: Buch 4-5. 5. Aufl. Ἷ
— 8.Bd. 1. Heft: Buch 6-8. 4. Aufl. Μ, 2.40. 8. Βᾶ. 2.Heft: E
9-10. 4. Aufl, M.1.80. — 4. Bd. 1. Heft: Buch 21. 7. Auf.” ir
L 4. Bd. 2. Heft: Buch 22. 7. Aufl. M.1.20. 4. Βά. eh
7. Aufl, M. 1.20. — 5. Ba. 1. Heft: Buch 24-25. 4. Aufl. .M. 1.80. 5.B
2. Heft: Buch 26. 4. Aufl. M. 1.20. — 6. Bd.: 1. Heft: Buch 27-2HE.
3. Aufl. Μ. 3.40. 6. Bd. 2, Heft: Buch 29-30. 3. Auf. M. 2.10. —1.B 3 HUHN
1. Heft: Buch 31-32. 3. Auf. M. 1.50. — 7. Bd. 2. Heft: Bit τ- RT LEGE
3. Aufl. im Druck. — 8. Bd.: Buch 35—38. 2. Aufl. .. . 00H |
— 9. Bd. 1. Heft: Buch 39-40. 2. Aufl. M. 225. 9, Ba. 2. Heiß
Buch 41-42. 2. Aufl. M. 1.80. — 10. Bd. 1. Heft: Buch 43-44. Pi‘ ΠΗ:
- 10. Βά. 2. Ηοῖϊ: Buch 45 u. Fragmente. 2. Aufl... ... 2 ἘΠ ΜΉΝ
Ovids Metamorphosen. VonM. Haupt u.0.Korn. HERREN
1. Bd. Buch 1-7. 6. Aufl. M. 2.25. — 2. Bd. Buch 8-15. 2. Ἄνας
Phaedrus. Von F. E. Raschig und R. Richter. 3. Aufl, . "I
Plautus, ausgewählte Komödien. Von A. O.F. Lorenz.
2. Bd.: Mostellaria. 2. Aufl. Im Druck. — 3. Βᾶ,: Miles ori
ἃ: BR.: Paendolys Hu He er πο
Quintiliani liber Von E. Boanelin) F, Meister. ὅ. And. Hi
Sallustius. Von’R. Jacobs und H. Wirr. 8. Aufl, . «τς ΠΝ ii
Tacitus. Von K. Nipperdey und G. Andresen. 1. Βᾶ.: A
Buch 1-6. 7. Auf. M.3. — 2. Bd.: Annales Buch 11-16.
Terentius Comedien. Von A. 8pengel. 1. Bd.: Andria . . we ᾿ IF HH
-- Fe 3. Bd.: Adelphoa .. » .- 2... one & Kain
Vergils Gedichte. Von Th. Ladewig und ©. Schaper. a Ὁ
1. Bd.: Bucolica u. Georgiea. 7. Aufl... .... ae
2. Bäd.: Aeneide. Buch i-6. 9. Aul ...:2». «ΩΝ
3. Βᾶ.: Aeneide. Buch 7-18. 7. Al. -. 0.0 Ὁ «να ei
Elegiker, Römische. Eine Anawal: aus Catull, Tibull, ‚Prop
K. P. Schulse . = . . ων . . . . . . . = . . [zu ..
Horatius Flaccus. Von H. Schütz. 1. Oden und Epoden. 3.
-- -- -- HM. Satiren . oo 0m 0 en ee ἈΝ
ΞΞ τι - -- Ill. Episteln. . .. 0. 0 κ τ τ Fonic
Berlin, im Juni 1883. Weidmannsche Bu:
kFheı
᾿
᾽ +
ΣΝ
| Pamphlet
Binder
‚Makers
Syracuse, N. Y.
PAT. JAN 21, 1908
University of Toronio
Library
Ausgewählte Dialoge; ed. by Schmelzer.
NAME OF BORROWER.
Acme !.ibrary Card Pocket |
LOWE-MARTIN CO. LIMITED 5
ος
Φ
‚I
oO
u
co
Ber
>
4
LGr